„Watchmen“ – Ganz großes Kino!

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Ende der 80er erschuf Alan Moore eine Graphic Novel, welches zu Zeiten der bunten Superhelden einen traurigen Abgesang darauf schuf. Sein Werk behandelte u.a. die tiefsten Abgründe verkleideter Menschen und die Angst vor einem Nuklearkrieg. Die Geschichte wird heute noch gefeiert und kam auf die Liste der „hundert besten Bücher“ vom „Time Magazine“. „Watchmen“ gilt unter Kennern bis heute noch als unverfilmbar. Im März kommt die Verfilmung vom jungen Regisseur Zack Snyder in die Kinos. Wider allen Regeln wagte er viel und schuf einen Film, der so nah an der Vorlage ist, wie es nur ging. Der beste Comic aller Zeiten wurde verfilmt und erklomm auch in der Filmgeschichte eine weitere Stufe im Genre der „Comicverfilmungen“. Meine erste echte „Filmperle“ 2009.

Man erlebt eine Geschichte in einer Parallelwelt, wo ganz normale Menschen in Kostümen das Gesetz verteidigen wollten. Doch aufgrund von Unruhen wurde das Dasein als Superheld in Amerika verboten und alle „Watchmen“ zogen sich in ein normales Leben zurück. Bis dann einer von ihnen zur Zeit des „Kalten Krieges“ brutal getötet wird. Während die meisten früheren Helden hinter dem Attentat nichts weiter sehen, glaubt „Rohrschach“, der letzte aktive Verbrechensbekämpfer, dass jemand die Helden von früher umbringen will. Und als weitere Attentate folgen und der einzige wirkliche Held mit Kräften verschwindet, scheint der Plan des mysteriösen Fädenziehers aufzugehen. Ein Nuklearkrieg zwischen Amerika und Russland steht unmittelbar bevor.

Das ist allerdings nur die oberflächliche Geschichte von „Watchmen“. Schon in den ersten Minuten erkennt man, worum es unterschwellig wirklich geht. Der „Kalte Krieg“ und die Angst vor dem Nuklearkrieg bzw. Dritten Weltkrieg werden hier ausführlich behandelt. Der Film spielt dabei zur Amtszeit von Nixon und holt die Themen aus den 80ern wieder in die aktuelle Welt. Die Superhelden, die in diesem Film leben, sind keine Supermänner, sondern fast ausnahmslos einfache Menschen ohne Kräfte, die sich wegen ihrer Komplexe verkleideten. Ihre seelischen Abgründe sind mindestens so dunkel und tief wie die unseren und zeigen, was aus großer Macht folgt. Dabei wird das Thema Moral, um genau zu sein „Gut und Böse“, und dessen Konsequenzen sehr geschickt thematisiert. Kann man mit bösen Handlungen Gutes erreichen und ist das auch seelisch vertretbar? Wo sind die Grenzen der Zivilcourage? Ist man überhaupt ein Held oder doch der Bösewicht? Darf man sich überhaupt als Gott aufschwingen und bestimmen, was „Gut“ und was „Böse“ ist? Ist man „gut“, wenn man für sein Land als Held dient, auch wenn man dafür töten muss?

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Mit all diesen Themen und vielen weiteren wird man sich auseinandersetzen müssen, wenn man „Watchmen“ schaut. Dabei erklimmt der Film eine weitere Stufe in der Filmgeschichte der Comicverfilmungen. Das bewährte Muster, nämlich den Helden des Films mit seiner Entstehungsgeschichte einzuführen und dem Zuschauer dann den Bösewicht vorzustellen, hat hier ausgedient. All die typischen Klischees einer Comicverfilmung sind verschwunden und endlich schaffte man es, ein ganzes Universum darzustellen. Ich hoffe ja, dass „The Avengers“ von Marvel das in dem Punkt auch gut schaffen wird. An die Fertigstellung vom „JLA“-Projekt von DC kann man ja nicht mehr hoffen.

Ich habe übrigens „The Dark Knight“ für die, besser gesagt eine, der besten Comicverfilmungen gehalten, dabei setzt „Watchmen“ ganz andere Schwerpunkte. „Dark Knight“ war ein Unterhaltungsfilm mit etwas Anspruch, „Watchmen“ besitzt Anspruch und liefert nebenbei auch Unterhaltung. Man kann nur noch bedingt von „Popcorn-Kino“ reden.

