„Avengers 3: Infinity War“ – Geniales Marvel-Crossover-Feuerwerk!

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Zehn Jahre und fast 20 Filme lang wurde im MCU auf diesen Film hingearbeitet, „Infinity War“ bringt jetzt (fast) alle Superhelden des Franchise, ihre Sidekicks und die zahlreichen Handlungsstränge zusammen und das auch noch auf so perfekte Art und Weise, dass DC nach dem letzten Combo-Flop „Justice League“ einfach das Handtuch werfen sollte. Die Kalauer und Sprüche funktionieren besser als bei „Thor 3“, was vor allem den „Guardians of the Galaxy“ geschuldet ist, im Gegensatz zu „Avengers 2“ funktioniert hier tatsächlich das Zusammenspiel der übermäßigen Anzahl an Superhelden, die wahllos zusammengewürfelten Teams harmonieren großartig und erstaunlicherweise bekommt sogar jeder Charakter genug Aufmerksamkeit und einen wichtigen Anteil an der Handlung. Mit Thanos tritt die böse Eminenz, die schon seit dem ersten „Avengers“ im Hintergrund die Fäden zieht, endlich richtig in Erscheinung und sorgt dafür, dass die Handlung neben ihren lustigen Momenten so düster wie kaum zuvor abgleitet. Schon früh wird einem klar, dass in diesem Film alles möglich ist und auch nicht alle Helden das Ende lebend erreichen werden, was den Film deutlich spannender werden lässt. Marvel wächst noch einmal über sich hinaus und entlässt einen mit dem größten Cliffhanger des MCU und einem gierigen Verlangen nach „Avengers 4“.

Inhalt

Der mächtige Thanos (Josh Brolin) will endlich seinen Plan, die sechs Infinity-Steine in seinen Besitz zu bringen, in die Tat umsetzen, um mit deren Kräften die Hälfte der Bevölkerung in allen Universen zu vernichten. Das bringt ihn nicht nur im Weltall mit Thor (Chris Hemsworth) und den Guardians um Star-Lord (Chris Pratt) und Thanos Ziehtochter Gamora (Zoe Saldana) zusammen, auch auf der Erde, wo Vision (Paul Bettany) und Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) zwei der Steine besitzen, droht Gefahr. Der Kampf quer durch die Galaxien bringt somit auch Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Black Panther (Chadwick Boseman) und weitere Superhelden auf den Plan, die in den ungewöhnlichsten Konstellationen versuchen, Thanos und seinen Anhängern die Tour zu vermasseln.

Review

Nachdem erst vor kurzem Spiderman, Black Panther und Doctor Strange ihren eigenen Film bekommen haben und mit „Captain America 3“ der Konflikt unter den Avengers geschürt wurde, war die Ausgangslage generell schon sehr interessant im MCU. Trotzdem war ich skeptisch, ob dieser Overkill an Superhelden tatsächlich funktionieren und zudem noch die Haupthandlung sinnvoll vorantreiben würde. Doch meine Zweifel erwiesen sich als vollkommen unbegründet, „Avengers 3“ nimmt sofort Fahrt auf, startet auf besonders bittere Art, lässt einen schnell wissen, dass es in diesem Film nicht zwangsläufig gut für alle Hauptcharaktere ausgehen wird und zieht einen so schon nach Minuten in seinen Bann. Allerdings gönnt einem der Film im Anschluss einige amüsante Momente, wenn Sprücheklopfer wie Thor und Star-Lord oder Egomanen wie Doctor Strange und Iron Man aufeinander treffen. Dabei gelingt es den „Captain America 2 & 3“-Regisseuren Anthony Russo und Joe Russo tatsächlich, den Humor der „Guardians“ einzufangen und nicht wie bei „Thor 3“ zu übertreiben. Die Situationskomik und die Sprüche funktionieren hier großartig und bieten einem immer wieder einen entspannenden Moment im finsteren Kampf gegen den fiesen Thanos. Was der Film zusätzlich schafft, ist, dass Thanos als Bösewicht interessanter und vielschichtiger wird. Sein tödliches Ziel zeichnet ihn zwar weiter als Wahnsinnigen aus, doch der Film gibt ihm tatsächlich eine nicht ganz abwegige Begründung und lässt ihn sogar Gefühle zeigen.

