„Joker“ – Joaquin Phoenix noch verrückter als sonst!

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Da liefert DC seit Jahren keinen ernst zu nehmenden Film aus der Welt rund um Batman mehr ab und dann darf Joaquin Phoenix in einer sehr speziellen Version den legendären Bösewicht mimen und alle rennen ins Kino. Und ja, Joaquin Phoenix zeigt einmal mehr, wie abgedreht er ist. Man kann auch sagen, dass der Film sich dem Phänomen Joker auf eine originelle Weise nähert. Ist der Film deshalb so gut, dass er die Massen an Zuschauern verdient, die derzeit ins Kino rennen? Nein, überhaupt nicht. Der Film ist neben der Performance von Joaquin Phoenix nämlich nicht wirklich gut. Dem Joker eine miese Kindheit, Depressionen und eine doofe Gesellschaft als Basis für sein Ausflippen anzudichten, ist eine nette Idee, die Umsetzung dümpelt aber leider nur vor sich hin, ohne wirklich fesseln oder gar begeistern zu können.

Inhalt

Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) ist ein absoluter Loser, der sogar seinen Job als Werbeclown verliert und auch als Stand-up-Comedian so gar keine Lacher erntet. Mit Medikamenten und Therapien versucht er seine Depressionen in den Griff zu bekommen, doch erst, als er ein paar fiese Kerle in der U-Bahn tötet, wir er aus Versehen zum Helden und entdeckt einen Katalysator für seine Wut und Depression, gleichzeitig wird er in den Medien zu einer mysteriösen Berühmtheit. Als er dann von seinem TV-Idol Murray Franklin (Robert DeNiro) in dessen Talkshow eingeladen wird, glaubt er an zunächst weiter optimistisch daran, endlich allen zeigen zu können, dass er kein Loser ist.

Review

Der Joker bleibt weiterhin einer der interessantesten Charaktere von DC, in den 90ern geprägt durch Jack Nicholson in Tim Burtons „Batman“, dann 2008 durch die grandiose Performance von Heath Ledger in „The Dark Knight“ und zuletzt durch eine originelle Darstellung von Jared Leto in „Suicide Squad“, darf nun Joaquin Phoenix den abgedrehten Batman-Gegner mimen. Verrückt genug ist er, das stellt er tatsächlich überzeugend unter Beweis, sein Lachen frisst sich echt ins Gehirn. Aber er kann leider den Film nicht alleine tragen, und der ist leider nicht mehr als ein mauer Versuch, dem Joker einen bodenständigeren Background zu geben. Aber das macht ihn gleichzeitig irgendwie auch sehr langweilig, zumal man sich schon fragt, warum Regisseur Todd Phillips so sehr versucht, Martin Scorsese zu kopieren, dass er nicht nur Robert de Niro besetzt, sondern in gewisser Weise auch teilweise 1:1 Plots von dessen Filmen wie „Taxi Driver“ oder „King of Comedy“ kopiert.

Ja, der Film ist stellenweise brutal, aber keinesfalls ungewöhnlich brutal und das auch nur in wenigen Szenen, es erschließt sich einem auch nicht, ob der Joker hier ein nachvollziehbarer Verlierer der Gesellschaft und seine Taten Heldentaten sein sollen, oder ob man ihn auch als den Loser abstempeln soll, den er eigentlich darstellt. So geht es einem aber den ganzen Film über, man weiß nicht, was der Film von einem will, man kann mit den Charakteren nichts anfangen und letztendlich ist Phoenix‘ Charakter so neben der Spur, dass man hier auch nicht von einem Opfer der Volkskrankheit Depression sprechen kann. Der Film ist nicht witzig, nicht spannend, nicht tiefgehend und dazu sehr vorhersagbar. Ich kann daher nicht nachvollziehen, warum er auf so viele Leute einen solchen Reiz ausübt. Joaquin Phoenix ist ein grandioser Schauspieler, aber er hat deutlich bessere Filme gemacht als diesen. Trotz einiger Anspielungen auf die Welt rund um Gotham, Arkam, Bruce und Thomas Wayne dürften Fans des dunklen Ritters hier kaum auf ihre Kosten kommen und alle, die sich eine bodenständige DC-Verfilmung wünschen, wohl auch nicht.

Fazit

Unter dem Vorwand, eine originelle Origin-Story des Batman-Bösewichts zu bieten, stellt „Joker“ leider neben einer abgedrehten Performance von Joaquin Phoenix nicht mehr als ein maues Rache-Psychodrama dar, dass viel mehr Aufmerksamkeit bekommt als verdient.

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