Die Graphic Novel war damals inhaltlich und zeichnerisch seiner Zeit weit vorraus und ist es heute immer noch. Bis heute gibt es kein Werk, welches ansatzweise diese Komplexität besitzt. Auch Werke wie „Kingdom Come“ behandelten Politik und Moral bis zu einem gewissen Grad, kamen aber nicht an das Original ran. Ich bleibe immer noch dabei, dass man „Watchmen“ nicht verfilmen kann, denn die Erzählstruktur ist immer noch einzigartig komplex und verschachtelt. Eine unglaublich detaillierte Geschichte, die durch wesentlich mehr Handlungssträngen, als die Verfilmung besitzt, erzählt wird und sogar durch Ausschnitte von Romanen bzw. Sachbüchern die Grenzen eines Comics ablegte. Der Regisseur des Films, Zack Snyder, legte zwar den Romanabschnitt weg wie auch die animierte (!) Piratengeschichte und einzelne Vertiefungen im Comic, davon profitierte der Film aber. Mehr hätte inhaltlich nicht gepasst, es wäre auch alles viel zu überladen geworden, dafür ist der Rest überwiegend 1:1 umgesetzt worden und kann sich damit mit der originaltreuen Umsetzung von „Sin City“ messen. Der animierte Teil über den Piraten, „Tales of the Black Freighter“, kommt übrigens bei der DVD-Version mit rauf.

Auch künstlerisch versuchte man viel zu investieren. Die geschickten Bewegungsabläufe einzelner Figuren und Szenen, die der Zeichner Dave Gibbons im Comic geschickt darstellte, wirken im Film im Vergleich zwar einen Tick schlechter, das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, denn man kann getrost sagen, dass Regisseur Zack Snyder sich noch weiter entwickelt hat. „Watchmen“ wurde großartig und stimmig inzeniert, so dass man ständig einen kleinen Schauer als Fan spürt. Nicht nur wegen der Originaltreue, sondern wegen seinen Bildern und der Atmosphäre, die er schuf. Eine düstere und kalte Welt erwartet einen, die, das ist das Schlimmste dabei, einem erschreckend real vorkommt, denn sie ist nicht weit von der unseren entfernt. Dies wurde mit großartigen Bilder umgesetzt, wo ein überwältigendes Bild das nächste jagt. Sei es die Explosion einer Atombombe oder die Darstellung einer gläsernen Uhr auf dem Mars.

Auch die musikalische Untermalung macht sich bemerkbar. Die Generationen der Helden wurden durch die Musik der 60-80er Jahre ebenfalls konsequent dargestellt und untermalt auch inhaltlich, wie Nenas „99 Luftballons“ es beweist. Der Regisseur arbeitete die Musik so geschickt in den Film hinein, wie man es sonst nur von den Werken von Tarantino gewohnt ist.

Zum guten Schluß muss man auch auf künstlerischer Ebene die Kampfszenen erwähnen. Schon im Comic waren sie opulent inzeniert, trotzdem war das Werk inhaltlich eher realistisch geblieben und so auch die Kämpfe. Mit dem Regisseur Zack Snyder hatte man nun jemanden geholt, der speziell auf stylische Kämpfe fixiert ist. Diese sehen unheimlich gut und „cool“ aus und sorgen zwischen den langen Dialogen für Action, anderseits hat es dieses Werk aber nicht nötig, einen gewissen Teil seiner Zeit damit zu „verschwenden“. Da dieser Film aber unheimlich speziell ist, kann man dem Regisseur wiederum kaum einen Vorwurf machen, das Werk durch zahlreiche Kämpfe massenfreundlicher zu machen. Und ich gestehe, irgendwie finde ich sie auch verdammt geil. Aber generell ist die gesamte Darstellung der Helden einfach zu cool und verzerrt damit die Ansichten der eigentlichen Geschichte, die ja gerade erzählen will, dass es nur einfache Menschen mit Komplexen in Kostümen sind und keine wahren Helden im klassischen Sinne.

