„The Mist“ – Mittelmäßige Serienversion von Stephen Kings Nebelhorror

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Nein, „Der Nebel“ hat auch hier nichts mit John Carpenters Horrorstreifen „The Fog“ zu tun, die Serie basiert auf einer Geschichte von Stephen King wie schon die Kinoversion von 2008 mit Thomas Jane. Diese setzte bei dem mysterösen Nebelhorror auf fiese Rieseninsekten und Tentakelmonster, funktionierte vor allem in der schwarz-weißen Version und hatte wohl eines der fiesesten Filmenden überhaupt. Hier gibt es statt Monstern eher Konfrontationen mit der Vergangenheit der Charaktere, der Nebel scheint entweder ein militärisches Experiment und die Rache von Mutter Natur zu sein, je nachdem, welchem Charakter man glauben mag. Das ist zwar mitunter einigermaßen spannend, trotzdem bleibt die erste Staffel nur Massenware, die weit hinter der Kinoversion zurück bleibt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man sich wirklich mit keinem Charakter richtig identifizieren kann.

Inhalt

Ein seltsamer Nebel erreicht die Kleinstadt Bridgeville und ist so dicht, dass schnell keiner mehr weiter als einen Meter schauen kann. Doch dann sterben auf einmal die ersten Menschen auf sehr brutale und mysteriöse Weise im Nebel. Die Überlebenden verschanzen sich in Gebäuden wie dem Einkaufszentrum. Schnell zeigt sich eine andere bedrohende Gefahr, denn in der Kleinstadt gibt es eine Menge Konflikte zwischen seinen Bewohnern, die in dieser Extremsituation das Überleben zusätzlich erschweren. In diesem Chaos versucht Kevin Copeland (Morgan Spector) zusammen mit Adrian (Russell Posner), einem Freund seiner Tochter Alex (Gus Birney), zu eben dieser und seiner Frau Eve (Eve Copeland) zu kommen, die sich auch im Einkaufszentrum aufhielten, als der Nebel kam. Alex hat noch damit zu kämpfen, dass sie auf einer Party bewusstlos vergewaltigt wurde und dass ihr Freund Jay (Luke Cosgrove), der die Tat begangen haben soll, auch dort ist, macht es nicht einfacher. In der Kirche hingegen entbrennt ein Konflikt zwischen dem Pfarrer Romanov (Dan Butler) und der älteren Nathalie (Frances Conroy), die den Nebel nicht als göttliche Strafe sondern als gütige Reinigung von Mutter Natur ansieht und immer mehr Zustimmung erhält.

Review

Man könnte meinen, dass die neue Adaption der Vorlage von Stephen King einen interessanten Weg geht, indem sie nicht auf Monsterhorror, sondern mehr auf Psychoterror und Verschwörungen setzt, aber wenn man den Kinofilm kennt, hätte man sich doch ein wenig mehr Monsteraction gewünscht. So folgt man nun zahlreichen Charakteren, die alle mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben und von denen wirklich keiner ein Sympathieträger ist oder wenigstens bleibt. Das ist natürlich wenig vorteilhaft, wenn es einem nicht egal sein soll, wen der Nebel holt und wen nicht. Natürlich kann man beim Versuch der Familienzusammenführung mitfiebern, aber auch da hat man die Tochter und vor allem die Mutter schon nach kurzer Zeit satt. Auch der Konflikt zwischen dem Geistlichen und der Naturanbeterin bietet ein paar sehr spannenden Momente, doch auch der Konflikt wird zu schnell aufgelöst und danach so bescheuert fortgesetzt, dass auch dieser Handlungsstrang bald eher nervt als fesselt. Dann gibt es noch das Militär, das irgendwie in die Sache verwickelt zu sein scheint und Überlebenskämpfe im Supermarkt, alles hat man aber irgendwie schon mal besser gesehen.

Optisch merkt man, dass man sich Mühe geben wollte, das Budget aber eben nicht so viel hergeben wollte. So sorgt der übermäßige Einsatz von Nebelmaschinen hier und da für ein paar Gruselmomente, die tatsächlich gezeigten Tode sind aufgrund mittelmäßiger Effekte eher weniger schockierend.

Die Serie lässt genug Fragen zurück, um eine zweite Staffel zu rechtfertigen, sollte dieser aber nicht mehr fesseln, ist es dann hoffentlich die letzte. Wieder mal muss man feststellen, dass die Umsetzungen der King-Vorlagen nicht immer gelingen, nach einem Geniestreich wie „Der Anschlag“ kommt dann doch wieder Massenware wie „Under The Dome“. Bleibt abzuwarten, was die kürzlich angelaufene Serie „Mr. Mercedes“ und die geplante Serie „Castle Rock“ zu bieten haben, die ebenfalls auf Stephen Kings Vorlagen basieren.

Fazit

Mittelmäßige Charakter, dargestellt von mittelmäßigen Schauspielern, kämpfen sich durch eine mittelmäßige Horrorhandlung. Das macht „The Mist“ leider auch nur zu einer mittelmäßigen Serie, die aus der Vorlage von Stephen King noch weniger herausholt als der Kinofilm von 2008. Außer ein paar gruseligen Momenten hat „The Mist“ nicht viel zu bieten, eine zweite Staffel ist trotzdem geplant.

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