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Ich bin ja eigentlich ein Fan des “Slasher”-Genres, dachte ich zumindest. Als ich mich aber auf dem japanischen Filmfest in Hamburg vor einer Woche dazu entschlossen hatte, in den Film “Grotesque” zu gehen, hat mich dieser Entschluss mehr als geprägt. Wenn der Leiter des Kinos im Vorfeld erwähnt, dass er solchen Sadismus noch nie in so einer Perfektion gesehen hat, dann will das viel heissen. Ich bin nach der Hälfte des Films gerade mal als zweiter aus dem Kino gegangen und hatte vorher schon verdammt oft die Augen geschlossen. Spätestens seit “Grotesque” stimme ich in dem Chor mit ein, dass gewisse Filme verboten werden sollten. 

Zwei junge Japaner haben ihr erstes Date miteinander und gehen nach einer Stunde im Café durch die Stadt spazieren. Plötzlich werden sie von einem fremden Mann ohnmächtig geschlagen und wachen in eine Art Keller auf. Ihr Entführer verspricht sie zu töten, außer sie können ihn bei ihrem Betteln um ihr Leben erregen, dann würden sie freikommen.

“Geschichte? Brauchen wir nicht! Gute Darsteller oder professionelles Equiqment? Alles Blödsinn! Wir drehen einen Folterfilm, da will man nur sehen, wie Leute abartig gefoltert werden.” Ungefähr so muss es geklungen haben, als die verantwortlichen Personen den Film geplant haben. Ich bin mit der Vorstellung in das Kino gegangen, einen Horror- oder Slasherfilm zu sehen, aber falsch, es ist ein Folterfilm, wie der Mensch, der den Film präsentierte, versprach. Und es war definitiv eine Erfahrung, wenn auch keine gute. Horror oder gerade Slasher sind ja gerade dafür da, um Aufregung zu erleben und im Fall eines Slashers auch, dass man originelle Todesarten erlebt, was im Prinzip schon abartig genug ist. Die Macher von “Grotesque” haben das lediglich noch verdeutlicht. Der Film ist für den Zuschauer sowohl eine sadistische wie auch, je nachdem, wie abgestumpft man ist, eine masochistische Erfahrung. Man erlebt mit, wie Leute gefoltert werden und das auf sadistische Art und Weise. Im Übrigen nutzt der Entführer nicht nur Psychospiele und stumpfe Gewalt, sondern auch sexuelle Gewalt auf extremste Art und Weise.Der Zuschauer wird während des Films an seine Belastungsgrenze geführt.

Japaner scheinen einen sehr merkwürdigen Bezug zu Gewalt und zur Sexualität zu haben und scheinen mit ihrer dunklen Seite wesentlich offener umgehen zu können als wir. Dieser Film versteckt zumindest nicht, was er sein will. Zwar erlebt man das von Seiten der “Guten”, der Opfer, allerdings ist alles darauf ausgelegt, dass sie leiden. Und ehrlich, ich habe nicht einmal im Ansatz etwas so Schlimmes, Perverses und Abartiges miterleben müssen.

Ich bin eigentlich der letzte, der für die Zensur in Deutschland ist, aber dieser Film gehört definitiv zu denjenigen, die man verbieten kann. Denn sein ganzer Daseinszweck ist pervers und ruft nur Nachahmungstäter auf. Für mich ist es blanker Wahnsinn, welcher Idiot bei der Prüfstelle diesem Film eine DVD-Veröffentlichung gestattet hat. Die DVD soll in den nächsten Wochen/Monaten erscheinen und wird damit der perfekte Film für die ganzen Perversen bei den DVD-Börsen sein. Ich bin jedenfalls geprägt.

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