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Leider gibt es noch andere Kleinigkeiten, die durch den Regisseur negativ auffallen. Sei es die Tatsache, dass es zu wenig erklärt wird, wieso die Konturen von Rohrschachs Maske sich die ganze Zeit bewegen oder die Tatsache, dass auch viele andere wichtige Informationen aufgrund von Zeitmangel nur angedeutet werden.

Da kommen wir aber auch gleich zur nächsten Thematik. Die Änderungen vom Comic zum Film. Inhaltlich wurde nur geschnitten, um das Werk ansatzweise auch zu einem Film zu machen, wirklich geändert wurde lediglich das Ende, welches nicht mehr ganz so bunt geworden ist. Inhaltlich blieb die Thematik der Bedrohung und damit die Idee des ganzen, es wurde nur optisch etwas angepasst. Dies ist aber positiv, da das richtige Ende in einem Film lächerlich gewesen wäre. Ansonsten fällt einem als Fan des Comics der erhöhte Brutalitätsgrad auf. Ich hatte die Befürchtung, dass „Watchmen“ zu nett sein würde, zu harmlos, um ihn für die Masse anschaubar zu gestalten. Dies ist zum Glück nicht eingetreten, fast schon mehr das Gegenteil. Gewalt und Sex gehören zu „Watchmen“ einfach dazu, denn sonst könnte man die Botschaften des Films auch nicht deutlich genug erzählen, aber im Film sind alle Gewaltszenen sehr freizügig ausgeschmückt. Zerplatzte vorher jemand, so sieht man jetzt noch zusätzlich die Gedärme, wurden auf jemanden tote Hunde mit offenen Köpfen geworfen, so bekommt die selbe Person im Film noch ein Beil in den Kopf. Es tat einfach nicht not und zeigt leider Snyders Besessenheit von Gewalt, was man schon bei seinem vorigen Film „300“ erahnen konnte. Es sind zwar nur leichte Ausschmückungen, aber diese sorgen wahrscheinlich dafür, dass der Film vielleicht die FSK 18 statt FSK 16 bekommt. Das wäre allerdings sehr schade, da so wahrscheinlich noch weniger Leute diesen gelungenen Film sehen werden.

Man hatte schon früher versucht „Watchmen“ zu verfilmen, damals scheiterte schon die Produktion bei den Anfängen, allerdings waren damals große Schauspieler im Gespräch. Dies ist in der Verfilmung von Snyder nicht der Fall. Man kennt kaum einen von den Schauspielern, aber das macht nichts. Die noch etwas unbekannteren Schauspieler spielen die Charaktere unglaublich gut und mit dem erforderlichen Tiefgang. Gerade die Hauptperson „Rohrschach“ spielt sehr überzeugend, obwohl man sein echtes Gesicht kaum sieht und auch der Darsteller vom Comedian spielt sehr überzeugend.

Das Tolle am Film sind neben der Erzählweise und den politischen Thematiken die Figuren. Jede Figur ist äußerst menschlich und alles andere als ein Abziehbild. Jeder ist in sich widersprüchlich. Allein die Hauptperson „Rohrschach“ bringt jeden Verbrecher brutal um, ist aber nicht bereit seine moralische Sichtweise zu ändern, also etwas Böses zu machen, um damit etwas Gutes zu bewirken. Der „Comedian“ quält gerne Menschen und hat auch keinen Skrupel eine schwangere Frau umzubringen, bricht aber zusammen, als er von einem Plan hört, der selbst für ihn moralisch verwerflich ist.

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Man muss Zack Snyder diesen Film hoch anrechnen. Snyder hat neben „Dawn of the Dead“ und „300“, die beide sehr erfolgreich waren, nur eine Produktionsfirma mit seiner Frau. Seit Beginn seiner Karriere geht selbige steil nach oben, aber ob sie das nach diesem Film immer noch machen wird, ist äußerst fraglich. Ein sehr brutaler Film, der gleichzeitig mehr mit den Charaktermomenten besticht, trotzdem extreme Kampfszenen besitzt und noch dazu politisch aktuell wie kaum etwas anderes in dem Genre ist. Schwer, dafür eine Zielgruppe zu finden. Obwohl ich mit „Dawn of the Dead“ kaum was anfangen konnte und auch „300“ kritisch gegenüberstehe, muss ich ihm sein Projekt „Watchmen“ somit als berufliches Risiko hoch anrechnen. Quasi als „Anti-George Lucas/Steven Spielberg“ machte er diesmal wirklich einen Film für die Fans, den die Masse aber wahrscheinlich leider nicht ansprechend finden wird. Ich wünsche es diesen Film mehr als alles andere, dass er Erfolg haben wird, aber er ist aus meiner Sicht zu seltsam und zu brutal. Selten ein so mutiges Filmprojekt gesehen und das in einer Zeit, wo im „Filmgeschäft“ nur noch das Geld regiert und somit immer die selben langweiligen Filme gedreht werden.

