„Abraham Lincoln: Vampirjäger“ – Absurder Quatsch!

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Wenn man von einem Film über Abraham Lincoln als Vampirjäger hört, freut man sich auf ein lustiges, unterhaltsames B-Movie, das sich selber nicht so ernst nimmt. In diesem Fall weit gefehlt, denn der Film tritt nicht nur alle historischen Fakten mit Füßen, er widerspricht sich unentwegt selbst und verzichtet dabei dummerweise auf jegliche Selbstironie. Was ein witziger Horrorstreifen hätte werden können, verkommt so zu einer dümmlichen Sammlung nicht konsequent angewendeter Vampirmythen kombiniert mit einer echt peinlichen Interpretation von Lincoln und dem Konflikt zwischen den Nord- und Südstaaten. Das ist nicht cool, das ist einfach nur mies!

Ein Vampir tötet die Mutter von Abraham Lincoln, der daraufhin zum Monsterjäger wird, um Rache zu üben und die Dämonen auszutreiben. Da die Südstaaten von Vampiren dominiert werden, beschließt Lincoln plötzlich, nachdem er jahrelang mit einer Axt Vampirköpfe abgeschlagen hat, über eine politische Karriere und einen Krieg die Herrschaft der Vampire zu beenden und die von ihnen unterdrückten Sklaven zu befreien.

Oh man, ich habe nicht wirklich angenommen, dass der Film gut wird, aber so einen konfusen Müll habe ich auch nicht erwartet. Während man sich die erste Hälfte des Films nur fragt, warum gerade Lincoln ins Zentrum gesetzt wurde, haut einen der verblödete Versuch, Lincolns politische Karriere als Kampf gegen die vampirischen Südstaaten umzubastelten, umso mehr schockiert aus den Socken, schon alleine, weil der Handlung eine so primitive Schwarz-Weiß-Sicht von Abraham Lincoln, der Sklavenbefreiung und des amerikanischen Bürgerkriegs zugrunde gelegt wird, wie sie heute eigentlich keiner mehr haben dürfte.

Aber auch sonst funktioniert hier gar nichts, Vampire sind mächtig, aber irgendwie dann doch nicht mächtig genug, um die Welt zu dominieren, dank Super-Sunblocker sind sie irgendwie auch tagsüber unterwegs und ob man von ihrem Biss nun stirbt und wie schnell oder selber zum Vampir wird, entscheidet der Film alle paar Minuten neu. Kampf- und Actionszenen müssen in einem solchen Film nicht gerade über Realismus verfügen, was einem hier geboten wird, ist aber einfach nur noch Schwachsinn, der in einer unfassbar übertriebenen Fahrt eines Zuges über eine brennende Überführung gipfelt. Selbst geistig Tiefergelegte dürften sich irgendwann die Frage stellen, warum Lincoln auf einmal eine politische Bahn einschlägt und seine Erzfeinde, die Vampire, Jahrzehnte brauchen, um sich endlich mal der eigentlich recht schutzlosen Familie zu widmen. Hier macht eigentlich nichts Sinn, weder die Handlungen der Guten, noch die der Bösen und den Faktor Zeit darf man gar nicht anwenden, wenn man z.B. im Hinterkopf hat, dass die Schlacht von Gettysburg beispielsweise nur drei Tage gedauert hat.

Was dem Film aber am meisten schadet, ist der unfassbare Ernst, mit dem einem diese hanebüchene Handlung ins Gesicht geschleudert wird. Die Macher wollten „Nationalheld“ Lincoln und den „guten, lieben“ Nordstaaten wohl wirklich ein Denkmal setzen, anstatt mit der im Grundsatz recht lustigen Idee ein wenig zum Schmunzeln und Gruseln anzuregen. Selbst, wenn man nicht gerade viel über die Geschichte der USA weiß, wird man hier einfach nur kopfschüttelnd aus dem Kino kommen und sich fragen, wieso man seine Zeit nicht sinnvoller genutzt hat.

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Ein Kommentar

  1. Mies! Wenn sich der Film nicht entscheiden kann, ob er ernst und ehrfuchtsvoll sein soll, oder absoluter Trash (die Idee hat ja durchaus einen gewissen Reiz), kommt leider so ein blödsinniger und auch noch verdammt langweiliger Murks heruas.

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