„Tolkien“ – Nicht mal für „Herr der Ringe“-Fans interessant!

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Warum gab es über J.R.R. Tolkien, den Autor von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“, der rund um diesen Meisterwerke eine komplette Welt mit Jahrtausenden Geschichte, genauer Geografie und eigenen Sprachen entwickelte, eigentlich vorher noch nie ein Biopic? Das ist nach diesem Film absolut klar: Außer seiner schriftstellerischen Leistung war er ein absolut langweiliger Mensch, der eigentlich auch nichts Besonderes erlebte. „Tolkien“ versucht nun auf mitunter recht plumpe Art, eine Liebesgeschichte und Tolkiens Erfahrungen mit Studienfreunden und im Ersten Weltkrieg so zusammenzubasteln, dass ein Bezug zu seinem Werk deutlich wird. Letztendlich ist es aber nicht spannend, wie es das Sprachgenie auf Umwegen doch noch in die richtigen Kurse schafft, seine Freunde bieten wenig Parallelen zu seinen berühmtesten „Gefährten“ und wenn er in den Kriegsgräben in Frankreich statt Flammenwerfern plötzlich Drachen sieht, ist das leider sehr weit hergeholt. Für echte Tolkien-Fans vielleicht interessant, aber wer glaubt, nach diesem Film etwas Neues über Gandalf, Frodo und Bilbo gelernt zu haben, der wird bitter enttäuscht werden.

Inhalt

Als John Ronald Reuel Tolkien (Nicholas Hoult) Ende des 19. Jahrhunderts in Oxford studiert, ist er zunächst ein Außenseiter. Doch bald verbindet ihn eine enge Freunschaft mit seinen Studienfreunden Geoffrey (Anthony Boyle), Robert (Patrick Gibson), Christopher (Tom Glynn-Carney) und Sam (Craig Roberts). Als jedoch der Erste Weltkrieg ausbricht, wird Tolkien nicht nur aus seinem Sprachenstudium gerissen, er wird auch von seinen Freunden getrennt und verliert immer mehr die Hoffnung, seine große Liebe Edith Bratt (Lily Collins) doch noch zu erobern.

Review

Tolkien war ein Genie, wenn es um Sprache ging. Eine nahezu unerschöpfliche Fantasie hatte er auch. Diese Komponenten stellten dann auch das Fundament für die Erschaffung von Mittelerde und den dort stattfinden Geschichten dar, doch was soll ein Film da zeigen? Ich habe in letzter Zeit so viele Biopics gesehen, da hat mich das von einem der für mich wichtigsten Autoren schon gereizt, doch im Gegensatz zu Filmen wie „Astrid“ hat mich dieser kein Stück weitergebracht. Natürlich erfährt man ein paar Dinge über Tolkiens Jugend und es gibt sicher auch den ein oder anderen Moment, den man mit dem „Herrn der Ringe“ verknüpfen kann, aber eben nicht genug, um diesen Film zu rechtfertigen. Vor allem, wenn die Macher versuchen, diese minimalen Verbindungen mit Fantasy-Elementen aufzubauschen, wird der Film langsam lächerlich. Letztendlich sticht bei Tolkien nur seine Begabung aus der Masse heraus, die Erlebnisse sind da eher belanglos und kaum originell. Ich bin kein Fan der Tolkien-Erben und ihrer ständigen Kritik, aber dass sie sich ganz klar nicht als an diesem Film beteiligt darstellen, kann ich absolut verstehen.

Fazit

„Der Herr der Ringe“ ist ein Meisterwerk, aber wenn im Leben des Autors nicht wirklich etwas Spannendes passiert ist und die wenigen interessanten Begebenheiten auch kaum Bezug zu seinem Werk haben, muss man sich fragen, ob ein Biopic dann überhaupt Sinn macht!

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