Besonders klasse ist, dass Zack Snyder versucht hat, den Film ebenfalls mit kleinen Details auszustatten, wie es bei dem Original üblich war. So sieht man ständig am Anfang Rohrschachs „wahres“ Ich, Andeutungen zu Silk Spectres (Malin Akerman) Verwandschaft oder ständig den Satz auftauchen „Who watches the Watchmen?“, der auch inhaltlich ständig als Leitfaden auftaucht. Auch genial ist die Marketingkampagne zum Film, dass man in vielen Kinos einen „Watchmen-Smiley“ als Button geschenkt bekommt, der durch den Film mehr Bedeutung hat, als es normalerweise bei Werbegeschenken üblich ist.

Ich könnte diesen Post noch ins Endlose erweitern. Würde am liebsten die Details erwähnen, die Zack Snyder in dem Film einbaute oder erklären, warum der Film trotz einer Spiellänge von über 2 1/2 Stunden immer noch zu wenig Charaktertiefe bietet und könnte auch Vermutungen anstellen, was in dem Directors Cut drin ist, der, laut dem Regisseur, den Figuren mehr Tiefe bietet, der aber wegen der Länge vom Studio abgelehnt wurde.

Um aber ein Fazit zu machen, kann ich nur sagen, dass es für mich die beste Comicverfilmung und auch vielleicht die treuste Umsetzung ist. Man merkt, dass alle Beteilligten hier mit viel Liebe gearbeitet haben und etwas schufen, was in Hollywood nicht üblich ist. Einen Film, der als „schnöde und zu bunte Comicverfilmung“, wie Ignoranten es ausdrücken könnten, bei mir mehr zum Nachdenken und Diskutieren angeregt hat, als alles, was ich in letzter Zeit gesehen habe. „Watchmen“ ist großes Kino, welches wegen seiner Extravaganz hoffentlich überhaupt Publikum finden wird. Verdient hätte er es das aber auf jeden Fall. „Watchmen“ ist mein erstes Filmhighlight 2009 und Fans von Superhelden, die auch einer tiefgründigeren, politischen Geschichte nicht abgeneigt wären, sollten sich den Film unbedingt anschauen. Sie verpassen sonst etwas.

Am 5. März kommt der Film in die deutschen Kinos.

In dem Sinne: „Who watches the watchmen?“

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30 Kommentare

  1. Ich bin nie ein Fan von Comics gewesen, aber hier steckt echt eine Menge interessanter Ansätze hinter und auch der Stil des Films ist super. Wenn man überlegt, dass der Autor der Vorlage Alan Moore ist, der auch für „From Hell“ und „V wie Vendetta“ verantwortlich ist, versteht man, sollte man dem Film gleich etwas offener gegenüber stehen.

    Die Idee, die Geschichte ab den 60ern zu verändern mit dem Ansatz, dass ein paar Freaks als Superhelden mit komischen Kostümen in das Geschehen eingreifen und welche katastrophalen Folgen das alles haben könnte.

    Gerade der Einfluss auf den Vietnamkrieg oder das Wahlsystem, bei dem Nixon auch mal in die fünfte Amtsperiode kommt, sind schöne Beispiele, wie sich die Welt ändern könnte. „Watchmen“ kritisiert die Menschen und ihr Verhalten, gerade die Streitereien der Atommächte in den 80ern und auch das Verhalten Amerikas an sich. Auch dass man sich mit keinem der „Guten“ identifizieren kann, unterstützt die düstere Grundaussage, dass es etwas rundum Gutes einfach nicht gibt.

