„Black Mirror: Bandersnatch“ – Geniales interaktives Serienspecial!

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Die Serie „Black Mirror“ ist ein absolutes Highlight auf Netflix. Schon seit ein paar Wochen machte ein Gerücht die Runde, dass Ende Dezember etwas Neues von der Serie zu erwarten wäre. Doch statt der erwarteten 5. Staffel überraschte der Streamingdienst mit dem ersten Film aus dem Franchise. Und das war nicht alles: Der Zuschauer bestimmt selber den Verlauf des Films! An zahlreichen Punkten bekommt man eine Auswahlmöglichkeit und wird so an den nächsten Punkt der Handlung weitergeleitet. Letzendlich ist man so im Schnitt nach 90 Minuten bei einem der fünf möglichen Endszenarien angekommen, insgesamt stehen allerdings über fünf Stunden an Filmmaterial zur Verfügung. So war für mich das Ende auch keinesfalls das Ende! Ich habe danach noch diverse andere Optionen durchprobiert und bin auf zahlreiche neue Wendungen oder geänderte Szenarien gestoßen. Ob dies das Fernsehen der Zukunft wird? Da bin ich mir nicht sicher. Ob Netflix hier ein wirklich tolles Experiment bietet? Auf jeden Fall! „Bandersnatch“ ist eine grandiose Fortführung der Serie, die schon immer auf dystopische Geschichten auf Basis von technischen Errungenschaften und deren Einfluss auf die Gesellschaft gesetzt hat. Ein geniales Special zu einer wirklich empfehlenswerten Serie!

Inhalt

Mitte der 80er programmiert der junge Stefan Butler (Fionn Whitehead) ein Computerspiel auf Basis eines Spielbuchs, das dem Leser bzw. dem Spieler die Möglichkeit gibt, selber zu entscheiden, wie die Geschichte weitergeht. Stefan soll für Mohan Thakur (Asim Chaudhry) und sein Softwareimperium das Spiel in kurzer Zeit fertig programmieren. Tipps bekommt er vom leicht abgedrehten Programmierer Colin Ritman (Will Poulter). Doch bald macht nicht nur der Zeitdruck Stefan zu schaffen, er wird auch das Gefühl nicht los, dass er selber nicht alles in seinem Handeln unter Kontrolle hat. Da helfen auch sein Vater (Craig Parkinson) und seine Therapeutin (Alice Lowe) nicht weiter. Nur Colin hat eine sonderbare Theorie.

Review

Man sollte vorab schauen, ob das Abspielgerät die aktuellste Version von Netflix unterstützt, ich konnte das Special tatsächlich nicht auf meinem SmartTV schauen, sondern nur auf dem aktuellsten Samsung Smartphone. Das hat mich aber sofort in seinen Bann gezogen. Während man zuerst „nur“ Müslisorten oder Musik für den Walkman auswählt, war ich schnell bei „wichtigeren“ Entscheidungen, die auch mal fix zu einem ersten unbefriedigenden Ende führten. Netflix bietet einem dann sofort den letzten relevanten Punkt zur Auswahl an, also zurück und weiter auf einem neuen Pfad. Das macht man dann auch, wenn man nach einiger Zeit ein Ende erreicht, dass einem ausreichen könnte, aber man weiß, da ist noch mehr, also wieder zurück und weiter! Vielleicht wären alle Szenarien, wenn man sie ohne eigenen Einfluss anschaut, weniger spannend oder originell, aber so ist man ganz schnell mittendrin und mit Spaß dabei.

Spätestens wenn man die vierte Wand durchbricht, die Therapeutin einen von mehr Action in der Handlung überzeugt oder man vor morbide Auswahloptionen gestellt wird, die man eigentlich beide nicht nehmen möchte, merkt man, wie sehr man selber in seinem Handeln manipuliert oder gelenkt wird. Auch die Ebenen im Film sind genial: Da wird aus dem Buch ein Spiel und aus dem Spiel ein Film und immer ist es das gleiche: Eine Ebende darüber steuert jemand die Entscheidungen des Handelnden. Die Idee ist genial, die Masse an Möglichkeiten großartig und das Ergebnis ein wirklich einzigartiges TV-Erlebnis.

Ob diese Art des Streamings auch nach wiederholter Verwendung noch Spaß macht, wird man sehen. Jetzt kann man sich aber schon auf die fünfte Staffel von „Black Mirror“ freuen, die sicher in den nächsten Monaten folgen wird. Und vielleicht starte ich in den nächsten Tagen „Bandersnatch“ noch mal von vorne, alles habe ich sicher noch nicht gesehen!

Fazit

Der erste „Black Mirror“-Film kommt als interaktives Special daher, dass den Zuschauer mit in die Handlung einbezieht und so zu einem ganz besonderen TV-Event wird.

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