„Die Stiefbrüder“ – Aua, war der schlecht!

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   4,75 (12 Stimmen)
Loading...

Jede Woche veranstalten TOM und ich den „Mittwoch ohne Niveau“ und lassen uns von Filmen ohne großen Tiefgang und mit sehr plattem Humor unterhalten. Daher hat Will Ferrell auch einen großen Stellenwert bei uns. Als in der Lübecker Sneak Preview gestern leider nicht „WALL.E“ sondern „Die Stiefbrüder“ lief, hatten wir uns im ersten Moment noch auf einen „Montag ohne Niveau“ gefreut, doch was dann kam, war so schlecht, dass nicht mal wir unseren Verstand so weit drosseln konnten, um noch zu lachen.

Brennan (Will Ferrell) ist 39, wohnt noch bei seiner Mutter (Mary Steenburgen) und bekommt im Leben nichts gebacken, Dale (John C. Reilly) ist ebenfalls 40, wohnt noch bei seinem Vater (Richard Jenkins) und bekommt ebenfalls sein Leben nicht auf die Reihe. Als ihre Eltern heiraten und zusammen ziehen, müssen sich die Stiefbrüder ein Zimmer teilen. Aus anfänglichen Kämpfen wird bald eine große Freundschaft, schließlich sind sie sich so ähnlich. Doch dann kommt es zum Familienkrach und alle gehen ihrer Wege…

Dieser Film basiert nur auf dem einzigen Witz „Zwei Männer benehmen sich wie Kinder“. Da dieser schon nach kurzer Zeit nicht mehr lustig ist, aber in tausend Formen neu dargeboten wird, hat man sich noch einige Szenen von so unterirdischem Niveau einfallen lassen, die auch das letzte Stück Humor elendigst aus dem Film vertreiben. Niemand will einen Hodensack auf einem Schlagzeug sehen oder eine Großaufnahme, wie jemand weiße Hundescheiße fressen muss. Setzt man diese Niveaulosigkeit nicht in Szene, kommt sie trotzdem noch geballt verbal daher. Das ist nicht mehr lustig, das ist nur noch peinlich!

Will Ferrell hatte schon immer einen recht derben Humor, aber der funktionierte immer gut, wenn er als Nebencharakter auftrat wie in „Zoolander“, „Starsky & Hutch“, „Die Hochzeits-Crasher“ oder „The Producers“. Hauptrollen wie bei „Ricky Bobby“ oder „Anchorman“ waren nie so von Erfolg gekröhnt. Mit seiner Rolle in „Schräger als Fiktion“ konnte sich Ferrell ja sogar etwas von seinem Klamaukimage entfernen, aber wenn man bedenkt, dass er bei diesem Film auch maßgeblich am Drehbuch beteiligt war, sinkt er dann doch auch bei bisherigen Fans ganz schön in der Achtung.

Für mich hat die Sneak Preview durch diesen Film erstmal einen Knacks weg. Nicht alleine wegen der Auswahl, sondern wegen des Publikums, dass bei jeder Entgleisung des Films oder bei der ständigen Verwendung der Worte „Penis“ oder „Vagina“ so brüllend lachen musste, dass ich echt nur noch den Saal verlassen wollte. Ich hatte erwartet, dass Besucher der Sneak Preview auf besondere Filme stehen, aber offensichtlich war dieser für uns eindeutige Tiefpunkt eines tollen Sneak Jahres für die anderen Besucher ein großes Highlight. Sollten die Zuschauer nach diesem Film auch noch gute Kritiken abgegeben haben, sehe ich schwarz für die Zukunft der Sneak. Sollten tolle Independent-Filme, die ich sonst vermutlich verpasst hätte, in Zukunft peinlichen Komödien weichen, werde ich die Sneak wohl nicht wieder besuchen.

Und ich möchte noch einmal betonen, dass ich kein Spießer bin und mich auch bei einer Komödie fallen lassen und über sehr stumpfsinnigen Humor freuen kann, aber die Komödien von heute bringen wirklich nur noch Humor mit der Brechstange, originelle Witze und böser, schwarzer Humor sind anscheinend out. Schade…

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


Verwandte Artikel

5 Kommentare

  1. Ein absoluter Tiefpunkt der Sneaks dieses Jahr. Ich kann generell nichts mit den typischen amerikanischen Komödien anfangen, da diese meist nur auf Zoten und Fäkalhumor bauen und nur wenige lustige Szenen haben (wie hier die Singerei in der Autofahrt). Während Ben Stiller und Jack Black ja noch ganz sympathisch sein können (und ja auch nicht nur diesen niveaulosen Blödelkram machen), kann ich Will Ferrell absolut nicht ab, ist er nun wirklich das Platteste, was Hollywood zu bieten hat. Aber jo, der Film war wirklich vermutlich auch noch einer der Schlechtesten der schlechten Ammi-Zoten-Aneinanderreihungen, die es gibt; mindestens genauso furchtbar wie „Der Glücksbringer“. Erstaunlich, dass in diesem Film nicht dauernd nackte Brüste oder sonst irgendwie halbnackte Frauen vorkamen. Diesen „Fehler“ werden die Macher das nächste Mal wohl nicht machen, ist das doch die primitivste und einfachste Art, ein stumpfsinniges Publikum anzulocken. Wenn die Sneak nun wieder vermehrt Komödien zeigt, werde ich auch nicht mehr hingehen. Meine ersten drei Sneak-Erlebnisse mit „Chuck und Larry“, „Ein Trautzeuge zum Verlieben“ und „Der Glücksbringer“ waren so schlecht, dass es lange gebraucht hat, bis ich mich da wieder hereingetraut habe. Und ich dachte, dass sie ihr Programm umgestellt haben und nicht mehr ganz so platten Kram zeigen („Die Girls von St. Trinian“ oder sowas war ja wenigstens nicht amerikanisch und konnte immerhin ab und zu noch unterhalten), aber „Die Stiefbrüder“ war wirklich das Schlechteste, was ich seit langem gesehen habe. Solche Hodensack- oder Hundehaufen-Lecken-Großaufnahmen waren schon in „American Pie“ oder „Verrückt nach Mary“ nicht lustig, aber in einem Film, der wirklich gar nichts hat und nur blöde und nervig ist, führt sowas nur unweigerlich dazu, dass man aus Prinzip nicht mehr in die Sneak will. Da ich weiß, was nächstes Mal läuft, werde ich wohl noch dorthingehen, aber das übernächste Mal sollte ich wohl aus Prinzip ausfallen lassen (selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, dass ein guter Film kommt, nach drei Komödien von vier Filmen doch eigentlich wieder höcher sein müsste)…

  2. Ich kann nur zustimmen!!!
    Dieser Film ist absolut unterirdisch, er hat absolut nichts lustiges. Hier wird alberner Müll an einander gereiht und unzählige male wiederholt. Die Szenen ziehen sich teilweise bis ins unendliche so das man nur noch einschlafen möchte!
    Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen das es solch ein Film ins Kino geschafft hat! Diese 8 € hätte ich auch verbrennen können!
    Von Will Ferrell habe ich zuletzt besseres gesehen. „Die Eisprinzen“ fand ich sehr gut. War zwar ein extrem überzogener Film aber auch gerade deshalb so gut!
    Da kann man nur hoffen…

  3. Oh mein GOTT !

    Es gibt echt Leute die keinen Geschmack haben ! Dieser Film war einer der besten 2008 ! Wer diesen Humor nicht versteht sollte sich solche Kommentare sparen !

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.