„Dark Shadows“ – Gute Ansätze, mittelmäßige Umsetzung!

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Gone Girl

Wenn Tim Burton mit Johnny Depp einen Film dreht, kommt eigentlich immer etwas Abgedrehtes wie „Sleepy Hollow“, „Sweeney Todd“ oder „Ed Wood“ dabei heraus, doch nach der Enttäuschung „Alice im Wunderland“ kann leider auch „Dark Shadows“ nicht die Qualität des lustigen, skurrilen Trailers über die ganze Filmlänge halten, zu episodenhaft und in den Genren springend fehlt der Handlung ein wirklich sinnvoller roter Faden. Schade, denn Johnny Depp ist wieder großartig und ein paar wirklich gute Lacher sind auch dabei.

Als Barnabas Collins im 18. Jahrhundert die Liebe einer Hexe nicht erwidert, bezahlen das nicht nur seine Eltern und seine große Liebe mit dem Leben, ihn verwandelt sie in einen Vampir und lässt ihn begraben. 200 Jahre später wird er durch Bauarbeiten in den 1970ern befreit und begibt sich zurück zum Familienanwesen. Doch die Welt hat sich verändert, mit seltsamen Gefährten und Gerätschaften muss Barnabas sich erst anfreunden und auch sein Umgangston ist etwas antiquiert. Zudem sind seine wenigen Nachkommen ebenfalls sehr sonderbar und das Familienunternehmen dem Bankrott nah, denn die Hexe war in den 200 Jahren nicht untätig.

Basiernd auf einer TV-Serie aus den 60ern, die vermutlich keiner mehr kennt, lässt Tim Burton seinen Lieblingsdarsteller Johnny Depp als uralten Vampir in die bunte Welt der 70er versetzen. Das bietet viel Situationskomik und viele lustige Ansätze. Doch das Gesamtgerüst krankt daran, dass der Film nicht weiß, ob er jetzt eine Komödie, ein Horrorfilm oder eine melodramatische Liebesgeschichte sein will. Die Kombination ist dann leider nichts Halbes und nichts Ganzes, eben noch mitten in einem Slapstickfilm wird man plötzlich wieder mit brutaler Gewalt konfrontiert. Viele Ansätze werden nicht konsequent fortgeführt und der Showdown bringt einen mehr zum Kopfschütteln als zum Mitfiebern. Dabei spielt nicht nur Johnny Depp wieder einmal großartig, auch Burtons Frau Helena Bonham Carter, Michelle Pfeiffer, Eva Green und Nachwuchsstar Chloe Grace Moretz machen ihre Sache gut. Die Gastauftritte von Christopher Lee und Alice Cooper sind allerdings leider auch nicht so genial geraten, wie sie vielleicht hätten werden können.

Für Burton zu wenig Gothik, für die 70er nicht bunt genug, für einen Horrorfilm zu lustig, für eine Komödie nicht konsequent lustig genug, „Dark Shadows“ wirkt wie eine Zusammenstellung zahlreicher Einzelepisoden, die sich einfach nicht zu einem Ganzen zusammenfügen wollen. Schade, aus dem Potential hatte man einen echten Burton-Klassiker machen können, aber da müssen wir dann wohl wieder die Daumen bei der nächsten Burton/Depp-Produktion drücken, die sicher nicht lange auf sich warten lassen wird.

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3 Kommentare

  1. Ja, der Film ist sicherlich kein Meisterwerk, kann aber dank der überaus guten Cast, der hübschen Szenerie, dem Soundtrack und Score immerhin etwas punkten.
    Wenn man nicht viel erwartet (was bei Burton/Depp leider nicht einfach ist), wird man aus meiner Sicht einigermaßen gut unterhalten.
    Und ja, da wäre ein paar mehr oder bessere Gags sehr angebracht gewesen.

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