    Ich persönlich konnte im Film allerdings nicht erkennen, ob die Helden jetzt über Kräfte verfügen oder nicht, das ist etwas ungünstig gelöst, meiner Meinung nach.

    Und obwohl es super war, den Film vorab bei einer Pressevorführung sehen zu können, werde ich ihn mir auf jeden Fall auf Deutsch ein weiteres Mal anschauen, da mir aufgrund der undeutlichen Aussprache mancher Darsteller auf Englisch nicht alles verständlich war und bei einem Film, der neben der Action auch elementar auf der interessanten Story aufgebaut war, ist das soch etwas schade.

    Ich kann den Film auf jeden Fall auch nur empfehlen und zwar auch für Nicht-Comic-Fans.

  2. Ich liebe die Comics hab mir den trailer an gesehen und kommt nur gutes ab gewinnen.
    Insbesondere das sich durch all ihren comic die frage zieht wer kontrolliert die uns kontrollieren.
    Ich hab so lange gewartet das er verfilmt ,wird hoffentlich nicht ein flop, aber bei so einer thematik kann das auch nicht passieren.

  3. „Sei es Rohrschachs Maske, die nicht mehr nur eine Maske ist, sondern ständig die Konturen verändert und man als Zuschauer nicht weiß, was das für eine Bedeutung hat …“

    Lies das Comic, dort heisst es, dass es sich um einen Stoff handelt, der zwischen zwei Lagen eine ölartige Flüssigkeit einschliesst, die sich ständig (durch Temperatur und Bewegung) verändert.

    Diesen Stoff hat Rorschach aus seiner Zeit als Hilfskraft in einer Damenschneiderei mitgenommen … er mag es, dass das Schwarz und das Weiss sich nie vermischen, sondern immer voneinander abgegrenzt bleiben … wie „Gut“ und „Böse“ in seiner Sicht der Welt.

    dww

  4. Ah, okay…Ich muss gestehen, dass ich das Comic auf englisch gelesen habe und dieses Detail muss mir entgangen sein.

    Thx! Ich werde es in beiden Blogs schnell ändern…

  5. Ich hätte schwören können das es in comic und das geht insbesondere da watchmen es sich von
    von den römischen spruch Ouis custdiet ipsos custodes, zu deutsch Wer wird die Wächter überwachen ableitet, obwohl ich auch in englisch das comic gelesen habe wird mir ein detail entgangen sein.
    Dachte ich verstehe das comic sehr gut und ihre aussage.

  6. Die Aussagen in „Watchmen“ sind sicherlich vielschichtig. Also man kann mehrere in diesem Werk finden und für sich interpretieren.
    Der lateinische Sat, den du genannt hast, ist auch der „Watchmen“-Satz, dieser ist aber auf englisch mit „Who watches the watchmen?“ übersetzt worden.

  7. Hhmmm, das klingt alles mehr als nur vielversprechend. Ich denke ich werde mir den Comic mal zu Gemüte führen und mir den Film ansehen, um mir dann meine Meinung darüber bilden zu können, aber nachdem, was ich hier höre.. hui, wird der noch besser als „V wie Vendetta“ und der zählt schon zu meinen Favoriten.

  8. Ist ja auch vom selben Autor und „Watchmen“ traf meines Erachtens mehr die Botschaften, die er dem Leser erzählen will und ist gleichzeitig noch spektakulärer. Dabei will ich „V“ natürlich nicht runtermachen, da Comic und Film sehr gut sind, wobei ich Alan Moores Empörung verstehe. Das Comic ist anspruchsvoller und der Film Mainstream mäßiger, auch wenn dieser meines Erachtens zielgerichteter und spannender ausfällt.

  9. Ich war gerade in der „Premiere“. Und ich muss echt sagen, ich konnte das Ende des Films gar nicht mehr erwarten. Weil er für mich und für all die anderen die im Kino saßen, einer der mit Abstand langweiligsten und schlechtesten Filme der letzten Jahre (einige gingen sogar nach ner Stunde). Ich möchte noch mehr schreiben wie z.B. die schier unendlichen kitschigen Gespräche, oder auch der nie dazupassende Soundtrack (99 Luftballons v. Nena……..), usw. aber da ist jede Sekunde Text eine Verschwendung. Wer Comic-Verfilmungen haßt und Bücher mit tausenden von Seiten und wirrer Story liebt, ist hier richtig. Kurz: Bleiben lassen und Zeit/Kohle für besseres sparen.
    An alle die den Film gesehen haben: Ist das Gute so Böse um wirklich Gutes zu schaffen oder sind die Bösen doch so gut um alles richtig zu machen!?

