„Der dunkle Kristall: Ära des Widerstands“ – Einfach nur großartig!

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Für mich ist „Der dunkle Kristall“ schon seit meiner Kindheit ein absolutes Meisterwerk, Jim Henson hatte damals auf großartige Weise gezeigt, dass mit seinen Puppen viel mehr möglich war als „Muppets“ oder „Sesamstraße“, vor allem nicht zwingend nur für Kinder. Jetzt hat Netflix fast 40 Jahre später eine Prequelserie herausgebracht und die kann man einfach nur als genial bezeichnen. So hat man sich dazu entschieden, den Stil und auch die Puppen dem Original nachzuempfinden, perfekt mit heutigem CGI verbunden, sodass es sich absolut zugehörig anfühlt. Doch abseits davon, dass der Nostalgiefaktor einzigartig greift, wurde die Fantasiewelt um etliche Welten und Lebewesen erweitert und zudem die recht einfache Geschichte des Films von 1982 um eine so abwechslungsreiche, interessante, immer wieder überraschende und zuletzt mitunter keinesfalls für Kinder geeignete Handlung ergänzt, die einen über die kompletten 10 Folgen in ihren Bann zieht.

Inhalt

In der fantastischen Welt Thra wendet sich vieles zum Schlechten. Eine seltsame Dunkelheit nimmt immer mehr in Besitz, die Clans der Gelflinge streiten sich untereinander, was den fiesen Skeksen, die seit langer Zeit die Geschicke in Thra bestimmen, nur zu gut in die Hände spielt. Die entwickeln nämlich gerade eine Methode, die Lebensessenz der Gelflinge zu extrahieren, um ihr eigenes Leben zu verlängern. Doch als der Gelfling Rian den düsteren Plan durchschaut, gelingt es den Skeksen zuerst, Rian durch Verleumdung selber zum Bösewicht zu machen, doch der findet immer mehr Gleflinge, die den Mut haben, sich der Herrschaft der Skekse zu widersetzen. Doch dazu müssen sie etwas Unmögliches schaffen: Die Konflikte unter den Gelflingen zu beenden und die Wahrheit über die Skekse zu verbreiten.

Review

Jim Henson hat mit Thra damals eine wirklich beeindruckende Welt voller fantasievoller Lebewesen geschaffen und für die damalige Zeit ein wirklich tolles Kunstwerk geschaffen. In den fast 40 Jahren gab es immer wieder Gerüchte über eine mögliche Fortsetzung, angenommen hat sich der Sache jetzt Netflix und konnte für seine Prequel-Serie zahlreiche Verantwortliche und/oder Nachkommen der damaligen Produktion gewinnen. Und nicht zuletzt wollte eine wirklich einzigartige Riege von Schauspielern unbedingt als Synchronsprecher mitwirken, sodass in der Originalversion u.a. Taron Egerton, Mark Hamill, Lena Headey, Nathalie Emmanuel, Anya Taylor-Joy, Benedict Wong, Natalie Dormer, Sigourney Weaver, Helena Bonham Carter, Jason Isaacs, Simon Pegg, Mark Strong und Alicia Vikander den Wesen aus Thra ihre Stimme leihen.

