Oscars 2018 – Alle Gewinner im Überblick!

Selten war ich mit dem Urteil bei den Oscar-Verleihungen so zufrieden wie in diesem Jahr, nicht zuletzt, weil ich tatsächlich fast alle relevanten Filme rechtzeitig sehen und mir ein Urteil bilden konnte. Auch hier werden die Highlights „Shape of Water“, „Die dunkelste Stunde“ und „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ ausreichend gewürdigt und auch gerade bei den ausgezeichneten Haupt- und Nebendarstellern, vor allem bei Gary Oldman und Frances McDormand, bin ich absolut der gleichen Meinung. Schön auch, dass „Dunkirk“ und „Blade Runner“ für die technischen Leistungen bedacht wurden und mit „Coco“ auch endlich mal wieder ein gelungener Pixar-Film im Animationsbereich gewinnt.

Hier alle Gewinner und Nominierten im Überblick:

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„Alles Geld der Welt“ – Besser ohne Kevin Spacey!

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Der Film über die Entführung des Enkels von Öltycoon Paul Getty geriet in erster Linie in die Schlagzeilen, weil sich Regisseur Ridley Scott nach den Vorwürfen der sexuellen Belästung bei Kevin Spacey tatsächlich dafür entschied, seinen bereits fertig gedrehten Film zu überarbeiten und alle Szenen mit Spacey neu zu drehen und den Schauspieler durch Christopher Plummer zu ersetzen. Dieser ist eine so gute Besetzung für den arroganten aber auch erhabenen Getty, dass Spacey niemals so gut hätte sein können. Ein Geniestreich ist der Film trotzdem nicht geworden, aber nicht zuletzt dank Plummer, Michelle Williams und Mark Wahlberg durchaus unterhaltsam. Scott schafft es tatsächlich, die zentrale Entführung des Getty-Enkels in den Schatten eines ganz anderen Themas zu stellen, nämlich dem Verhalten von Menschen, die so reich sind, dass jeder Gedanke und auch jede persönliche Entscheidung mit materiellem Kalkül und dem Fokus auf den eigenen Vorteil gefällt wird. Christopher Plummer schafft dabei das Kunststück, den Millardär trotz seiner unfassbaren Reaktionen einen Stolz einzuverleiben, dass man tatsächlich zwischen Verachtung und Respekt zu schwanken beginnt.

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„Fifty Shades of Grey 3“ – Endlich ist das Elend vorbei!

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Wenn sich selbst Fans der Buchvorlagen schon seit dem ersten Teil der „Fifty Shades of Grey“-Verfilmungen darüber beschweren, dass die zu züchtig daherkommen und auch noch die Hauptdarsteller mies sind, wieso können dann auch noch ein zweiter und ein dritter Teil von diesem Schund erfolgreich im Kino laufen? Es sollte bei dem, was das Internet und die Serienwelt heutzutage bietet, keine verkappten Spanner mehr ins Kino locken, wenn ein Film noch mit Sexszenen zu locken versucht. Was bei der belanglosen Dakota Johnson und dem ekelhaft schmierigen Jamie Dornan ohnehin nicht gerade ein prickelndes Gefühl der Erotik auslösen dürfte. Dass der Sex im dritten Teil noch weit hinter die Themen Hochzeit, Ehe, Schwangerschaft, Entführung und Erpressung geschoben wird, hilft dem vergurkten Finale auch nicht mehr weiter. Story mies, Darsteller mies, Sex mies! Setzen, 6! Zum Glück ist dieser Schund endlich vorbei!

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„Black Panther“ – Marvels bunte Hommage an Afrika

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Wieder mal ist es ein eher unscheinbarer Film aus dem MCU, der Eindruck zu machen versteht. „Black Panther“ ist ganz klar einer der besseren Filme aus der Reihe und bringt zugleich frischen Wind in Marvels Kino-Universum, doch ganz kann ich den weltweiten Erfolg und die rekordbrechenden Besucherzahlen nicht ganz nachvollziehen. Es ist schon eine Auszeichnung, wenn einem Film von vielen Seiten bescheinigt wird, dass die bisher im Kino nahezu gar nicht vorhandene Darstellung der afrikanischen Kulturen hier dann auch noch so überzeugend umgesetzt worden sein soll. Gerade die Handlungsstränge in Wakanda, die einzigartige Inszenierung der Zeremonien und das Augenmerk auf ein völlig ohne Grund im Kino vergessenes Volk eines ganzen Kontinents sind die Höhepunkte des Films. Schon alleine die Grundidee, dass ausgerechnet bei dem von vielen auf der Welt als rückständiger Ort ohne jegliche Technologie oder nennenswerte Entwicklungen in der Zivilisation gesehene Kontinent Afrika der höchstentwickelte Ort des ganzen Planeten versteckt sein soll, ist schon eine coole Idee. Dass ausgerechnet „Black Panther“, der in „Captain America 3“ recht unspektakulär eingeführt wurde, für so eine interessante Welt stehen würde, hätte man tatsächlich nicht erwartet. Würde er nicht gerade zum Ende hin doch wieder so viele Marvel-Klischees bedienen, hätte dieser Film ein echtes Aushängeschild werden können.

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„Greatest Showman“ – Der High School Musical Circus!

