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Die Briten hatten schon immer eine deutlich schwärzere Vorstellung von Humor, dementsprechend bietet auch diese Komödie über ein englisches Mädchenpensionat eine gelungene Mischung aus bitterbösem Humor, skurillen Ereignissen und doch einer ganzen Menge Charme. Guter Geschmack und allgemeine Regeln werden hier so großartig verdreht, dass man die fiesen, frechen, kriminellen Mädels der St. Trinian Schule einfach gern haben muss und aus dem Grinsen den ganzen Film nicht mehr herauskommt. Ein einzigartiger Film ist sicher nicht heraus gekommen, ich wurde aber durchweg gut unterhalten, nicht zuletzt aufgrund der Musik, die den Stil des Films hervorragend unterstrichen hat.

St. Trinian unterscheidet sich in jeder Hinsicht von anderen Mädchenschulen in England, die Lehrmethoden entsprechen keiner gängigen Praxis, das Lehrerzimmer gleicht einer Kneipe, die Lehrer passen dort gut hinein und die Mädchen einfach nur als Außenseiter zu bezeichnen, wäre noch nett formuliert. Doch Bildungsminister Thwaites will dem Übel entgegenwirken, allerdings entpuppt sich die verrückte Direktorin Camilla Fritton als eine alte Flamme von ihm. Doch die Direktorin muss sich auch mit Geldproblemen auseinandersetzen, in einer Woche muss sie 500.000 Pfund besorgen, damit die Schule nicht geschlossen wird. Die Schülerinnen planen daraufhin, das “Mädchen mit dem Perlohrring” aus der Nationalgalerie zu stehlen, doch dafür müssen sie erstmal einen Schulwettbewerb gewinnen…

Wenn die neue Schülerin St. Trinian erreicht und draußen ein Mädel an einem Seil über den Rasen geschleift wird, weiß man sofort, dieser Film kennt keine Grenzen …und wird Spaß machen. Von allen Prognosen für die “Sneak Preview” dieser Woche hatte ich mich auf diesen Film am wenigsten gefreut und konnte danach ein weiteres Mal der Sneak für einen tollen Film danken, der mir sonst auf jeden Fall entgangen wäre.

Mit seinem rabenschwarzen Humor und den verrückten Charakteren, allen voran Camilla Fritton, die grandios von Rupert Everett gespielt wird, der zudem auch noch ihren Bruder spielt, schafft der Film eine so amüsante Atmosphäre, dass er von der ersten bis zur letzten Minute Spaß macht. Und obwohl er eine relativ altbackene Story bringt, wirkt diese sehr frisch und abwechslungsreich. Auch die Mädels in ihren zahlreichen Facetten der Verrücktheit tragen dazu natürlich maßgeblich bei und Colin Firth als korrekter Minister und seine eingebildete Tochter mit ihrer Elite-Schule bilden einen hervorragenden Gegenpol. Auch witzig, dass ich Lena Headey als verklemmte Englischlehrerin zuerst gar nicht erkannt habe, der Charakter ist eben doch etwas anders als der in den “Sarah Connor Chronicles”.

Zudem ist der Film mit einem unterhaltsamen Soundtrack ausgestattet, der einfach super zum Thema passt, vermutlich hätte ich diese Girlgroup-Mukke sonst nie ertragen, aber in dem Film passte sie einfach perfekt. Außerdem ist der Film mitunter sehr schön inszeniert und geschnitten, was ihn auch von der Masse abheben konnte.

Wer also einfach mal einen Abend voll anarchischem Humor genießen will, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. “Hanni und Nanni” waren gestern, heute erobern die “Girls von St. Trinian” die Schulwelt.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


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