„Yesterday“ – Eine Welt ohne die Beatles?

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Was wäre die Welt ohne die Songs der Beatles? Und wie würde die Welt reagieren, wenn die Songs von John Lennon, Paul McCartney und George Harrison heute zum ersten Mal der Menschheit zur Verfügung gestellt würden? Auf dieser Grundidee basiert der neue Film von Danny Boyle mit Newcomer Himesh Patel in der Hauptrolle. Die Mischung aus Lovestory und Musikfilm kommt zwar mit viel warmen Emotionen und interessanten Neufassungen der Beatles-Klassiker daher, kann aber mit der recht dünnen Handlung nur knapp dem Mittelmaß entrinnen. Die Grundidee ist amüsant und man verzichtet auch bewusst auf eine sinnvolle Erklärung, warum die Erinnerung an die Songs der Beatles nach einem weltweiten Stromausfall bei fast allen gelöscht wurden, aber den ganzen Film kann sie dann doch nicht tragen.

Inhalt

Jack (Himesh Patel) hätte mit seinen Songs gerne mehr Erfolg, doch der bleibt seit Jahren aus, auch wenn seine beste Freundin Ellie (Lily James) alles versucht, um ihm doch noch zum Durchbruch zu verhelfen. Doch dann sorgt ein plötzlicher weltweiter Stromausfall nicht nur dafür, dass Jack auf dem Rad vom Bus erwischt wird, sondern auch, dass sich danach außer ihm keiner mehr an die Songs der Beatles erinnern kann. Damit hat Jack aber auf einmal ein quasi unerschöpfliches Repertoire an musikalischen Geniestreichen in der Hinterhand, was seine Karriere schnell ganz nach oben katapultiert.

Review

Die Grundannahme, dass nach dem Stromausfall fast alle die Erinnerung an die Beatles, Coca Cola, Zigarretten und Harry Potter verloren haben, muss man hier einfach hinnehmen, es ist einfach so und wird auch nicht weiter erklärt. Was der Film nun daraus macht, funktioniert streckenweise sehr gut, die Handlung läuft aber dann doch zu gradlinig und zu sehr nach Schema F ab. Dabei sind Himesh Patel und seine Darbietungen der Beatles-Songs schon gut, auch die Nebencharakter funktionieren, Lily James ist einfach niedlich, und Kate McKinnon als gierige Musikproduzentin, die alle schonungslosen Tatsachen aus dem Musikbusiness nicht mal verheimlicht und doch zu überzeugen vermag, sowie Joel Fry als Jacks etwas tumber Roadie runden das Casting schon sehr solide ab. Auch Ed Sheeran, der sich hier selber spielt und tatsächlich ein wenig Selbstironie zum besten gibt, tut nicht so weh wie erwartet.

Aber trotzdem reicht es irgendwie nicht für einen ganzen Film, der Film hat einfach zu wenig Ecken und Kanten. Als „Feel-Good-Movie“ macht er vieles richtig, aber irgendwie denkt man am Ende, dass das eigentlich nicht alles gewesen sein kann. Die Lovestory zieht sich extrem in die Länge und bietet auch nicht wirklich Höhen und Tiefen, der musikalische Aufstieg in den Musikerolymp wird auch mit seinen Schattenseiten gezeigt, aber auch die wirken irgendwie sehr weichgespült.

Bleibt der Umgang mit den Songs der Beatles. Die neuen Versionen klingen gut, allerdings hat Himesh Patel dann doch nicht die Stimme, um die Klassiker alle mit genug neuem Leben zu füllen. Natürlich kommt der Film zu dem Schluss, dass die Welt nicht ohne die Songs von Lennon/McCartney existieren sollte, aber ob die Lieder tatsächlich heute noch in ihrer ganzen Genialität wahrgenommen werden würden und auch den Erfolg wie im Film hätten, würde ich tatsächlich anzweifeln.

Insgesamt kann man den Film aber schön mal durchlaufen lassen, ohne dass man die Zeit jetzt wirklich verschwenden würde. Aber so interessant die Grundidee auch klingen mag, so viel hat man dann doch nicht daraus gemacht.

Fazit

Die Songs der Beatles klingen auch im neuen Gewand super, der Film selber kommt aber leider nicht aus seiner sehr seichten Mischung aus Lovestory und Musikfilm heraus.

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