„Suburbicon“ – Matt Damon und die Abgründe der Vorstadt!

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Wenn ein politisch engagierter Schauspieler wie George Clooney ein altes Script der Coen-Brüder mit Stars wie Matt Damon, Oscar Isaac und Julianne Moore verfilmt, bei dem es um die rassistische und engstirnige Welt eines Vorortes Ende der 50er geht, erwartet man bitterbösen schwarzen Humor und einen ordentlichen Schwung Gesellschaftskritik. Beides ist bei „Suburbicon“ zu finden, aber trotzdem will der Film sich irgendwie nicht richtig anfühlen. Für eine schwarze Komödie ist vieles zu ernst, für einen ernsten Film ist vieles zu überdreht. Der Film ist böse, ganz klar, letztendlich gibt es hier eigentlich keinen, der es nicht faustdick hinter den Ohren hat. Allerdings ist der große Twist viel zu früh aus dem Sack, danach zählt man nur noch Leichen und der Mob nebenan, der aufs Fieseste gegen eine schwarze Familie vorgeht, verkommt völlig zum irgendwie nicht richtig mit der Haupthandlung verwobenen Nebenschausplatz. Leider gibt es hier weder für Clooney, Damon, Moore oder die Coens einen wirklichen Pluspunkt auf dem Filmkonto.

Inhalt

Eigentlich ist in der amerikanischen Kleinstadt Suburbicon schon genug los, als man die erste schwarze Familie ein Haus beziehen lässt. Der Widerstand der Gemeinde lässt nicht lange auf sich warten und weitet sich immer mehr aus. Doch dann überfallen brutale Einbrecher Gardner Lodge (Matt Damon), seine Frau Rose (Julianne Moore), ihren Sohn Nicky (Noah Jupe) und Rose‘ Zwillingsschwester Margaret (ebenfalls Julianne Moore). Als alle mit einem Betäubungsmittel außer Gefecht gesetzt werden, überlebt Rose ihre Dosis nicht. Seltsam wird es für den kleinen Jungen allerdings, als es bei der Polizei zu einer Gegenüberstellung kommt und sein Vater und seine Tante die eindeutig erkennbaren Verbrecher offenbar nicht wiedererkennen und somit auch nicht identifizieren. Als auch noch ein Versicherungsvertreter wegen Rückfragen zu Rose‘ Lebensversicherung auftaucht, muss Nicky sich immer mehr fragen, wer in seinem Hinterwäldlerstädtchen die meisten Leichen im Keller hat. Sein bester Freund von nebenan sicher nicht, auch wenn der nicht die gleiche Hautfarbe hat, was offensichtlich für alle anderen das größte Problem zu sein scheint.

Review

„Suburbicon“ ist bewusst unangenehm, dass es hier eigentlich keine Guten gibt und auch Opfer Schuldige sein können, ist schnell klar. In meinen Augen etwas zu schnell, schon nach der Hälfte des Films ist klar, wen welche niederen Beweggründe antreiben. Danach segnet eigentlich nur noch einer nach dem anderen auf möglichst fiese Art das Zeitliche, das auch ohne große Überraschungen oder Wendungen. Während der Aufstand gegen die schwarze Familie tatsächlich unter die Haut geht, verkommt das Verbrechen bei der zentralen Familie immer mehr zur Farce. Harmonieren will das irgendwie nicht, auch die Botschaft bleibt so etwas auf der Strecke. Natürlich geht es hier um Rassismus, um Gier, um die Abgründe hinter der Saubermannfassade, aber die Handlung wirkt trotzdem nicht wirklich rund. Die Handschrift der Coens ist unverkennbar und der Film hat ganz klar seine herrlich schwarzen Momente, aber George Clooney holt einfach nicht das beste aus dem Stoff heraus. Da können auch Matt Damon und Julianne Moore nicht viel retten, einzig Oscar Isaac hat ein paar gute Momente als schmieriger Versicherungsangestellter. Was die Coens selber aus dem Stoff gemacht hätten, kann man nur munkeln, dass sie das Script aber selber über 30 Jahre in der Schublade ließen, sagt schon einiges aus.

Fazit

George Clooney kann mit seiner bösen Regiearbeit trotz Sozialkritik und schwarzem Humor aus dem Coen-Stoff nicht genug herausholen. Außer ein paar bitterbösen Ideen kann „Suburbicon“ weder als fiese Komödie, noch als wirklich kritischer Film überzeugen.

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