„Pastewka“ – Die Comedy-Erfolgserie kehrt mit Staffel 8 zurück

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   6,33 (3 Stimmen)
Loading...

Über vier Jahre mussten die Fans auf eine weitere Staffel von Bastian Pastewkas Kultserie warten, jetzt hat Amazon Staffel 8 produziert und veröffentlicht. Während Pastewka zwischenzeitlich in „Morgen hör ich auf“ bereits zeigen konnte, der als mehr als den Quotenkasper drauf hat, kann er hier nur bedingt an die Qualität der alten Staffeln anknüpfen. Zu platt und angestaubt kommen die klischeebeladenen Gags daher, erst in der zweiten Hälfte macht der Serien-Pastewka mal eine Entwicklung durch, die die ganze Geschichte immerhin etwas voran bringt. Warum man dafür aber erst einen ständig nackten Pastewka, platte Schwulen- und FKK-Gags, Sexszenen und das peinlichste „Game of Thrones“-Fanverhalten durchhalten muss, wissen vermutlich nur die Macher. Unterm Strich macht das Wiedersehen mit dem ganzen alten Cast um Sonsee Neu, Matthias Matschke, Cristina do Rego, Sabine Vitua, Bettina Lamprecht und Dietrich Hollinderbäumer aber trotzdem genug Spaß, um den ein oder anderen Fehltritt zu verzeihen.

Inhalt

Vier Jahre hat Bastian Pastewka für Annette Frier in ihrer Serie die Quotentucke gespielt, jetzt will er aussteigen. Dass es gleichzeitig zu einer Trennung von Freundin Anne (Sonsee Neu) kommt, sein Bruder Hagen (Matthias Matschke) Bastians Hassobjekt Svenja Bruck (Bettina Lamprecht) heiraten und dazu auch noch schwängern will, seine Nicht Kim (Cristina do Rego) seine Unterstützung für ihre Musikkarriere fordert, sein Vater (Dietrich Hollinderbäumer) mit Patientenverfügungen wedelt und Bastians Agentin Regine (Sabine Vitua) nicht so viel von seinem Ausstieg hält, macht die Situation auch nicht besser. Bastian schnappt sich kurzerhand ein Wohnmobil und kehrt seinem alten Leben den Rücken. Doch sein neues Leben in Freiheit bietet genauso viele Fetnnäpfchen, nicht zuletzt, da Bastian mit Vollgas auf eine Midlife-Krise zurennt.

Review

Man merkt, dass Bastian Pastewka zeigen will, dass er nicht mehr derselbe ist. Ein paar Kilo weniger, längere Haare und viel nackte Haut erfinden seinen Charakter aber nicht neu. Müssen sie eigentlich auch gar nicht. Es hätte gereicht, wenn die Serie seine egoistische, arrogante Art so langsam mal ins Gegenteil verkehren würde. Das passiert immerhin endlich in Teilen, Anne scheint endlich von ihrem Freund befreit, Bastian denkt tatsächlich hier und da nicht an sich, aber keine Angst, er ist oft genug noch ein echtes Arschloch. Was genau hat mich dann eigentlich so gestört? Ich habe die alten Staffeln doch auch gemocht. Irgendwie waren mir die ersten Folgen einfach zu platt, „schwul“ wird plötzlich wieder als Schimpfwort benutzt, Nacktheit und Sex scheinen für Serienmacher heute unungänglich und es dauert einfach zu lange, bis eine wirkliche Charakterentwicklung einsetzt. Zudem fand ich es schade, dass das Serienlexikon Pastewka hier nicht wie zuvor mit wirklich originellem Wissen aus TV und Fernsehen prahlt, sondern stattdessen eine ganze Folge dem „Game of Thrones“-Hype widmen muss, der einem mal wieder vor Augen führt, wie sehr das intelligente Serienhighlights inzwischen zu einem solch peinlichen Massenphänomen verkommen ist. Auch das bahnbrechende Finale der dritten „Twin Peaks“-Staffel spielt eine Rolle, aber wird kaum gewürdigt. Viel von dem alten Serienfreak ist so nicht geblieben. Auch die Gastauftritte von Michael Kessler, Hugo Egon Balder, Anke Engelke, Annette Frier, Christoph Maria Herbst und Wotan Wilke Möhring sind nett, aber mehr leider auch nicht.

Aber wenn man ehrlich ist, dann werden Fans der Serie auch nicht enttäuscht sein. Die Serie hat genug gelungene Gags, sie ist größtenteils ihrem Stil treu geblieben und irgendwie ist es doch ein wenig wie ein Treffen mit guten, alten Freunden, wenn man die ganze Pastewka-Fernsehsippe endlich wieder mehr oder weniger vereint aufeinandertreffen sieht. Also wollen wir mal nicht so sein und Fans abschrecken. Staffel 8 von „Pastewka“ hat zwar genauso viel Höhepunkte wie Tiefpunkte, aber wer die alten Staffeln mochte, wird sich auch hier hier zu Hause fühlen.

Fazit

Vier lange Jahre mussten Fans auf eine achte Staffel von „Pastewka“ warten, diese greift zum einen zu tief in die Klischee-Klamaukkiste, bietet aber auf der anderen Seite eine sinnvolle Fortsetzung der Handlung und ein schönes Wiedersehen mit dem kompletten alten Cast. Für Fans sicher in Ordnung, als Neueinstieg leider zu platt.

Verwandte Artikel

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.