„Brexit – The Uncivil War“ – Hinter dem Referendum!

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Bei Benedict Cumberbatch ist es tatsächlich egal, welche Rolle er verkörpert, er überzeugt bei Serien wie „Sherlock“ genauso wie bei großen Film-Franchises wie als „Doctor Strange“ im MCU oder in „Star Trek“. So auch in diesem Fall! Wenn er als halbglatziger Stratege Dominic Cummings beim britischen Referendum zum EU-Austritt 2016 die „Vote Leave“-Kampagne mit sehr fragwürdigen Mitteln zum Sieg führt, dann ist das einfach nur genial. Doch der Film ist nicht nur inhaltlich sehr interessant, er ist auch gut inszeniert. Und er bietet einen gruseligen Einblick in den Einfluss der sozialen Medien auf die Meinung der Weltbevölkerung und die Politik!

Inhalt

2016 soll das britische Volk in einem Referendum über den Verbleib in der EU entscheiden. Die EU-Gegner engagieren den Strategen Dominic Cummings (Benedict Cumberbatch) für die „Vote Leave“-Kampagne. Der macht sich schnell auch in den eigenen Reihen viele Feinde, doch schnell wird klar, dass er das uninformierte Volk auf dem richtigen Fuß erwischt. Dabei greift er nicht nur auf populistische Halbwahrheiten und schmissige Slogans zurück, er erkennt, dass man vor allem die sozialen Medien nutzen kann, um den Briten mit mitunter sehr fragwürdigen Kampagnen die eigene Meinung anzueignen.

Review

Auch drei Jahre nach dem Referendum ist die britische Austritt aus der EU immer noch reelles Drama, doch wie es damals dazu kommen konnte, wissen die wenigsten. „Brexit“ gewährt jetzt einen interessanten Einblick in die Kampagnen von 2016 und vorrangig auf die Arbeit von Dominic Cummings, der fast im Alleingang die EU-Gegner zum Sieg führte und trotzdem bis heute kaum damit in Verbindung gebracht wird. Dass viele Briten erst nach dem Referendum überhaupt erst recherchierten, was sie da eigentlich entschieden hatten, zeigt auf schockierende Weise, wie einfach es möglich ist, ein uninformiertes Volk mit emotionalen Botschaften zu überzeugen, ohne sich mit der Wahrheit beschäftigen zu müssen. Wenn man bedenkt, dass die gleiche Computerfirma, die hier zum ersten Mal die Macht der sozialen Medien zu politischen Zwecken missbrauchte, später auch für den Wahlkampf von Donald Trump zuständig war, bekommt die Botschaft des Films einen noch übleren Beigeschmack. Mir ist vor allem im Kopf geblieben, dass auf die Frage, warum die Gegner eigentlich nicht gegen die Falschmeldungen und fragwürdigen Kampagnen vorgegangen sind, die Antwort lautete, dass die Kampagnen aufgrund des eigenen Interessenkreises bei denen überhaupt nicht angezeigt wurden.

Dass der Film es trotz des bekannten Ausgangs schafft, seine Geschichte spannend, überraschend und abwechslungsreich zu erzählen, ist natürlich auch ein Verdienst von Benedict Cumberbatch, der diesen Film fast alleine trägt und mal wieder zeigt, was für ein begnadeter Schauspieler er ist.

Für jeden, der politisch interessiert ist, sollte dieser Film Pflichtprogramm sein. Er hat es zwar nicht ins Kino geschafft, ist aber seit Anfang April im Handel auf DVD erhältlich.

Fazit

Geniales wie beunruhigendes Drama über die Methoden der „Vote Leave“-Kampagne beim britischen EU-Referendum 2016, mit einem großartigen Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle!

Bildergalerie


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