“The Boys” – Fieser, frischer Wind im Superhelden-Overkill!

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Noch nie waren Superheldenfilme und Comicverfilmungen so über die Maßen in TV in Kino präsent wie aktuell. Als ich vor Jahren mal den ersten Comic von “The Boys” in den Händen hielt, war ich wohl noch nicht bereit dafür, denn die erste Staffel der Serie von Amazon Prime hat mich wirklich unglaublich gut unterhalten. Denn diese ganz spezielle Herangehensweise an das Superheldenthema ist nicht nur deshalb so genial, weil die Helden hier eher große Arschlöcher sind, denen sich ein Trupp Versager in den Weg stellt, sondern die Gesellschaftskritik, die die Serie mit sich bringt. Die provokanten Anspielungen auf Marvel, DC und Disney kommen nicht von ungefähr, “The Boys” zeigt bewusst eine Welt, in der ein Konzern mit Superhelden in der Lage ist, die Welt in jeder Hinsicht zu dominieren, die Helden sind hier nicht nur Vorzeigeretter, sondern auch Filmstars, Marketingobjekte und auf dem besten Weg, auch Militär und Politik maßgeblich zu beeinflussen. Da diese göttengleichen Wesen hinter ihrer Fassade allerdings echte Arschlöcher sind, braucht es unbedingt ein paar aufrechte Bürger, die der Gefahr für Freiheit und Gesellschaft ohne Rücksicht entgegen tritt. Originell ist dabei auch, dass diese nicht aus gegnerischen Superhelden bestehen, sondern aus einem Trupp echter Versager. Kombiniert mit großartigen Sprüchen, einzigartig überzogener Gewalt und zahlreichen verrückten Ideen ist Amazon Prime ein echter Geniestreich gewonnen, der jetzt schon die Vorfreude auf die nächste Staffel weckt. Weiterlesen

“How To Sell Drugs Online (Fast)” – Bjarne dealt mit Drogen!

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Bjarne Mädel ist in der neuen deutschen Serie von Netflix zwar nur Nebendarsteller, aber in seinen Szenen stielt er mal wieder allen die Show und zeigt, dass er auch aus einem knallharten Drogendealer einen ganz speziellen Charakter machen kann. Ansonsten überzeugt die Serie über einen Computernerd, der im Internet Drogen verkauft, und die auf wahren Begebenheiten beruht, mit witzigen Einfällen. Besonders gelungen ist die Art und Weise, wie die zentralen Themen “Internet” und “Soziale Medien” optisch aufbereitet und in die Handlung mit einbezogen werden. Ansonsten ist das ganze Schulszenario und vor allem die mitunter sehr zum Fremdschämen anregendenen Aktionen des Hauptcharakters teilweise etwas anstrengend, aber insgesamt wird man gut unterhalten. Da die erste Staffel nur 6 halbstündige Folgen umfasst, hat man auch schnell alles gesehen. Für eine zweite Staffel reicht es auf jeden Fall noch, zumal die wahre Geschichte noch einiges zu bieten hat. Danach dürfte die Serie aber ausgedealt haben. Weiterlesen

“Brexit – The Uncivil War” – Hinter dem Referendum!

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Bei Benedict Cumberbatch ist es tatsächlich egal, welche Rolle er verkörpert, er überzeugt bei Serien wie “Sherlock” genauso wie bei großen Film-Franchises wie als “Doctor Strange” im MCU oder in “Star Trek”. So auch in diesem Fall! Wenn er als halbglatziger Stratege Dominic Cummings beim britischen Referendum zum EU-Austritt 2016 die “Vote Leave”-Kampagne mit sehr fragwürdigen Mitteln zum Sieg führt, dann ist das einfach nur genial. Doch der Film ist nicht nur inhaltlich sehr interessant, er ist auch gut inszeniert. Und er bietet einen gruseligen Einblick in den Einfluss der sozialen Medien auf die Meinung der Weltbevölkerung und die Politik! Weiterlesen

“Ready Player One” – Spielbergs bunte Nerd-Nostalgie-Effekt-Orgie!

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Steven Spielberg ist sicher einer der bedeutendsten Regisseure der 80er und hat nicht zuletzt die Popkultur ins Kino gebracht. Nachdem seine letzten Blockbuster “Indiana Jones 4” sowie “Tim und Struppi” in keiner Form an seine kultigen Erfolge aus den 80ern anknüpfen konnten, konzentrierte sich der Regisseur mehr auf historisch und politisch motivierte Filme wie “Lincoln”, “Bridge of Spies” und zuletzt “Die Verlegerin”, eine Rückkehr zu seiner alten Qualität schien unwahrscheinlich. Mit “Ready Player One” kehrt Spielberg jetzt allerdings nicht nur mit lautem Knall in die Welt des Popcornkinos zurück, er verfilmte dafür zudem eine Romanvorlage, die sich zentral eben genau um die Popkultur der 80er dreht. Während ich am Anfang noch skeptisch war, ob mich der größtenteils animierte Film tatsächlich seinen Bann ziehen würde, war ich bald voll drin in der wilden Achterbahnfahrt. Denn “Ready Player One” bietet nicht nur das gute alte “Jugendliche und Bösewichte auf rasanter Schatzjagd”-Thema, der Film ist dermaßen voll von Anspielungen auf die Film-, Musik- und Computerspielwelt der 80er, dass man sicher noch beim dritten Mal neue Anspielungen und Charaktere erkennen würde. Endlich mal wieder gelungenes Spielberg-Popcornkino! Weiterlesen

“Gladbeck” – Erschreckend realistische Umsetzung!