  10. zum vorigen post:
    wenn du nicht zugeben kannst, dass der film für die einfach zu anspruchsvoll war, dann schreib hier nicht solchen subjektiven mist rein. der film ist wohl das beste was 2009 bisher ins kino kam und hat es bei mir mindestens in die top 10 ever gemacht.
    habe das comic nicht gelesen, werde ich jedoch nun nachholen. die story und insbesondere die darstellung des menschen hat mir sehr imponiert.
    kann kaum auf die dvd warten
    gruß kevin

  11. Noch einmal gesehen und obwohl ich das Comic zum zweiten Mal gelesen habe und den Film jetzt ebenfalls ein zweites Mal sah, so bin ich doch von der Vielfältigkeit der Aussagen überrascht.
    Auch wenn der Film der Vorlage sehr hinterhinkt und so viel einfacher und geradliniger gestrickt ist, so besitzt selbst dieser so viele Aussagen, wieso sie sich Kostüme anziehen( Comedian = Hass auf das Leben, Silk Spectre = Fremdkontrolle und sexuelle Erregung, Night Owl = kindliches Gemüt, um Abenteurer zu werden und sexuelle Erregung, Rohrschach = Übertriebene, in die Perversität getriebene Moral, die für eine Schwarz/Weiß Sicht sorgt. Dr. Manhatten = Gleichgültigkeit).
    Auch die Furcht vor dem Atomkrieg war sehr gut durch die Impotenz und dem Traum Night Owls, wie auch durch all die kleinen Gespräche und Rahmenhandlungen wie beim Fernsehinterview rübergekommen. Dabei kann gerade das Ende im Sinn von Moral und Recht mehr als überzeugen und bringt diese Botschaft mit der letzten großen Handlung zum Ende.

    Ich habe nur irgendwie das Gefühl, dass der Film viel zu spät kommt. Gott sei Dank, dass sie mit der Handlung in den 80er Jahren geblieben sind und nicht, wie geplant, es in die Neuzeit zu bringen, da man die Situation „Eiserner Vorhang“ und die Gefühle damals nicht auf die heutige Zeit umsetzen kann. Die Angst vor der nuklearen Auslöschung war damals einzigartig. Dafür ist er so feindlich und herablassend gegenüber Amerika, dass er drüben eigentlich gar nicht gut aufgenommen werden kann. Für mich ein schöner Film, wie wirklich die Welt aussehen würde, wenn es Helden gäbe. Vietnam wäre gewonnen, Amerika damit im Ansehen gestärkt, Watergate-Skandal hätte es durch die Ermordung diverser Leute nie gegeben und mit Dr. Manhatten wäre im Kalten Krieg ein neues, sehr gefährliches Element hinzugekommen.

    Man muss dem Werk einfach Tribut zollen, wenn man überlegt, wann es eigentlich erschien. Immer noch im Kalten Krieg war diese Lektüre sehr provokativ und traf den Nerv der Zeit, abgesehen davon zeigte er die typischen Superhelden (Superman = Doc. Manhatten. Batman = Rohrschach und Night Owl) in einem ganz anderem Licht.

    Alan Moore schrieb damit den Untergang der Helden im klassischen Sinne, indem er sie als Vergewaltiger und Massenmörder zeigte, dessen Sinn von Moral und Gerechtigkeit wie auch der amerikanische Traum nur vorgespielt werden.

  12. Apropoß: 1. Es ist unheimlich „krass“, dass Watchmen ab 16(!!) freigegeben wurde. „Watchmen“ ist und bleibt für mich ein 18er, da kann man nicht drüber diskutieren.

    2. Leider geht der Film wie erwartet ziemlich unter. In einem Kino spielt er gar nicht, im anderen nur in einem recht kleinen Saal.

  13. So, ein zweites Mal (jetzt mit deutscher Synchro) gesehen und endlich auch die kleinen Verständnislücken gefüllt! Und ich muss auch erneut sagen, wirklich ein großartiger Film. Als Nicht-Comicfan ziehe ich vor dieser Story wirklich meinen Hut.

