Kurz kritisiert, Vol. 4: Von Liebe, Licht und Viren!

paureview4Irgendwie habe ich in letzter Zeit viele Filme im Heimkino nachgeholt, die mir im letzten Kinojahr entgangen sind, daher reaktiviere ich mal diese alte Rubrik und widme mich in Kurzform den Filmen „Crazy Stupid Love„, „Captain America„, „Männerherzen 2„, „Contagion„, „Don’t Be Afraid Of The Dark„, „Hotel Lux„, „Wickie auf großer Fahrt„, „Hell“ und „Let Me In„, die eigentlich alle eine eigene Kritik verdient hätten.

Crazy Stupid Love (USA 2011)
Von der Ehefrau verlassener Versager bekommt Tipps vom Casanova, der dann Tipps vom Versager braucht, als er selber die große Liebe findet. Einfach nur großartig, unglaublich witzig, emotional und immer wieder überraschend. Die herrliche Besetzung um Steve Carrell, Ryan Gosling, Emma Stone und Julianne Moore ist einfach perfekt ausgewählt und macht „Crazy Stupid Love“ zu einer der besten Liebeskomödien aller Zeiten. Voller Situationskomik und verrückter Einfälle, und dennoch sehr gut nachvollziehbar, ein echter Geheimtipp!

Captain America: The First Avenger (USA 2011)
Eigentlich hatte ich diese Comicverfilmung boykottieren wollen, aber nach „The Avengers“ musste diese Wissenslücke dann doch noch gefüllt werden. Erstaunlicherweise kommt die Geschichte des Schwächlings, der zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs von einem Wissenschaftler übermenschliche Kräfte gespritzt bekommt und dann einer okkulten Nazisekte den Garaus macht, recht selbstironisch und nur halb so patriotisch wie erwartet daher. Für einen netten Nachmittag und als Komplettierung des „Avengers“-Konstrukts durchaus schaubar.

Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe
(Deutschland 2011)
Tatsächlich mal wieder eine Fortsetzung, die den ersten Teil noch toppen kann. Erneut mit deutschen Stars wie Til Schweiger, Christian Ulmen und Maxim Mehmet prominent besetzt, bietet auch der zweite Teil eine tolle Anekdotensammlung der Beziehung zwischen Männern und Frauen. Die Krönung ist aber erneut Justus von Dohnanyi als verrückter Schlagerstar Bruce Baxter! Wer den ersten Teil mochte, wird den zweiten Teil lieben!

Contagion (USA 2011)
Immer wieder werden wir zu Zeiten von Vogelgrippe und Schweinepest mit möglichen weltweiten Virenausbreitungen konfrontiert. Dieser mit Matt Damon, Laurence Fisburne, Jude Law und Kate Winslet besetzte Thriller präsentiert ein entsprechend erschreckendes Szenario und zeigt, wie schnell und unberechenbar eine mögliche Pandemie um sich greifen könnte und welchen Einfluss Panik und die Suche nach einem Gegenmittel darauf hat. Spannend gemacht und bewegend inszeniert.

Don’t Be Afraid Of The Dark (Australien 2010)
Nach dem Trailer hatte man lange auf den von Guillermo Del Toro produzierten Horrorfilm warten müssen, nun ist er nahezu unbemerkt nur auf DVD und Blu-ray erschienen. Leider zurecht, denn das Szenario kann nicht wirklich überzeugen, zu gradlinig und wenig überraschend kommt der Film daher. Guy Pearce und Katie Holmes können ebenfalls nur mäßig überzeugen, ebenso wie die kleinen Monster, die schon im Trailer und auch im Film zu früh zu sehen sind und so dem Film nichts Mysteriöses mehr lassen. Schade!

Hotel Lux (Deutschland 2011)
Bully spielt in einer nicht von ihm inszenierten Komödie und bietet doch nicht wirklich neue Facetten. Die Geschichte des deutschen Theaterkomödianten, der versehentlich in Russland mit Hitlers Astrologen verwechselt wird und nun Stalin die Zukunft voraussagen soll, hat ihre komischen und originellen Momente, schafft es insgesamt aber gerade so aus dem Mittelmaß, trotz Michael Bully Herbig und Jürgen Vogel in den Hauptrollen.

Wickie auf großer Fahrt (Deutschland 2011)
Als Bullys Version von „Wickie und die starken Männer“ ins Kino kam, war diese gar nicht so schlecht gelungen, hatte sie sich doch sehr nah an die alte Zeichentrickserie gehalten und dank Bullys Humor sogar ein paar Lacher zu bieten gehabt. Da diese Fortsetzung jetzt allerdings ohne ihn inszeniert wurde, fehlt ihr alles an Herz und Humor. Mühsam quält man sich durch die zähe, blödsinnige Handlung und ist froh, wenn das Elend endlich vorbei ist. Hoffentlich war das dann auch der letzte Teil, der Hauptdarsteller dürfte jetzt sowieso zu alt für die Rolle sein.

Hell (Deutschland 2011)
Auch in Deutschland lassen sich düstere postapokalyptische Dramen wie „The Road“ drehen, „Hell“ steht daher auch nicht für die Hölle, sondern für die Helligkeit, mit der die Überlebenden in diesem Szenario zu kämpfen haben. Die kleine deutsche Produktion kann allerdings optisch, inhaltlich und mit Schauspielern wie Hannah Herzsprung und Stipe Erceg punkten und muss sich nicht hinter anderen Endzeitdramen verstecken.

Let Me In (USA 2011)
Nach dem Erfolg der schwedischen Filmvorlage „So finster die Nacht“ musste man in den USA natürlich ein Remake drehen, welches allerdings recht gelungen daher kommt und sich nicht hinter dem Original verstecken muss. Die mit Chloe Moretz und Kodi Smit-McPhee passend besetzte Geschichte über einen zwölfjährigen Jungen, der eine Freundschaft zu einem Vampirmädchen beginnt, ist gefühlvoll und spannend inszeniert. Durch den sehr ruhigen Stil setzt sich „Let Me In“ von der Masse der Vampirfilme ab, ist aber dennoch nichts für schwache Nerven. Fans von Horrorfilmen sei jedoch gesagt, dass es sich hier eher um ein Drama als einen Splatterfilm handelt.

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