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Es gibt Kriminalfälle, die Spuren hinterlassen und sich ins Gedächtnis einbrennen. Ich war damals 1988 fast elf Jahre alt, als Rösner und Degowski die Deutsche Bank in Gladbeck überfielen und danach eine der absurdesten Geiselnahmen in der deutschen Geschichte durchführten. 30 Jahre später widmet man sich nun in einem TV-Zweiteiler, der unlängst auch schon auf DVD und Blu-ray erschienen ist, den bis heute unglaublichen Ereignissen. Gerade, wenn man sich im Anschluss die zugehörige Dokumentation anschaut, wird einem nicht nur klar, wie detailgetreu und minutiös recherchiert die Filmemacher ans Werk gegangen sind, es wird einem außerdem auf erschreckende Weise vor Augen geführt, wie chaotisch und fehlerhaft die Polizei damals vorging und warum die schreckliche Ereignisse gar nicht so weit hätten gehen müssen. Ebenso zeigt der Film die absolut verantwortlunglose Vorgehensweise der Presse, die den Entführern ein öffentliches Forum boten und gleichzeitig die Geiseln mehrfach in Gefahr brachten.. Weiterlesen

“Black Mirror” – Beeindruckende Sammlung dystopischer Kurzfilme!

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Mit “Black Mirror” folgt eine weitere wirklich sehenswerte Serie, deren vierte Staffel gerade herausgekommen ist. Interessant an der Sammlung dystopischer Geschichte ist, dass die inzwischen 19 Folgen weder zusammenhängend noch chronologisch daher kommen, jede Folge funktioniert wie ein eigenständiger Film. Was die Serie so großartig macht, ist die Erzählweise der völlig unterschiedlichen Episoden. Fast immer folgt man dem Schicksal von einer oder mehrerer Personen durch eine schwere Lebensphase mit der Hoffnung, dass Ihnen eine neuartige Technlogie helfen könnte, sich aber oft eher als Fluch entpuppt. Die Erzählweise ist eher düster, der Stil immer zwischen Drama und Science-fiction. Beeindruckenderweise schafft es aber fast jede Folge, einen immer wieder zu überraschen und die Sicht auf die Dinge und die Personen mitunter vollständig umzukrempeln. Hier wird versucht Kinder per Chip zu überwachen, mit dem künstlichen Abbild eines Verstorbenen zu telefonieren oder sich dessen Bewusstsein in seinen Kopf zu übertragen, in einer von Likes bestimmten Gesellschaft zu überleben oder den brutalen Anweisungen von Cyberkriminellen zu folgen. Jede Geschichte ist interessant und brilliant und erschreckenderweise erstaunlich nah an der Realität. Weiterlesen

“Game of Thrones” – Was stimmt da nicht in Westeros?

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90% aller Abonnenten vom HBO schauten das Finale der siebten Staffel der Fantasyserie “Game of Thrones”. Neben allen Websites, die auch nur entfernt mit Serien und Filmen zu tun haben, berichten inzwischen wirklich alle großen deutschen Zeitungen online über jede Folge und jedes potentielle Mysterium, um über die Ereignisse, die Intrigen, die Personen und die noch zu lüftenden Geheimnisse zu diskutieren und alles zu analysieren. Denn fast die ganze Welt besteht jetzt aus “Game of Thrones”-Experten. Das kann für die ursprünglichen Fans, die schon vor der Serie die Bücher liebten, mit deren Stil die neuen Staffeln immer weniger zu tun haben, ganz schön nervig sein. Ich gehöre dazu und kann so langsam sogar verstehen, warum man auf die fehlenden Bücher von George R. R. Martin vielleicht ewig warten muss. Weiterlesen

“Gone Girl” – Thrillige Ehemetapher mit Medienkritik

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David Fincher liefert mit “Gone Girl” erneut einen gelungenen Thriller ab, der trotz stolzer Laufzeit von 2,5 Stunden niemals langweilig wird. Dabei wird die Spannung nur durch die Geschichte aufrechterhalten und nicht durch Action. Doch trotz der guten schauspielerischen Leistungen wirkt der Film am Ende nicht ganz rund: Man hat z. T. das Gefühl, dass die Buchadaption von Gillian Flynn, die auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat, viele Themen anspricht, aber keines wirklich im Fokus steht und von denen sich die meisten zum Schluss verloren haben. Die psychologische Ausgefeiltheit der Figuren hinkt irgendwann leider den übergeordneten Ebenen des Geschehens hinterher. Dennoch ist der Film durchaus sehenswert! Weiterlesen