„Jack and the Giants“ – Gar nicht so schlecht!

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Der im Original weniger zaghaft betitelte „Jack the Giant Slayer“ basiert lose auf dem Kindermärchen „Hans und die Bohnenranke“ und überrascht als netter, kleiner Märchenfilm. Wer kein tiefgehendes Fantasyepos, sondern nur eine simple auf zwei Stunden gedehnte Kindergeschichte erwartet, bekommt genau das, was er will. Das lässt auch darüber hinwegsehen, dass der Film natürlich sehr vorhersehbar ist und die Figuren keine Spur von Ambivalenz zeigen.

Inhalt

Der Knecht Jack (Nicholas Hoult) gelangt zufällig in den Besitz magischer Bohnen, die zufällig zu gigantischen Ranken in den Himmel wachsen. Dort befindet sich die Riesenwelt und Jack macht sich mit einem Trupp Leute (Ewan McGregor, Stanley Tucci) auf Anweisung des Königs (Ian McShane) auf, die ins Riesenreich gelangte Prinzessin Isabella (Eleanor Tomlinson) von den Riesen zu befreien …

Rezension

Regisseur Bryan Singer ist zwar eher für stumpfes CGI-Spektakel wie „Superman Returns“ oder „X-Men 1 und 2“ bekannt, zu einem naiven Märchenszenario passt das aber ganz gut.

Obwohl man alle Schauspieler schonmal in Rollen gesehen hat, die mehr von ihnen verlangt haben als einen stereotypen Märchencharakter, ist die Darstellerriege nicht übel. Neben Größen wie Ewan McGregor, Ian McShane, Stanley Tucci und (als Stimme) Bill Nighy besetzen zwei unverbrauchte Namen die Hauptrollen, was dem Film gut tut. Titelfigur Nicholas Hoult („X-Men: First Class“) ist alleine schon deshalb sympathisch, weil er kein 08/15-Schönling ist. Auch die ebenfalls eher unbekannte Eleanor Tomlinson hat nicht viel zu tun, füllt ihre Rolle aber gut aus.

Überraschender Weise sind auch die visuellen Effekte alles andere als schlecht. Auch wenn sie meist stets als solche zu erkennen sind, wirkt der Film dennoch halbwegs authentisch und nicht so, als wäre er ausschließlich in der Bluescreenkammer gedreht worden. Die Ausstattung ist mir ein wenig zu glatt und unbenutzt gewesen und bedient sich vom Design her an unterschiedlichen Zeiten – Ewan McGregors Frisur scheint dann doch irgendwie fehl am Platz zu sein.

Auch wenn die Handlungen der Hauptfiguren moralisch mehr als fragwürdig erscheinen (Jack wirft einem Riesen einen Bienenstock ins Gesicht und als der dann aus dem Riesenreich tot zur Erde fällt, lachen alle) und die Riesen bis zum Schluss nur als böse Wesen, die man sich Untertan machen muss, auftreten, funktioniert der Film, da diese Einfachheit und Schwarzweißmalerei nunmal einem Märchen gleicht. Als solches fühlt sich der Zuschauer aber stets beteiligt, auch wenn der weitere Filmablauf schon nach den ersten 10 Minuten klar ist. Dankenswerter Weise verzichtet der Film auch fast komplett auf albernen Humor.

Fazit

Der Film ist durchaus ziemlich naiv und absolut geradlinig und vorhersehbar, will allerdings auch nur eine einfache, kindliche Märchengeschichte sein. Als solche funktioniert der Film nicht zuletzt aufgrund der Darsteller und der netten Effekte erstaunlich gut und macht Spaß zu sehen.

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