„Avengers 4: Endgame“ – Grandioser Abschluss bzw. Zwischenstand!

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Ja, Phase 3 des MCU endet erst im Sommer mit „Spider-Man: Far From Home“, aber der vierte Film der „Avengers“ ist in jeder Hinsicht ein perfekter Abschluss für alle bisherigen Filme der Marvel-Reihe. So werden hier nicht nur so ziemlich alle Handlungsstränge aller 21 bisherigen Filme zusammengeführt und größtenteils abgeschlossen, es gibt auch so viele Verknüpfungen untereinander, dass es eine wahre Freude ist. „Endgame“ vollendet also nicht nur den „Infinity War“, sondern auch alle Geschichten, die 2008 mit „Iron Man“ starteten. Und obwohl ich natürlich wieder nicht ganz glücklich mit der Zeitreiselogik bin, muss ich zugeben, dass hier wirklich alles richtig gemacht wurde. Nicht nur der Rundumschlag und die direkten Bezüge zu Ereignissen aus über 10 Jahren MCU, garniert mit unglaublich vielen Auftritten von Haupt- und Nebendarstellern aus allen bisherigen Filmen, die Handlung bleibt trotz der drei Stunden Laufzeit spannend und abwechslungsreich, die Gags sitzen und auch die Action setzt noch mal einen drauf. Hier zahlt es sich tatsächlich aus, alle bisherigen Filme gesehen zu haben. Runder hätte man das Ganz nicht abschließen können. Wobei es sich hier ja nicht wirklich um einen Abschluss handelt, mehr um einen abgeschlossenen Zwischenstand. Achtung, ich werde übrigens hier und da etwas spoilern, wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte daher erst später weiterlesen.

Inhalt

Thanos (Josh Brolin) hat die Hälfte allen Lebens im Universum mit einem Fingerschnippen ausgelöscht und die Erde trauert um die Verschwundenen, das gilt auch für die Avengers. Zum Glück schafft man es mit Hilfe von Captain Marvel (Brie Larson) den im All verschollenen Iron Man (Robert Downey Jr.) zu retten und dann auch Thanos aufzuspüren und zu töten. Doch die Hoffnung, seinen Handschuh zu holen und alles rückgängig zu machen, gelingt nicht, da dieser die dafür benötigten Steine bereits zerstört hat. Auch fünf Jahre später hat sich die Welt noch nicht von Thanos‘ Tat erholt. Doch als Ant-Man (Paul Rudd) durch einen Zufall aus der Quantenebene zurückgeholt wird, entwickelt er zusammen mit Captain America (Chris Evans), Iron Man, Hulk (Mark Ruffalo) und Black Widow (Scarlett Johansson) eine Theorie, mit der sie durch die Zeit reisen und die Ausgelöschten zurückholen könnten. Doch die Chancen sind gering und nicht alle Avengers sind in Bestform, vor allem Thor (Chris Hemsworth) hat sein Versagen beim Kampf gegen Thanos nicht gerade gut verarbeitet.

Review

Jetzt ist es soweit, nach vielen Theorien und Gerüchten weiß man, wie es nach den Ereignissen von „Avengers 3“ weitergeht. Es hat wohl keiner dran gezweifelt, dass die zahlreichen Helden, die sich in Staub auflösten, wieder gerettet werden würden, es war aber auch klar, dass nicht alle Avengers diesen Film überleben würden. In der Hinsicht hatte ich zwar erwartet, dass mehr das Zeitliche segnen würden, aber wen es dann traf, war doch zumindest in einem Fall eine Überraschung. Was „Endgame“ aber so von „Infinity War“ abhebt, ist, dass hier nicht nur eine große Handlung abläuft, sondern quasi 21 Handlungsstränge aufgegriffen, fortgesetzt und zu einem Großteil sogar abgeschlossen werden. Und das funktioniert wirklich großartig. Dabei nimmt sich der Film vor allem Zeit für seine allererste Riege der Avengers, auch wieder mit Hawkeye, der hier sogar sehr stark in den Fokus rückt. Dank einiger genialer Kniffe springt die Handlung sogar direkt an einige Punkte in den alten Filmen zurück und beleuchtet diese mitunter aus einem ganz anderen Blickwinkel. So sind in diesem Film nicht nur alle alten und neuen Helden zu sehen, wir treffen auch erneut auf Peggy Carter, Valkyrie, Jane Foster, Loki, Hank Pym, Nick Fury, Red Skull, Howard Stark und sogar Alexander Pierce, um nur ein paar Überraschungsauftritte zu nennen, denn es gibt noch weit mehr. Eine Rückkehr auf diesen Level hatte ich nach dem eher mäßigen „Captain Marvel“ fast schon nicht mehr erwartet.

Und auch, wenn hier gerade im letzten Drittel actionmäßig sogar auf „Infinity War“ noch mal einen ganze Schippe drauf gelegt wird, entpuppt sich „Endgame“ über weite streckend erstaunlich ruhig, ohne auch nur einen kurzen Moment zu lang daher zu kommen. Was ebenfalls grandios gelungen sind, ist der Humor. Die Masse an sitzenden Onelinern ist schon gar nicht mehr zu zählen und wenn man nicht mit dem körperlichen Niedergang Thors den humoristischen Bogen doch etwas überspannt, ist „Avengers 4“ wohl einer der amüsantesten Filme des bisherigen MCU. Allerdings ohne auch nur ansatzweise eine Komödie zu sein, es gibt nämlich auch genauso viele düstere, hoffnungslose und traurige Momente. Joe und Anthony Russo, die auch schon „Avengers 3“ inszenierten, ist tatsächlich ein unfassbar runder Abschluss gelungen, der einen tatsächlich mit der Frage stehen lässt, warum es denn jetzt überhaupt noch weitergehen muss. Man darf also gespannt sein, wie es spätestens ab Phase 4 weitergehen wird und ob das MCU diesen Moment überhaupt noch toppen oder auch nur ansatzweise halten können wird.

Ich verkneife es mir jetzt, mich mit der Logik der Zeitreisen in „Endgame“ auseinander zu setzen, obwohl ich wie bei fast allen Filmen, die sich dieser Thematik bedienen, auch hier nicht davon überzeugt bin, dass sie logisch aufgeht. Aber das war tatsächlich der einzige kleine Dämpfer, den mir der Film verpasst hat. Ein zweiter kleiner Kritikpunkt wäre noch, dass ich hier nicht noch mal so mitgefiebert habe wie bei „Infintiy War“, irgendwie war es klar, dass man am Ende Thanos besiegen und die Verwehten zurückholen würde, es blieb nur die Frage, welche Avengers nun endgültig das Zeitliche segnen würden. Aber auch dieser Kritikpunkt fällt kaum ins Gewicht, da ich mit „Endgame“ bestmöglich unterhalten wurde, bei weitem keine reine Actionorgie erhalten habe, oftmals gut lachen konnte und gleichzeitig an anderen Stellen emotional bewegt wurde und schlussendlich den Hut davor ziehen muss, wie man mit einem einzigen Film ein dermaßen großes Franchise so perfekt zusammenführen kann.

Fazit

„Avengers 4“ funktioniert auf unfassbar geniale Weise nicht nur als Fortsetzung von „Avengers 3“, sondern als Finale aller bisherigen 21 Filme aus dem MCU, garniert mit zahlreichen Leckerbissen für die Kenner all dieser Film, gelungenen Gags und natürlich bahnbrechenden Actionszenen, ohne dabei auf Tiefgang und Charaktermomente zu verzichten. „Endgame“ erfüllt und übertrifft tatsächlich die hohen Erwartungen!

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