Kurz kritisiert 23: Von Wölfen, Monstern und Gaunern

Während die letzten Stunden des Jahres 2018 ablaufen und sich draußen die Leute langsam warmböllern, mache ich mich an einen letzten großen Rundumschlag mit vielen Filmen aus dem Filmjahr 2018, zu denen ich kurz vor der FlimmerWAHL 2018 noch ein paar Worte loswerden möchte. Dabei sind „Mogli“, „Bird Box“, „Die Legende von Buster Scruggs“, „Bad Times at the El Royale“, „Operation Overlord“, „Der Nussknacker und die vier Reiche“, „Fünf Freunde im Tal der Dinosaurier“, „Gänsehaut 2“, „Mandy“, „Slender Man“, „Papillon“, „Alpha“ und „Mein Name ist Somebody“. Weiterlesen

„Aquaman“ – DC-Wassermann macht auf Marvel!

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Eigentlich hatte DC eine ähnliches Kino-Universum wie Marvel schaffen wollen, doch der düstere Stil mit dem finalen Tiefpunkt „Justice League“ erzielte keineswegs den gewünschten Erfolg. Nachdem ausgerechnet „Wonder Woman“ der erste Lichtblick wurde, wollte man bei „Aquaman“ auch einen anderen Weg einschlagen. So kommt der Wassermann aus Atlantis bunt und actionreich daher, immer mit einem coolen Spruch auf den Lippen und viel Platz für Situationskomik. Kommt einem bekannt vor? Stimmt! Irgendwie nähert sich DC mit diesem Film extrem nah an das MCU an, was einerseits dafür sorgt, dass der Film deutlich mehr Unterhaltungspotential bietet, andererseits verliert DC damit das letzte Potential, etwas eigenes zu erschaffen. So macht „Aquaman“ zwar unterm Strich deutlich mehr Spaß und bietet nette Unterwasser-Action und coole Meereswesen, aber irgendwie schafft es auch dieser Film nicht, dass einem der Held nicht mehr egal ist. „Aquaman“ plätschert bunt vorbei, nimmt einen nett mit und ist danach genauso schnell wieder vergessen. Weiterlesen

„Bumblebee“ – „Transformers“-Prequel mit viel Herz!

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Über inzwischen fünf Teile hetzte Michael Bay jetzt die Hasbro-Roboter zum Transformieren auf die Leinwand und zündete eine Effektorgie nach der nächsten. Selbst Fans wurden nicht bedingungslos unterhalten und alle anderen konnten oft nur den Kopf schütteln. Ein Spin-Off bzw. ein Prequel mit dem Fokus auf Bumblebee erschien völlig überflüssig, Trailer unterstützen diese Annahme, doch das Ergebnis entpuppt sich tatsächlich als der bisher wohl gelungenste „Transformers“-Film. Regisseur Travis Knight schlug bewusst einen völlig neuen Weg ein und drehte einen sympathischen Roboterfilm, der in jeder Minute mehr Herz hat als die komplette Filmreihe von Michael Bay. Dass der Film sich so wohlig anfühlt, ist auch der Verdienst der sympathischen Hauptdarstellerin Hailee Steinfeld. Weiterlesen

„Black Mirror: Bandersnatch“ – Geniales interaktives Serienspecial!

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Die Serie „Black Mirror“ ist ein absolutes Highlight auf Netflix. Schon seit ein paar Wochen machte ein Gerücht die Runde, dass Ende Dezember etwas Neues von der Serie zu erwarten wäre. Doch statt der erwarteten 5. Staffel überraschte der Streamingdienst mit dem ersten Film aus dem Franchise. Und das war nicht alles: Der Zuschauer bestimmt selber den Verlauf des Films! An zahlreichen Punkten bekommt man eine Auswahlmöglichkeit und wird so an den nächsten Punkt der Handlung weitergeleitet. Letzendlich ist man so im Schnitt nach 90 Minuten bei einem der fünf möglichen Endszenarien angekommen, insgesamt stehen allerdings über fünf Stunden an Filmmaterial zur Verfügung. So war für mich das Ende auch keinesfalls das Ende! Ich habe danach noch diverse andere Optionen durchprobiert und bin auf zahlreiche neue Wendungen oder geänderte Szenarien gestoßen. Ob dies das Fernsehen der Zukunft wird? Da bin ich mir nicht sicher. Ob Netflix hier ein wirklich tolles Experiment bietet? Auf jeden Fall! „Bandersnatch“ ist eine grandiose Fortführung der Serie, die schon immer auf dystopische Geschichten auf Basis von technischen Errungenschaften und deren Einfluss auf die Gesellschaft gesetzt hat. Ein geniales Special zu einer wirklich empfehlenswerten Serie! Weiterlesen

„Der Grinch“ – Grüner Weihnachtshasser mit Ottos Stimme!

