„Elegy oder die Kunst zu lieben“ – Nette Thematik

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„Elegy“ ist eine Verfilmung des Erfolgsromans „Das sterbende Tier“ von Philip Roth. Der Film thematisiert die Angst vor dem Alter, Liebe und Lust und wartet mit hochkarätiger Besetzung auf, allen voran Ben Kingsley. Der Titel ist dabei absolut treffend: Wie ein Trauerlied ist der Film melancholisch und trist. Doch leider ist auch der deutsche Titelzusatz sehr treffend; der Film ist teilweise doch ein wenig zu rührselig und verfällt in einige Klischees. Die zum Teil nur angedeuteten Themen und das, was zwischen den Zeilen steht, ist allerdings ein guter Ansatz.

Inhaltlich dreht sich der Film um einen kultivierten Professor jenseits der 60, welcher seine Unabhängigkeit zeitlebens genossen hat und gerne mit seinen Studentinnen Affären hat. Doch als er die bildschöne Studentin Consuela kennen lernt, verfällt er ihrer Schönheit und beginnt zu überlegen, ob er nicht in seinem Leben etwas versäumt habe. Er fragt sich, ob eine ernsthafte Beziehung zu einer jüngeren Frau eine realistische Zukunft hätte oder nicht, da aus der Beziehung der beiden mehr als nur eine Liebesnacht wird…

Obwohl von einer Regisseurin, ist der Film wie das Buch auch aus männlicher Sicht dargestellt, womit ich allerdings weniger die freizügigen Auftritte von Penélope Cruz meine. Teilweise grenzwertig machohafte Sprüche werden allerdings relativiert; wirklich provokant ist der Film nicht. Da ich das Buch nicht kenne, kann ich zur Adaption leider nichts sagen, allerdings soll das Buch deutlich anstößiger sein und mehr Themen aufgreifen, die im Film lediglich einen Seitenhieb bekommen. Ersteres klingt für mich allerdings ein wenig nach Groschenroman.

Die Besetzung ist vortrefflich, Ben Kingsley kann einmal wieder zeigen, dass er ein guter Schauspieler ist und auch Penélope Cruz spielt die traurige Schönheit überzeugend. Besonders gut tut Dennis Hopper als Kingsleys Macho-Freund, der dem ansonsten sehr langsamen und tragischen Film ein wenig Leben gibt; Ähnliches gilt für die Auftritte von Patricia Clarkson. Und diese eher bedächtige, rührselige, konventionelle Darstellung der Liebesgeschichte, konstant mit Klaviermusik untermalt, ist ein wenig das Problem des Films. Diese Theatralik lässt den Film ein wenig unrealistisch und kitschig wirken. Die Visualisierung voller Bildmetaphern ist dabei recht gut gemacht, wobei mir die Wackelkamera teilweise nicht so gut gefiel.

Dennoch kann man sich den Film ansehen, die Themen, egal wie gut umgesetzt, sind schließlich recht interessant: die Vergänglichkeit der Schönheit, der Unterschied zwischen Liebe und Leidenschaft, Einsamkeit und Unabhängigkeit, Lebensplanung, Leben und Tod oder die Wahrnehmung innerer und äußerer Schönheit.

Dass vieles nicht ausgesprochen wird, ist teilweise ganz gut, an anderen Stellen kann man dadurch die Motivationen der Hauptpersonen allerdings nicht recht verstehen.

Spoiler zeigen

Alles in allem ist dies sicherlich kein Meilenstein, dafür ist er auch schlicht und ergreifend ein zu sehr rührseliger Liebesfilm, der allerdings auch seine guten Momente hat, grandios gespielt ist und interessante Thematiken zumindest andeutet. Der Film ist mehr als eine Fantasie für ältere Männer, leidet aber an einer zu pathetischen Darstellung.

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