„Nightflyers“ – Wirre Science-fiction von George R.R. Martin!

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So langsam naht das Ende von „Game of Thrones“ und während man schon an Spin-Offs zur Erfolgsfantasy arbeitet, dachte man sich, man könnte doch auch im alten Fundus von Autor George R.R. Martin nach etwas Brauchbarem suchen. Doch die alte SciFi-Novelle „Nightflyers“, die schon in den 80ern in einen völlig überflüssigen Film verwandelt wurde, kann auch in der völlig überreizten Serienform nicht so richtig überzogen. Die Serie hat auf jeden Fall ihre Momente, aber insgesamt kommt sie doch so übertrieben und sinnfrei daher, dass auch die mitunter aufblitzenden optischen Highlights, abgedrehten Twists und schauspielerischen Leistungen die Serie nicht aus dem inhaltlichen Chaos retten können. Wäre es doch wenigstens eine abgeschlossene Staffel geworden, aber so endet der unbefriedigende Ausflug ins All noch unbefriedigender.

Inhalt

Fast 100 Jahre in der Zukunft ist die Erde dem Untergang geweiht, doch man erhofft sich Unterstützung von einer außerirdischen Intelligenz und macht sich mit dem Raumschiff „Nightflyer“ auf den Weg zu einem ersten Kontakt. Während die Wissenschaftler Karl D’Branin (Eoin Macken) und Dr. Agatha Matheson (Gretchen Mol) von ihrer Vergangenheit verfolgt werden, der Kapitän Roy Eris (David Ajala) allen nur als Projektion gegenüber tritt, die Technikerin Lommie (Maya Eshet) sich regelmäßig in das Gehirn der Raumschiffes einklinkt, sind auch Biologe Rowan (Angus Sampson) und die bionisch überarbeitete Melantha Jhirl (Jodie Turner-Smith) eher spezielle Charaktere. Doch die größte Gefahr geht vom Telepathen Thale (Sam Strike) aus, der aber dringend als Vermittler zu den Außerirdischen benötigt wird. Doch dann passieren immer mehr verrückte Dinge auf dem Schiff und es wird immer unwahrscheinlicher, dass die Crew scheint den Kontaktpunkt überhaupt lebendig erreicht.

Review

Die Serie startet gleich mit einem krassen Moment recht nah am Ende der Handlung der ersten Staffel und weckt so die Spannung, was man da eigentlich gesehen hat, ob es wirklich dazu kommen wird und warum? Dann wird die Serie immer weiter mit auf den ersten Blick interessanten Aspekten angefüllt, die sich aber irgendwann alle so überlagern, dass man keinen wirklichen roten Faden mehr erkennen kann. Die Anleihen bei „2001“, „Alien“ oder vor allem „Event Horizon“ können dann auch kaum noch als Hommage umgedeutet werden, irgendwie hat man das alles irgendwo schon mal besser gesehen.

Dabei hätte die Serie durchaus Potential gehabt, einige Ideen sind echt cool, allen voran Maya Eshet kann schauspielerisch echt ein paar geniale Momente beisteuern und auch die brutale, schonungslose Darstellung in vielen Momenten hätte als echt gruseliger Science-fiction-Horror funktionieren können. Doch die Serie will einfach zu viel und macht in dem Wirrwarr irgendwann nichts mehr richtig. Man weiß nicht mehr, worum es eigentlich geht, hinter wem man überhaupt noch steht oder wie man sich den Fortgang der Handlung überhaupt wünschen würde. Wenn man dann am Ende der Staffel realisiert, dass sie tatsächlich nur ein Anfang gewesen sein soll und man zurückbleibt mit noch mehr ungeklärten Fragen, auf die einen die Antwort aber irgendwie gar nicht mehr interessiert, dann ist wohl irgendwas schief gelaufen.

Wer hier also „Games of Thrones in Space“ erwartet, der sollte gewarnt sein, dass eine Verbindung zu den Abenteuern in Westeros hier in keiner Form zu spüren ist. Wer „Event Horizon“ mocht, kommt hier immerhin ein wenig auf seine Kosten, wird aber auch nicht am Ende laut nach mehr schreien.

Fazit

Auch ein paar abgedrehte Ideen und zahlreiche Anleihen aus dem SciFi-Universum sorgen nicht dafür, dass dieses alte Werk von George R.R. Martin in seiner Serienform wirklich die Kurve kriegt und schon gar nichts mit „Game of Thrones“ gemeinsam hat.

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