„T2: Trainspotting“ – Späte Fortsetzung des Klassikers mit Ewan McGregor

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Als Danny Boyle 1996 den Roman „Trainspotting“ von Irvine Welsh verfilmte, setzte er damit nicht nur den Grundstein für die Karriere von Ewan McGregor, er drehte auch einen genialsten Antidrogen-Filme, eine Achterbahnfahrt, einen Drogenrausch voller Höhepunkte und Abgründe, ein inhaltliches und auch optisches Meisterwerk. 20 Jahre später hat der Regisseur neben McGregor mit Ewen Bremner, Jonny Lee Miller und Robert Carlyle auch die anderen Stars für eine Fortsetzung gewinnen können. Diese kann sich erwartungsgemäß nicht mit dem ersten Teil messen, ist aber rund, spinnt die Handlung interessant fort und kann mit einer tollen Mischung aus amüsanten und bitteren Szenen überzeugen.

Inhalt

trainspotting2Vor 20 Jahren hatte Mark Renton (Ewan McGregor) nicht nur seine Heroinsucht, sondern auch seine Heimatstadt Edinburgh hinter sich gelassen, im Gepäck eine Menge Geld, die er und seine Freunde ergattert hatten, die gingen aber leer aus. Entsprechend schlecht sind sie auch auf ihn zu sprechen. Spud (Ewen Bremner) ist weiterhin abhängig und würde gerne seinem Leben ein Ende bereiten, Sick Boy (Jonny Lee Miller) gaunert und kokst sich durchs Leben und Begbie (Robert Carlyle) sitzt im Gefängnis. Nachdem Mark Spuds Selbstmordversuch vereitelt und mit Sick Boy ein paar Dinge ausheckt, nähern sich die drei wieder an. Doch Begbie bricht aus dem Knast aus und sinnt auf Rache, falls er Mark jemals wieder über den Weg laufen sollte.

Review

Der Monolog am Start von „Trainspotting“ gehört mit zu den großartigsten Szenen des Kinos der 90er, die Neuauflage dieses Monologs in der Mitte der Fortsetzung kann wie der ganze Film den Erstling nur bedingt erreichen. Aber das sollte man auch gar nicht erwarten. Danny Boyle hat bewusst den zehn Jahre später spielenden Fortsetzungsroman „Porno“ nicht verfilmt, sondern weitere zehn Jahre gewartet, sich bei dem zweiten Roman nur anteilig bedient und sich mit einer größtenteils eigenen Handlung an die Fortsetzung seines eigenen Klassikers gewagt.

Man sollte „T2: Trainspotting“ auch gar nicht am ersten Teil messen, sondern sich an den fertigen Darstellern und ihrer neuen Auseinandersetzung mit Gaunereien und Drogen erfreuen, die ihre Sache wirklich gut machen. Der Film ist dreckig und laut, voller donnernder Musik und bunter Bilder. Wir haben hier nicht den Drogenrausch, sondern den bitteren Tag danach, die Ausweglosigkeit und als letzte Option dann doch den Zusammenhalt, der einen immerhin ansatzweise aus dem Sumpf ziehen kann.

Entsprechend sollten Fans von „Trainspotting“ auf jeden Fall das Wiedersehen mit den alten Gesichtern verfolgen und sich durch die neue, verrückte Handlung jagen lassen.

Fazit

Die 20 Jahre nach dem ersten Teil spielende Fortsetzung macht Spaß und spinnt die Handlung gelungen weiter. Auch hier wechseln sich Humor und Melancholie fröhlich ab, wenn auch nicht so extrem wie im Erstling, mit dem sich „T2“ erwartungsgemäß nur bedingt messen kann. Insgesamt aber eine tolle Fortsetzung von einem wirklich unschlagbaren Filmklassiker.

Bildergalerie

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