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Ich war als Kind ein großer Fan von Otto Waalkes, aber schon bei „Ice Age“ war ich nicht so begeistert von seiner unverkennbaren Synchronstimme. Nun könnte man sagen, dass bei „Horton hört ein Hu“, einer wirklich besonderen Verfilmung eines der Werke von Dr Seuss, die Stimme von Christoph Maria Herbst auch unverkennbar gewesen wäre, aber das ist bei „Der Grinch“ doch noch was anderes, denn wenn der grüne Weihnachtshasser das typische Otto-Lachen erklingen lässt, merkt man, dass der deutsche Verleih ganz bewusst einen neuen „Otto“-Film vermarkten wollte, was in meinen Augen hinsichtlich Benedict Cumberbatch als originale Synchro so gar nicht passen will. Aber auch der Film selber kommt neben einigen amüsanten Einfällen nicht wirklich aus dem Mittelmaß heraus. Wenn man die Stimme von Otto erträgt, kann man den Film nett wegschauen, ein neuer Weihnachtsklassiker ist es aber nicht geworden. Weiterlesen

„Mortal Engines: Krieg der Städte“ – Großer Bauchklatscher!

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Mit seinen „Herr der Ringe“-Filmen schrieb Peter Jackson Filmgeschichte, entfernte sich aber immer mehr von seinem besonderen Stil zu überladener Effekthascherei und protzigen Spezialeffekten, was zuletzt in der nicht gerade gelungenen „Hobbit“-Trilogie endete. Für „Mortal Engines“ setzte er sich nun nicht selber auf den Regiestuhl, seine Handschrift bei Produktion und Drehbuch ist aber unverkennbar. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass ein Film über eine postapokalytische Welt, in der ganze Städte sich auf der Suche nach Ressourcen über die Welt bewegen und sich gegenseitig auf die Pelle rücken, die Basis für ein spanndendes Spektakel sein könnte, aber hier ist tatsächlich nichts, was einen in den Bann ziehen will. Irgendwie hält man den Film durch, weiß den ein oder anderen Spezialeffekt zu schätzen, aber weder der Plot, noch die Darsteller und leider auch nicht das postapokalytische Szenario können einen wirklich beeindrucken. Weiterlesen

„Verschwörung“ – Claire Foy ist top, der Film nicht!

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Mit seiner „Millenium“-Trilogie hat der schwedische Autor Stieg Larsson eine echte Kultreihe geschaffen, die zudem als schwedische Filmereihe von „Verblendung“, „Verdammnis“ und „Vergebung“ sowie einem US-Remake von „Verblendung“ sehr erfolgreich im Kino liefen. Seinen Erfolg konnte der Autor leider nicht auskosten und sein Tod sorgte auch dafür, dass er die Reihe trotz vorhandener Entwürfe nicht fortsetzen konnte. Das wurde jetzt von einem anderen Autor übernommen, doch wenn Larsson wüsste, was jetzt mit „Verschwörung“ im Kino läuft, würde er sich im Grab umdrehen. Das liegt nicht an Claire Foy als inzwischen dritte Lisbeth Salander, sondern an der völlig übertriebenen Handlung und der noch schlimmeren Umsetzung, die nichts mehr vom ursprünglichen nordischen Charme aufweist, sondern nur noch mit Hollywood-Klischees und einer völlig überzogenen Hauptperson protzt, deren technische und physische Fähigkeiten fast schon in einen Superhelden-Film gepasst hätten. Weiterlesen

„Das Boot“ – Serienfortsetzung des deutschen Filmklassikers!

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Letztes Jahr gelang dem Bezahlsender Sky mit der Serien-Eigenproduktion „Babylon Berlin“ ein wirkliches Serienhighlight. Während wir hier leider noch länger auf die nächste Staffel warten müssen, schickt Sky jetzt eine neue aufwendige Serie ins Rennen. Bei „Das Boot“ handelt es sich nich um eine Neuauflage von Wolfgang Petersens Klassiker von 1981, sondern eine Fortsetzung, die ein Jahr nach den damaligen Ereignissen im Herbst 1942 spielt. Während es auch hier zu einem Großteil mit einem U-Boot auf Jagd geht, widmet sich ein Großteil der Serie dem Widerstand im französisch besetzten La Rochelle. Insgesamt ist die Serie nicht schlecht, hält dem unausweichlichen Vergleich zu Petersen Film- und Serienklassiker nicht stand. Während man damals trotz einer recht überschaubaren Handlung wirklich auf engstem Raum mit der Mannschaft litt und mitfieberte, fehlen hier völlig die Identifikationspersonen. Zudem wirkt die Optik mitunter einfach zu sauber und auch der Versuch, möglichst viele Personen und Themen in die Handlung zu pressen, geht nicht immer auf. Weiterlesen