„Pirates of the Caribbean 5“ – Besser als Teil 4, aber nicht gut!

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Traurig, den Abstieg einer Filmreihe und eines begnadeten Schauspielers so mit anschauen zu müssen wie bei der „Fluch der Karibik“-Filmreihe mit Johnny Depp. Der erste Teil von 2003 wird auf ewig einer meiner absoluten Lieblingsfilme bleiben, ein Geniestreich, der auch heute noch super unterhalten kann. Ich persönlich mochte auch noch den zweiten und dritten Teil, auch wenn diese Teil 1 nicht das Wasser reichen konnten, insgesamt war die originale Trilogie dennoch eine runde Sache. Was für ein Abstieg aber mit dem total verhunzten vierten Teil passierte, hätte keine Filmreihe verdient. Trotzdem musste man noch einen fünften Teil hinterherschieben, der immerhin ein paar gelungene Gags und einige gute Actionmomente zu bieten hat, insgesamt aber auch Längen hinter der Trilogie zurück bleibt. Da das Ende von „Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache“ auch den Bogen zu den ersten Filmen schlägt, sollte man die Chance nutzen und endlich aufhören.

Inhalt

Fluch der Karibik 5Henry Turner (Brenton Thwaites), der Sohn von Will (Orlando Bloom) und Elizabeth Turner (Keira Knightley), sucht nach einem Weg, seinen Vater von seinem Fluch zu befreien. Die Astronomieexpertin Carina Smyth (Kaya Scodelario) ist auf der Suche nach dem legendären Dreizack von Poseidon, der genau das erreichen könnte. Beide treffen auf einen heruntergekommenen Piraten, der ihnen dabei helfen könnte: Jack Sparrow (Johnny Depp). Doch der hat einen Untoten im Genick, den ehemaligen spanischen Piratenjäger Captain Salazar (Javier Bardem), der durch eine Finte von Sparrow einst sein Leben verlor und seitdem mit seiner Geistercrew auf Rache sinnt. Der wilden Jagd über das Meer schließt sich dann auch noch Sparrows Widersacher Barbossa (Geoffrey Rush) an.

Review

Ok, da ist er nun, der neue Versuch, das Franchise am Leben zu erhalten. Wobei die Zuschauerzahlen ja nicht das Problem sind, das Publikum scheint sich doch immer wieder anlocken zu lassen. Aber dass die Qualität mit dem vierten Teil ganz tief in den Keller gerutscht ist, konnte keiner wirklich leugnen. Also holte man als erstes Orlando Bloom und Keira Knightley zurück, naja, für ein paar Minuten am Anfang und am Ende. Ersatzweise wurden Kaya Scodelario und Brenton Thwaites als neues potentielles Paar eingeführt, als Charaktere mit ein paar netten Facetten, aber letztendlich auch nicht überzeugend. Geoffrey Rush darf als Barbossa noch ein paar nette Szenen abliefern, aber auch da ist nicht viel vom einstigen Raubein übrig. Javier Bardem spielt sein Rolle gut, aber Geisterpiraten hatten wir schon, da helfen auch die langsam wehenden Haare nicht.

Also müsste es doch wieder Johnny Depp richten. Doch das ist eigentlich das bitterste an der ganzen Sache, Johnny Depp ist auf und zu Ende. Sein Sparrow ist ein Säufer, ein Versager, ohne die raffinierte Verschlagenheit und den Humor von früher. Nein, Jack Sparrow ist mit die größte Enttäuschung. Ein trauriger Abklatsch seiner Selbst, die fuchtelnden Bewegungen nur noch peinlich, Sparrow kann nicht mehr. Was vermutlich anteilig daran liegt, dass sein Darsteller nicht mehr kann. Johnny Depp ist in den letzten Jahren eher mit bösen Schlagzeilen als mit guten schauspielerischen Leistungen präsent gewesen. Seine privaten Probleme haben deutliche Spuren hinterlassen, da hilft es auch nicht, Sparrows Abstieg im Film zu thematisieren, wenn er denn dann nicht wieder zur Bestform aufläuft.

Aber auch die Handlung ist wieder dürftig und nicht besonders abwechslungsreich. Große Seeschlachten oder spannende Momente sucht man umsonst, die Effekte sind zu sehr als Effekte erkennbar, um wirklich gut zu sein. Und auch der maue Versuch, Will und Elizabeth Turner wieder mit einzubinden, war wohl nur zu Werbezwecken, nicht unbedingt für die Handlung. Logiklücken gab es in der Reihe schon immer, aber hier fallen sie leider wirklich oft auf. Was bisweilen wieder funktioniert, ist der Humor. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es hier doch den ein oder anderen Moment zum Schmunzeln, mir persönlich gefiel irgendwie die Szene mit der rotierenden Guillotine. Doch selbst die wurde so in die Länge gezogen, dass sie irgendwann auch wieder nervte.

Ach ja, da war doch noch der Gastauftritt von Paul McCartney. Vermutlich dachte man sich, dass man nach dem originellen Auftritt von Keith Richards von den „Rolling Stones“ dieses Mal jemanden von den „Beatles“ nehmen müsste. Die Szene mit McCartney passt dann so gar nicht in die Handlung, man merkt ihr sofort an, dass sie nachträglich eingefügt wurde, sie ist nicht lustig und er ist absolut nicht zu erkennen, was vielleicht noch der beste Aspekt dieser peinlichen Aktion ist.

Insgesamt tat der fünfte Teil nicht so weh wie der vierte Teil, aber er ist auch weit davon entfernt, das Franchise wieder auf Kurs zu bringen. Immerhin gibt es kaum Verbindungspunkte zum vierten Teil, wer den Tiefpunkt der Reihe also bis heute nicht gesehen hat, kann diesen tatsächlich überspringen.

Fazit

Wenn „Fluch der Karibik 4“ nicht so ein Rohrkrepierer gewesen wäre, würde es was bedeuten, dass der fünfte Teil besser geworden ist. So eher nicht. Johnny Depps beste Tage sind vorbei, seine Markenrolle nur noch eine besoffene Parodie. Man kann den Teil schauen, nutzt seine Zeit aber besser, wenn man zum x-ten Mal den ersten Teil anschaut. Drücken wir alle die Daumen, dass es keine weitere Fortsetzung gibt. Aber da wird uns die klingelnde Kasse bestimmt wieder einen Strich durch die Rechnung machen.

Bildergalerie

Fluch der Karibik 5

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