„Alice im Wunderland“ – Zu bunt für Tim Burton!

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Etwas verspätet kommt hier die Kritik zum neuen Film des Erfolgsduos Tim Burton / Johnny Depp, dieses Mal mit einer Neuauflage des Kinderbuchklassikers „Alice im Wunderland“. Als Fans von Tim Burton hätte es uns eigentlich viel früher ins Kino ziehen müssen, aber irgendwie waren wir bei diesem Film alle skeptisch. Wirklich positiv oder negativ überrascht wurden wir dann auch nicht, trotz typischer Optik kommt Burtons neuer Film einfach zu bunt und brav daher, da kann auch Johnny Depp als verrückter Hutmacher nicht mehr viel retten. Der Film ist so zwar ganz nett, reiht sich bei den Filmen von Tim Burton dann aber doch eher auf den hinteren Rängen an.

Viele Jahre sind vergangen, seit Alice im Wunderland war, sie hält die damaligen Erlebnisse nur noch für einen Traum. Als sie dann jedoch wieder das Kaninchen mit der Uhr erblickt, folgt sie ihm erneut durch den Kaninchenbau in die verrückte Unterwelt. Hier ist man skeptisch, da Alice sich verändert hat und selber alles für Einbildung hält. Eigentlich hatte man erwartet, dass sie der weißen Königin und dem verrückten Hutmacher im Kampf gegen die rote Königin und ihre bösen Schergen helfen würde, aber Alice muss erst glauben, bevor sie richtig aktiv werden kann…

Hierzulande gehört „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll nicht wirklich zum Standard der Kinderbuchliteratur und auch die Disney-Zeichentrickverfilmung habe ich nur einmal gesehen und sie als sehr, sehr seltsam in Erinnerung. Gewisse Vorkenntnisse werden hier aber vorausgesetzt, viel über die Charaktere erfährt man nicht, generell kommt die Story recht schlicht daher. Doch wie erwartet gibt es dennoch viel für die Augen, Burton konnte seinen verrückten Stil gut in die Welt des Wunderlands einbringen, allerdings machen die eindeutig zu vielen Animationen einiges wieder kaputt, hier hätte man vielleicht nicht alles im Computer machen müssen. Die Schauspieler überzeugen, auch wenn man sie alle schon besser gesehen hat. Von Johnny Depp hat man gerade als Jack Sparrow schon zu viel Verrücktes gesehen, so dass er als verrückter Hutmacher nicht wirklich etwas draufsetzen kann, Helena Bonham Carter macht als herrschsüchtige und kopfabhacksüchtige rote Königin noch am meisten Spaß und Anne Hathaway schwebt ebenfalls sehr passend durch ihre Rolle als gütige, weiße Königin.

Trotzdem fehlt dem Film einfach der düstere Beigeschmack, der einfach zu Burtons Stil gehört und zuletzt mit „Sweeney Todd“ seinen absoluten Höhepunkt erreicht hatte. Diesem Film merkt man den Einfluss von Disney einfach zu sehr an, schade dass Burton sich jetzt auch noch der Geschichte von Dornröschen annehmen will, anstatt sich wieder seinem Gothikstil zu widmen. „Alice im Wunderland“ ist für einen netten Kinoabend gut, aber man sollte nicht zu viel erwarten, vermutlich reicht hier auch die DVD. Da wir den Film nur in 2D gesehen haben, kann ich nicht sagen, ob sich hier der Aufschlag für die 3D-Vorstellung lohnt.

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6 Kommentare

  1. Kann dem prinzipiell nur zustimmen. Ich habe sehr wenig von dem Film erwartet und war letztlich überrascht, dass noch so viele leicht düstere Gothiceinflüsse drin sind. Aber bei Burton kann man anscheinend immer ganz gut unterteilen in die bunten, animierten Kinderfilme wie „Alice“, „Charlie und die Schokoladenfabrik“ oder auch „Big Fish“ und die wirklich düsteren, erwachseneren Filme wie „Sleepy Hollow“ oder „Sweeney Todd“.

    Ich hatte gehofft, er würde „Alice“ als düsteren Erwachsenenfilm in die Kinos bringen; dies ist nicht der Fall. Visuell hat der Film zwar Schönes zu bieten, aber leider alles nur noch animiert; von den genialen Kulissen und Miniaturen Burtons ehemaliger Filme ist nicht mehr viel zu bemerken. Das animierte Bunte hat bei „Charlie“ (den ich auch sehr mag) gepasst, bei „Alice“ stört es mich.

    Ich habe das Buch nicht gelesen, aber nach allem, was ich nun weiß, scheint Burton sich nur Elemente der zwei Bücher gegriffen zu haben und sie in eine Hollywoodgeschichte à la „Narnia“ gestopft und das ganze Surreale mit den Reimen weggelassen zu haben.

    Anne Hathaway fand ich ziemlich gut als herumtänzelnde Königin, Carter als Rote Königin hat ebenfalls Spaß gemacht und Johnny war, wie man es eben erwartet hat. Die Hauptdarstellerin fand ich ziemlich blass.

    Insgesamt kann man sich den Film ruhig ansehen, nette Bilder hat er dann doch ein paar zu bieten, aber die Vorlage wurde anscheinend wenig umgesetzt, für Burton ist die Story auch viel zu langweilig und dass wirklich alles animiert ist, selbst sowas wie Pferde, ist einfach sehr traurig und schmälert zumindest bei mir eine Menge.

  2. Irgendwie konnte sich der Film nicht entscheiden, ob er ein Kinderfilm oder ein Nicht-Kinderfilm sein wollte. Die Mischung war dann das schlechteste von beiden…

  3. Da haben wohl einige den Film nicht verstanden. Irgendwie auch schwierig. Man geht in einen 3D Film und achtet erst einmal auf die Effekte. Aber dieser Film hat auch eine ganz besondere Aussage. Es geht doch darum, dass Alice noch wie ein Kind ist und nicht weiß was sie will und kann. Also kommt sie wieder ins „Wonderland“. Dort wird sie vom Hutmacher und allen anderen dazu ermutigt Erwachsen zu werden. Das Alice viel mehr kann als sie glaubt und etwas bewegen kann. Es stimmt, am Anfang ist sie noch sehr blass, aber zum Schluss hat sie so viel Kraft und Selbstvertrauen. Vielleicht sollten alle die Kritik üben an diesem Film einfach noch mal genauer hinsehen. Schlecht? Auf keinen Fall!!! Hier gibt es mehr als nur schöne Bilder.

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