Und man kann nur den Hut ziehen vor dem, was sie zusammen geschaffen haben. Zuerst war es genial, sich nicht von der heutigen Technik verleiten zu lassen, sondern die Puppen ohne große Veränderungen im damaligen Stil einzusetzen. Natürlich wurde einiges an Spezialeffekten genutzt, aber nie in dem Maße, das es optisch nicht zum Look&Feel des Klassikers passen würde. Doch wie lockt man mit einer Puppenserie mehr als die damaligen Fans vor die Bildschirme und was will man erzählen, wenn zu Beginn des Films doch eigentlich kaum noch Leben in Thra existiert? Zum einen nutzt man genau diesen Sachverhalt, es muss ja mal mehr in der Welt los gewesen sein. Aber so viel hätte sich wohl kein Fan erträumen lassen. Denn neben einem Wiedersehen mit vielen lieb gewonnenen Kreaturen von damals wird die Welt von Thra um so viele Landschaften und Wesen erweitert, dass es jedes Fantasy-Herz höher schlagen lässt. Vor allem die Welt der Gelflinge so auszuweiten, gelingt fantastisch. Die Konflikte und Machtrangeleien unter den Clans helfen mit dazu bei, dass in der Handlung mitunter sogar ein wenig „Game of Thrones“ mitklingt, einschließlich der baldigen Erkenntnis, dass auch hier nicht für Kinder gedreht wurde, Folter, Mord und Verrat fordern hier auch gerne mal einen Charakter, bei dem man es nicht erwartet hätte.

Die emotionale Mischung der Handlung ist wie damals sehr abwechslungsreich, über allem schwebt eine düstere Vorahnung, eine traurige Stimmung, trotzdem wird es mitunter echt lustig, ohne peinlich zu werden, um im nächsten Moment wieder überraschend brutal, düster und traurig zu werden. Aber abseits vom Nostlagiefaktor hinsichtlich des Filmklassikers wird man hier auch bald wieder daran erinnert, was die Fantasyfilme damals so besonders gemacht hat. Die übernatürlichen Phänomene, die weiten, wunderschönen Landschaften, die abgedrehten Kreaturen und die mittelalterlich anmutenden Machtkämpfe. „Der dunkle Kristall: Ära des Widerstands“ führt einen wundervoll zurück in die gute alte Welt der Fantasy, mit einer gut gewählten Portion heutiger Technik und besserem Storytelling.

Wie viele war ich nur angesichts des Endes etwas verblüfft, eine zweite Staffel hatte ich nicht erwartet und somit mit einem vernichtenden Sieg der Skekse und der Ausrottung der Gelflinge gerechnet, doch hier kommt es ganz anders. So wurde die für mich wohl größte Frage, wie man an einen Film anknüpfen will, der einem Prequel ein so schreckliches Ende quasi vorgibt. Diese Problematik wurde nun in eine zweite Staffel verschoben, die nach aktuellem Stand aber die letzte sein und den Bogen endgültig zum Film schlagen soll. Ich kann nur sagen, dass ich mich unglaublich darauf freue, mich hat schon lange keine Serie mehr so begeistern können und die für eine zweite Staffel gestellten Weichen bieten noch viel Potential für eine weiterhin fesselnde Handlung.

Selten kommt es vor, dass man sich nach so langer Zeit an eine Weiterführung eines Kultfilms macht und so ins Schwarze trifft. Für mich ganz klar die beste Serie des Jahres und auch eine Empfehlung an alle, die nicht wie ich schon den Film geliebt haben.

Fazit

Die Serie zeigt auf wirklich eindrucksvolle Art, dass man mit den richtigen Machern einem fast 40 Jahre alten Meisterwerk nicht nur Tribut zollen kann, sondern auch 2019 mit Puppen eine wirklich tolle Fantasy-Geschichte für Erwachsene inszenieren kann.

Bildergalerie


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Ein Kommentar

  1. Einfach ein großartiges Seherlebnis – ein Wunder, dass diese Serie zustandegekommen ist! Ich war auch überrascht, wie sehr die Serie die Welt des Films erweitert, damit hatte ich gar nicht gerechnet. Ein fantastischer Mix aus alter Puppentechnik und CGI mit einer einmaligen, vor Kreativität strotzenden Welt, tollen neuen Figuren, einem unfassbar schönen Soundtrack und einer fesselnden Geschichte. Besser hätte man eine Serie zum Film wohl nicht machen können. Etwas Vergleichbares gibt es in der Serienwelt nicht (vielleicht könnte man noch die dritte „Twin Peaks“-Staffel als ebenso einzigartig und für mich besonders nennen). Ich freue mich sehr auf die zweite Staffel!

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