„Toy Story 4“ – Unglaublich, wieder gelungen!

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1995 brachte das junge Animationsstudio Pixar mit „Toy Story“ seinen ersten komplett am Computer animierten Spielfilm heraus, ein Meilenstein der Filmgeschichte. Fortsetzungen sind normalerwiese nicht unbedingt Pixars Stärke, aber mit „Toy Story 2“ gelang 1999 ein zweiter Teil, der dank inzwischen gewonnener Erfahrung den ersten sogar noch überbieten konnte. Über zehn Jahre später kam dann „Toy Story 3“ und unglaublicherweise zeigte sich, dass man die Geschichte um die Welt der lebendigen Spielzeuge nicht nur interessant weitererzählen, sondern noch um viele originelle Ideen und Charaktere ergänzen konnte. Mit der Ankündigung eines vierten Films aus dem Franchise wurde man dann aber doch skeptisch, doch unglaublicherweise schafft es das 3D-Franchise tatsächlich, sich ein viertes Mal neu zu erfinden, die Handlung nicht nur amüsant, gefühlvoll und spannend weiterzuspinnen, sondern die Grundstory sogar noch perfekt abzurunden. Dank der weiterentwickelten Technik ist der vierte Teil ein echter Hingucker, aber auch inhaltlich muss er sich kein Stück hinter seinen Vorgängern verstecken. Vier Meisterwerke in Folge, welches Franchise kann das sonst schon von sich sagen, vor allem bei einer Zeitspanne von fast 25 Jahren?

Inhalt

Es musste natürlich der Tag kommen, an dem der Junge Andy doch zu alt für seine Lieblingsspielzeuge um Cowboy Woody und Weltraumheld Buzz Lightyear ist. Doch das Spielzeug-Ensemble hat Glück, wird es doch an die kleine Bonnie weitergegeben, die diese mit der gleichen Hingabe liebt wie einst Andy. Doch auch Bonnie wird älter und als sie in die Vorschule kommt, ändern sich ihre Interessen. Als sie dort aus einem Göffel (Gabel-Löffel) ein kleines Männchen bastelt, wird dieses Objekt dank seiner Verbindung zur Anerkennung in der Vorschule zu ihrem neuen Liebling. Während Woody zuerst eifersüchtig reagiert, wird er schnell zum Beschützer von „Forky“, der sich eigentlich für Müll hält und am liebsten in den nächsten Mülleimer stürzen will. Als alle Spielzeuge bei einer Fahrt mit dem Wohnmobil Forky verlieren, begiebt sich Woody auf die Suche, trotz der Gefahr, das Wohnmobil nicht wieder zu finden. Doch dann trifft er auf Bo Peep, eine Freundin aus alten Tagen, die inzwischen völlig ohne Kind und dabei sehr glücklich durch die Welt zieht.

Review

Kinder werden älter und trennen sich irgendwann von den Spielzeugen, die ihnen mal alles bedeutet haben. Diese Grundstory liegt auch „A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando“ zugrunde, und doch schafft es Pixar ein viertes Mal, so viele neue Aspekte hinzuzufügen, dass man ein weiteres Mal mit Woody, Buzz und ihren Kumpanen lachen und weinen kann. Während nicht nur Buzz, sondern auch die meisten anderen bekannten Spielzeuge dieses Mal mehr in den Hintergrund treten, ist vor allem die Rückkehr von Bo Peep ein wirklich genialer Schachzug, schließlich wird so der Bogen zum allerersten Film der Reihe gezogen. Aber mit der Porzellanpuppe kommen auch völlig neue Ansätze, sie ist nämlich schon lange nicht mehr an ein Kind gebunden und mit einem Trupp „freier“ Spielzeuge unterwegs, die sich immer neue Spielplätze oder andere Orte suchen, wo Kinder auftauchen und mit ihnen spielen. Woody muss so nicht nur anzweifeln, ob sein mitunter schon krampfhaftes Festhalten an der Verbindung zu „seinem“ Kind und die immer damit verbundenen, oft nicht wirklich durchdachten Rettungsaktionen für jedes Spielzeug wirklich richtig sind. Vor allem, weil mit Bo Peep auch völlig andere Gefühle aus der Vergangenheit wieder in ihm auftauchen.

Doch nicht nur die Handlung bietet genug neue Aspekte, überraschende Wendungen und einen rasanten Mix aus Witz, Gefühl und Action, auch die Animationen sind einfach nur großartig. Pixar zeigt mal wieder, dass sie eben doch die Pioniere der 3D-Welt sind und bieten wirklich was für die Augen.

Zudem gelingt ein weiteres Mal das Einführen toller neuer Charaktere. Auch wenn dafür die alte Riege mehr in den Hintergrunf tritt, „Forky“ ist ganz klar das Highlight des Films. Der naive Göffel, der seine neue Existenz als Spielzeug nicht verinnerlichen will und immer kurz vor dem Sprung in den nächsten Abfalleimer steht, hat ganz klar die besten Momente. Das Hase-Ente-Kuschelduo, das in den Trailern bereits ein paar maue Kalauer zum besten geben durfte, kann auch im Film nicht komplett überzeugen, hat aber doch so einige geniale Momente, die man so nicht erwartet hätte. Warum man sie im Marketing so in den Vordergrund gestellt hat, erschließt sich mir aber nicht. Da ist schon die antike Puppe Gabby Gabby, die auf ein aktives Sprachmodul hofft, um endlich von einem Kind angenommen zu werden, mit einer Riege gruseliger Bauchrednerpuppen als Leibgarde in einem Antikladen deutlich besser gelungen. Als tragischer Bösewicht mit origineller Wandlung zum Ende hin passt sie perfekt zu den neuen Themen.

Wer also wie ich skeptisch an den Film herangeht, dem sei gesagt, er soll seine Bedenken einfach über Bort werfen und sich freuen, dass er tatsächlich nach so langer Zeit noch ein weiteres schönes Abenteuer mit Woody und seinen Freunden erleben darf. Ob das noch ein fünftes Mal gelingt, wage ich aber tatsächlich zu bezweifeln. Nach diesem perfekten vierten Teil sollte man tatsächlich aufhören, es kann eigentlich nicht mehr besser werden.

Fazit

Auch die inzwischen dritte Fortsetzung von Pixars erstem Spielfilm ist ein Feuerwerk voller gelungener Gags, bahnbrechender Animationen, gefühlvoller Momente und toller Charaktere. Auch wenn Pixar in den letzten Jahren kein Garant für Meisterwerke mehr war, „Toy Story“ kann tatsächlich ein viertes Mal seinen Level halten.

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