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Dass Hugh Jackman nicht nur als „Wolverine“ Krallen ausfahren, sondern auch singen kann, hat er bereits in „Pan“ und vor allem in „Les Misérables“ unter Beweise gestellt, so gibt er gesangstechnisch auch in „Greatest Showman“ alles. Doch das poppige, bunte und durchaus optisch aufwendig inszenierte Musical über den legendären Zirkus-Erfinder P.T. Barnum krankt an vielen anderen Stellen. Gerade wer die tatsächliche Vita von Barnum durchliest, muss sich fragen, warum bei einer so interessanten Geschichte und einem ebenso vielschichtigen Mann so eine oberflächliche, kitschige und jeglicher Logik entsagende Handlung zusammengematscht wurde. Selbst der Hauch Sozialkritik verpufft total, die wahllos bzw. eher sinnlos herausgepickten Elemente aus Barnums Leben werden mit zwar eingängigen und grundsätzlich hörbaren Popsongs sowie gut arrangierten Tanzszenen optisch und akustisch nett aufbereitet, die Handlung selber ist aber unglaublich langweilig, ohne jeglichen Tiefgang und nicht zuletzt durch die Songs an den unwichtigsten Stellen elendig in die Länge gezogen. Man kann auch Musicals deutlich anspruchsvoller gestalten, die Dramaturgie findet hier leider eher auf dem Niveau der „High School Musical“-Filme statt. Schade!

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„Shape of Water“ – Guillermo del Toros neues Märchen!

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Nicht zuletzt mit den beiden „Hellboy“-Filmen und vor allem dem genialen „Pans Labyrinth“ hat Ausnahme-Regisseur Guillermo del Toro damals das Fantasy-Genre revolutioniert, doch seine letzten Filme „Pacific Rim“ und „Crimson Peak“ sowie die Horrorserie „The Strain“ ließen diese Klasse größtenteils vermissen. Doch nicht zuletzt der bereits gewonnene Golden Globe als bester Regisseur und die nicht weniger als 13 Oscar-Nominierungen für „Shape Of Water – Das Flüstern des Wassers“ ließen bereits vermuten, dass ihm hier tatsächlich wieder ein echter Geniestreich gelungen war. Und der haut einen wirklich wieder um! Das moderne Märchen ist ein wahrer Genuss für Augen, Ohren und Seele. Nicht nur der geniale Cast um Sally Hawkins, Michael Shannon, Doug Jones, Michael Stuhlbarg, Octavia Spencer und Richard Jenkins, sondern auch die für del Toro früher schon so einzigartige Ausstattung, die tolle musikalische Untermalung und nicht zuletzt die wirklich originelle Mischung aus Horror- und Liebesfilm können sich wirklich sehen lassen und setzen den Film fast mit seinem Meisterwerk „Pans Labyrinth“ auf eine Stufe.

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„Maze Runner 3“ – Actionsreiches, spannendes Finale!

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Lange Zeit mussten Fans wegen einer Verletzung, die sich Hauptdarsteller Dylan O’Brien bei den Dreharbeiten zum dritten und letzten „Maze Runner“-Film zuzog, auf den Kinostart warten. Doch das Warten auf „Maze Runner 3 – Die Auserwählten in der Todeszone“ hat sich immerhin einigermaßen gelohnt, denn auch wenn die Genialität des ersten Teils im Labyrinth auch hier nicht wieder erreicht werden kann, wirkt der Film nicht so leer und langweilig wie der zweite Teil in der Brandwüste. Die Handlung wird zu einem konsequenten Ende gebracht, alle Charaktere können auf ihre Art noch mal performen und der dritte Teil kann wieder mit genug Action und Thrill aufwarten, um die Reihe zum Ende doch noch zu retten. Gerade das Thema Zwei-Klassen-Gesellschaft wird hier auf einen ganz perversen Level dargestellt, sodass die Sozialkritik immerhin wieder etwas zum Tragen kommt. Und ein kurzer vermeintlicher Ausflug ins Labyrinth sowie die Rückkehr eines Totgeglaubten lassen ein paar gute Erinnerungen an den Anfang wach werden.

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„Die Verlegerin“ – Spielberg und die Freiheit der Presse!

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Es ist sicher kein Zufall, dass Steven Spielberg zusammen mit den Stars Tom Hanks und Meryl Streep gerade jetzt einen Film in die Kinos bringt, in dem es um den Presseskandal in den 70ern, als die Washington Post und andere Verlage brisantes Material zum Vietnamkrieg in die Finger bekamen und die US-Regierung versuchte, die Veröffentlichung zu verhindern. Wenn auch nicht unbedingt Intelligenz an erster Stelle steht, so zeigt auch dieser Film deutlich die Parallelen zwischen Donald Trump und Richard Nixon, wenn es darum geht, die gegebene Macht zu überschreiten und sich mal eben über alle Grundsätze der Pressefreiheit hinweg zu setzen. „The Post“ ist ein spannender Zeitungsthriller und nicht zuletzt fast schon ein Prequel zu „Die Unbestechlichen“, dem Film über die Watergate Affäre mit Robert Redford und Dustin Hoffman. Bevor Spielbergs nächstes Popcorn-Event „Ready Player One“ in wenigen Wochen in die Kinos kommt, zeigt er noch mal, wie gut er auch „kleine“ Filme in Szene setzen kann.

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