„The Hateful Eight“ – Tarantinos Hitchcock-Western!

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Quentin Tarantino schafft es wirklich mit fast jedem Film, einen wieder zu überraschen und einem auf keinen Fall den Film zu geben, den man erwartet. So ist nach „Django Unchained“ auch „Hateful 8“ zwar eigentlich ein Western, ähnelt in seiner Machart aber eher einem Hitchcock-Film, in dem jeder verdächtig ist, aber nur einer der Mörder ist. Hier sind hingegen alle Mörder, aber wer gegen wen und warum ist die Frage. Verworren, brutal, überraschend, dreckig und cool – auch Tarantinos achter Kinofilm ist gelungen und doch wieder anders als seine anderen Filme, wobei seine Handschrift unverkennbar ist.

Inhalt

Während eines Schneesturms nimmt der Kopfgeldjäger John Ruth, der eigentlich seine Gefangene Daisy Domergue zum Henker in Red Rock bringen will, seinen Berufsgenossen Marquis Warren und den neuen Sheriff in der Kutsche mit. Sie finden Zuflucht in einer Kneipe, doch statt den eigentlichen Besitzern sind dort schon ein paar andere Halunken untergekommen, die sich u.a. als General und Henker von Red Rock ausgeben. Abgeschnitten von der Außenwelt misstrauen sich alle gegenseitig und niemand weiß, wessen Identität echt ist, doch Stück für Stück kommt die Wahrheit ans Licht.

Review

Tarantinos Begeisterung für alte Spaghetti-Western ist deutlich erkennbar, holte er für seinen Film nicht nur alte Kameras für Ultra-Widescreen aus dem Archiv, er konnte sogar Filmmusiklegende Ennio Morricone für den grandiosen Soundtrack gewinnen. Doch der Großteil des Films spielt nur in der Kneipe, hier kann das Schauspieler-Ensemble, das von Samuel L. Jackson und Kurt Russell über Jennifer Jason Leigh, Tim Roth und Michael Madsen bis zu Bruce Dern und Channing Tatum reicht, zeigen, was sie können. Wie in einem Krimi-Theaterstück fügen sich immer weiter die Puzzleteile zusammen, dabei ist jeder verdächtig und hier auch tatsächlich jeder irgendwie der Bösewicht. Eine grandiose Idee, toll in Szene gesetzt, toll gespielt, eine wirklich runde Sache. Hier ist jeder gegen jeden, Verbündete ergeben sich nur im Zusammenhalt gegen einen fieseren Gegner.

Fazit

Quentin Tarantino punktet ein weiteres Mal, auch wenn man von einem Western etwas völlig anderes erwartet hätte. Seine Darstellerauswahl, Optik, Sound und wie immer grandiose Dialoge bilden wie immer eine perfekte Einheit, selbst Milchbubi Channing Tatum macht seine Sache gut. „The Hateful Eight“ ist ein weiterer Geniestreich und macht jetzt schon wieder Lust auf den nächsten Film des Regisseurs.

Bildergalerie

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