„Die Tribute von Panem“ – „Battle Royale“ für Jugendliche!

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Es gibt immer wieder Teenie-Phänomene, die sich wohl auch in erster Linie nur Teenagern erschließen können. Nach „Twilight“ startet mit „The Hunger Games – Die Tribute von Panem“ eine neue Filmreihe, die auf einer erfolgreichen Jugendromanreihe basiert. Doch die Idee, dass sich Kinder in einem von der Obrigkeit inszenierten Szenario gegenseitig töten müssen um zu überleben, ist nicht gerade neu, allerdings waren die japanischen „Battle Royale“-Filme nicht ohne Grund erst ab 18 Jahren freigegeben. Das Szenario hier ist eigentich ähnlich brutal und die Idee nicht minder interessant, der Umsetzung fehlt es für die Thematik dann aber an der nötigen Härte, das Szenario ist für Jugendliche eigentlich viel zu brutal, die Umsetzung kommt aber viel zu harmlos daher.

In einer düsteren Zukunft, wo die eine Seite dekadent in großen Städten lebt und die andere Seite in kargen Außenbezirken schuftet, werden jedes Jahr Kinder im Alter von 12 bis 18 Jahren aus den jeweiligen Bezirken ausgewählt, um sich bei einem Spiel auf Leben und Tod zur Unterhaltung der Reichen langsam zu dezimieren, bis nur noch ein Überlebender übrig bleibt. Als ihre kleine Schwester ausgewählt wird, bietet Katniss freiwillig ihre Teilnahme an, um ihre Schwester zu verschonen. Sie muss daraufhin nicht nur lernen, wie man überlebt, sondern auch, wie man sich publikumstauglich inszeniert. Während sie bei den Vorbereitungen zu den eigentlichen Spielen noch vor begeistertem Publikum steht, ist das Spiel dann blanker Ernst, in dem nur noch das eigene Überleben im Mittelpunkt steht.

Jennifer Lawrence spielt nach ihrer großartigen Independent-Darstellung bei „Winter’s Bone“ jetzt in einem absoluten Blockbuster mit, der für ihr Talent schon fast eine Unterforderung darstellt. Zusammen mit Kinderstar Josh Hutcherson und Stars wie Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Stanley Tucci, Donald Sutherland und Lenny Kravitz spielt sie die Hauptrolle in der Verfilmung des ersten Teils der erfolgreichen „Hunger Games“-Buchreihe. Nicht umsonst wurde die Autorin Suzanne Collins mehrfach des Plagiats bezichtigt, so ähnelt das Szenario nicht nur an vielen Stellen den Romanen „Running Man“ und „Todesmarsch“ von Richard Bachman alias Stephen King, es ist auch nahezu eine Kopie der japanischen „Battle Royale“-Filme.

Diese Grundlage ist nun nicht unbedingt schlecht, schließlich präsentiert auch „Die Tribute von Panem“ ein erschreckendes Zukunftsszenario, das bei der bereits heute erkennbaren Entwicklung der Fernsehwelt und Unterhaltungsgier der Zuschauer vielleicht gar nicht so abwegig ist. Was allerdings stört, ist die Aufbereitung des Stoffes in erster Linie für Jugendliche, vor allem das brutale Mann-gegen-Mann-Szenario im Wal, bei dem sich eigentlich jeder selbst der nächste ist, ist hier doch etwas zu harmlos und mitunter sogar kitschig in Szene gesetzt, was die harte Grundaussage doch etwas verwässert.

Aber die Werbetrommel wurde bereits kräftig gerührt und die Einnahmen zeigen, dass man sein Publikum sehr wohl erreicht. Ich will hier auch nicht sagen, dass der Film wirklich schlecht ist, ich finde es zum einen nur unfair, sich dermaßen mit fremden Federn zu schmücken und zum anderen finde ich die Handlung zu schade, um sie so FSK-12-gerecht aufzuarbeiten. Aber mal schauen, was die Fortsetzungen noch so zu bieten haben.

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