„The Circle“ – Komplette Kontrolle durch Social Media!

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Ein US-Konzern überwacht durch versteckte Kameras und Social Media Tools den ganzen Planeten, die User sind begeistert und keiner tut etwas dagegen! „The Circle“ zeigt eine gruselige Utopie einer Zukunft, die bei unserer heutigen Naivität beim Umgang mit Smartphones, Facebook und Google gar nicht so abwegig erscheinen mag. Prominent mit Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega, Patton Oswalt und Bill Paxton besetzt, hat der Film eigentlich alles, um ein Pflichtfilm für die heutige Generation zu werden. Wäre da nicht der letztendlich doch zu übertriebene und damit doch zu unrealistische Umgang mit der Technologie und vor allem der Hauptcharakter, der trotz aller Ansätze von Zweifel dann noch extremer mitmacht, sodass auch das finale Widersetzen nicht mehr wirklich ernst zu nehmen ist.

Inhalt

Als die auftrebende Mae Holland (Emma Watson) eine Stelle im Konzern „The Circle“ bekommt, einem Unternehmen, das alle Technologien mit Social Media verbunden hat, geht für sie ein Traum in Erfüllung. Obwohl sie eher ein Einzelgänger ist, lässt sie sich vom immer online dokumentierten Miteinander der Mitarbeiter anstecken, besucht euphorisch die Vorträge von Firmenchef Bailey (Tom Hanks) und ist spätestens, nachdem die Firma ihren schwer kranken Vater (Bill Paxton) gesundheitlich unterstützt, voll im Unternehmen integriert. Und obwohl sie damit jegliches Privatleben aufgibt, erklärt sie sich sogar bereit, ihr ganzes Leben zu filmen und mit der Welt zu teilen. Doch damit kommen die ersten ernsten Probleme.

Review

Was einen schon von Anfang an stört, ist die Tatsache, dass dem Treiben des Konzerns offensichtlich nicht nur freie Hand gelassen wird, sondern auch kein wirklicher Widerstand in der Bevölkerung zu existieren scheint. Dem Zuschauer wird sofort klar, dass hier totale Überwachung und die Aufgabe jeglicher Privatsphäre das Thema ist. Und so hofft er, dass die Hauptperson soviel Gehirnschmalz mitbringt, um das alles zu stoppen. Dass diese eigentlich an den richtigen Punkten aufhorcht und vom eigentlichen Programmierer direkt darafu gestoßen wird, was hier schief läuft, macht es umso unverständlicher wie sie im nächsten Moment offensichtlich ohne jegliche Restkritik im Kopf wieder voll für den „Circle“ agiert und oft sogar noch einen draufsetzt.

Doch warum stört mich das so? Weil der Film ansonsten ein so brisantes Thema mit absolut interessanten Grundideen abliefert. Das bedingungslose Teilen aller privaten Informationen, die Aufgabe des Privatlebens für erzwungene Aktivitäten mit angeblichen Freunden, das immer positive Auslegen neuer Technologien, ohne die mindestens ebenso großen Gefahren, die darin stecken, all das ist in abgeschwächter Form heute schon so, eine Entwicklung in eine Zukunft, wie der Film sie zeigt, ist also nicht abwägig. Aber dem Film fehlt eben der richtige Widerstand, selbst das Ende ist alles andere als befriedigend, die Handlungen kommen eindeutig zu spät und sind auch nicht unbedingt ausreichend, um die Gefahr zu bannen.

Dabei machen die Darsteller ihre Sache gut, der Film ist grundsätzlich spannend und auch optisch und akustisch rund, aber irgendwie hinkt die Ausführung der ebenso grundsätzlich sehr interessanten Handlung. Ich kenne leider die Buchvorlage nicht, vielleicht könnte man dann eher sagen, ob der Film hier versagt hat, indem er wichtige Aspekte ausgelassen und abgeändert hat oder ob hier einfach nicht genug darauf eingegangen wird, was im Kopf der Protagonistin vorgeht, vielleicht könnte man sich dann besser in die hineinversetzen.

Doch hier muss erst etwas so Unentschuldbares passieren, bis (immerhin) der Hauptcharakter aufwacht. Wie es dann in einer so überwachten Welt möglich ist, durch einfaches Abschalten der Kamera plötzlich mal ein paar Tage völlig unbeachtet zu bleiben, während einem am Tag zuvor noch Millionen „Circle“-User online folgten, ist dann auch so ein Stolperstein. Wenn die Technologie der Zukunft sich so bahnbrechend weiterentwickelt haben soll, sollte man auch nicht so tun, als könnte man sich ihr dann doch so leicht entziehen.

„The Circle“ hat hier ein wenig von „Die Welle“, dann wieder etwas „Truman Show“, aber insgesamt eben nicht deren Qualität. Anschauen sollte man den Film aber doch, dafür ist das Thema doch zu interessant. Wobei man dann vielleicht eher zum Buch greifen sollte.

Fazit

„The Circle“ ist ein Film über eine nicht abwegige Zukunft, in der die ganze Welt unter dem Einfluss eines Social Media Phänomens mit einer weltweiten Vernetzung aller technischen Geräte, Überwachungskameras, hätte ein Pflichtfilm werden können, wenn trotz offensichtlicher Ausrottung jeglicher Privatsphäre der Widerstand gegen den „Circle“ besser spürbar gewesen wäre. So fällt es einem schwer, sich mit Hauptdarstellerin Emma Watson zu identifizieren, obwohl diese ansonsten keine schlechte Leistung abliefert. Unglaublich viel Potential, leider nicht konsequent und logisch genug umgesetzt.

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