Ansonsten ist das große Crossover natürlich in erster Linie eine Action- und Effektorgie. Wenn man den Abspann des Films anschaut, scheint es weltweit keine Animationsfirma zu geben, die nicht hinzugezogen wurde, um die zahlreichen Effekte möglich zu machen. Diese wirken allerdings gerade in den Massenkampfszenen in Wakanda nicht immer ganz rund. Die Action hingegen gewinnt zudem dadurch, dass die Superhelden hier bunt neu zusammengewürfelt werden. Dann muss Thanos sich auch mal zeitgleich mit Star-Lord, Iron Man, Doctor Strange und Spiderman befassen, was den Kämpfen eine interessante neue Note verleiht. Hier kämpfen die Helden aus dem All plötzlich in Wakanda und ein paar der irdischen Avengers am anderen Ende der Galaxie. Trotz oberflächlicher Darstellung von Liebesbeziehungen und ungeklärten Streitigkeiten zwischen einigen der Helden setzt „Infinity War“ eindeutig nicht auf Tiefgang oder große Gefühle, hier wird vorrangig auf die Kacke gehauen, was das Zeug hält. Das allerdings ungewöhnlich abwechslungsreich, überraschend und oft mit einem Ausgang, den man so nicht erwartet hätte.

Wer über Jahre eine Beziehung zu den Helden des MCU aufgebaut hat, der wird hier auf eine harte Probe gestellt, denn schon früh wird klar, dass dieser Film Verluste bringen wird und diese Unwissenheit, wen es wann treffen könnte, gibt allen Kämpfen um Leben und Tod eine ganz neue Note, schließlich war man es doch schon irgendwie gewohnt, dass bei allen bisherigen Filmen eigentlich am Ende die wichtigsten Charaktere unversehrt bleiben würden. Diese ganzen bisherigen Filme sollte man allerdings wirklich gesehen haben, denn obwohl man das Zusammentreffen alter Bekannter für eine paar verkürzte Zusammenfassungen nutzt, funktioniert der Film ganz klar nur mit dem Wissen um die Handlungsstränge aus den Einzelfilmen, die hier zusammengeführt werden. Zudem bringt der Film neben fast allen Haupt- und den wichtigsten Nebencharakteren der Vorgänger sogar ein paar Charaktere zurück, die man schon gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Und selbst „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage steigt mit seiner wohl ungewöhnlichsten „Zwergenrolle“ in das Geschehen mit ein.

Ich werde natürlich nicht verraten, wie weit es der Film am Ende wirklich treibt und welche Helden den Film nicht überleben, doch sei allen nach dem heftigen Ende gesagt, dass „Avengers 4“ schon in einem Jahr kommt und sicher so einiges wieder gerade rücken wird. Trotzdem lässt einen das Ende natürlich ziemlich durchgeschüttelt im Kinosessel zurück, da hilft auch die Rückkehr eines lange verschollenen Hauptcharakters und das Anteasern von „Captain Marvel“ in der Szene nach dem Abspann nicht.

„Avengers 3“ darf sich ohne Zweifel als das erste große und wahrlich gelungene Zwischenfinale bezeichnen, das die Handlungen und Charaktere des gesamten MCU perfekt zusammengeführt hat und so Lust auf weitere Filme macht.

Fazit

„Avengers: Infinity War“ führt nicht nur gekonnt die bisherigen Filme und ihre Superhelden gekonnt zusammen, es bringt auch das ganze MCU ins Wanken und zeigt mit seiner herrlich komischen und zugleich extrem heftigen und unberechenbaren Handlung, dass im Kinouniversum von Marvel noch mit einigem zu rechnen ist und trotz einiger Ermüdungserscheinungen immer noch Potential steckt.

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