    Allerdings glaube ich, dass der Film in Deutschland kein großer Erfolg sein wird, weil er irgendwie an den Zielgruppen vorbei wirbt. Die Fans billiger Superheldenstories werden mit der Masse und Tiefgründigkeit der Story nicht klarkommen und daher enttäuscht sein und Leute, die die politische Story interessieren könnte, werden durch das Superheldenklischee abgeschreckt werden und gar nicht hingehen.

    Allerdings konnte der Regisseur es sich nicht verkneifen, die Helden dann doch mitunter so erscheinen zu lassen, als hätten sie Superkräfte. Sie übersteigen zwar nie die Möglichkeiten körperlicher Kraft (so wie ja auch Batman in seinen Filmen, der ja auch keine Superkräfte hat), aber mitunter wirkt es doch so, als wären sie unverwundbar. Und die Erklärung, dass Rorschachs Maske irgendwie aufgrund einer Flüssigkeit und Magnetismus oder sowas ihr Aussehen ändert, wäre vielleicht auch nicht schlecht gewesen.

    Aber die Tatsache, dass der Film einem mit seinen Aussagen auch nach dem Abspann nicht aus dem Kopf geht, ist schon großartig. Die getroffene Entscheidung am Ende ist so herrlich widersprüchlich und doch kann man nicht auf Anhieb sagen, wie richtig oder falsch sie wirklich ist.

    Ich werde auf jeden Fall das Comic beizeiten auch noch lesen und bin gespannt auf den Director’s Cut, der ja noch etwas mehr Erklärungen und Vergangenheitsszenen bringen soll.

  14. Ein wirklich guter Film hut ab ,aber schade das nicht zum Kult wird wie bei 300 da einerseits an einer sehr kleinen Zielgruppe gerichtet ist das zweite ist da er für einige zu nivovoll. Wobei ich ihn nicht zu schwer und kompiziert fand als einige andere. Sehr gelungen außerdem muss man sagen das die Story hätte eher in der Zeit des Kalten Krieg die Kinos müssen da zur dieser Zeit das Thema mehr aktuell war als heute. Ich muss sehr gelungen und ich bin schwer beeindrückt, für war es sogar das Kino ereignis des Jahres 2009!!!

  15. wobei ich sagen muss er für mich philopisch ,ich mag das sehr wenn film so in einen stil sind und man über sie dikutieren kann das gibt nicht oft in Kino öffentlich kommt dadurch ein trend zurück den ich seit langen bemangle das film voller Sinnloser aktion ohne hintergrund ko ich mag rambo, aber trotzdem ich möchte solche die wirklich fragen stellen und berühren. Für mich ist Watchmen film trotzdem kult-film auch wenn er nicht die einnahmen hat wie andere Filme die Milliarden eingnommen haben. Man kann auch soviel reininterpretieren. Unglaublich ich bin mit ein paar freunden in kino gewesen nach den film haben wir mindestens eine stunde in einen nahe gelegen lokal diskutiert es war einmalig, denn seh ich mir sicher 2 mal noch an wenn nicht sogar 4-mal noch an!!!

  16. mir hat der film auch sehr gut gefallen. mal was anderes als das 0-8-15-superhelden-film-konzept: yeah wir sind die superhelden, yeah wir machen alle bösen voll platt, yeah wir haben gewonnen, yeah!
    „watchmen“ war mehr eine kriminalgeschichte die um den mord an einem superhelden ging. mich hat das ganze stark an das film-noir erinnert, mit dem erzähler und der düsteren stimmung (es gibt sicherlich tausende von gründe warum der film nicht in deses genre gehört, hatte aber irgendwie die selbe atmo).
    Wenn man nun noch das in diese fiktive welt vollkommen passende ende mit einrechnet, kann man den film wohl als „krimi-tragödie“ bezeichnen.
    Klar, dass sowas nicht jedermanns sache ist, vorallem, wenn man jede menge action und „yeah“ erwartet.

    und natürlich als „supernatural“-fan wieder großer plus-punkt: jeffrey dean morgan als comedian!!

  17. Habe das Comic gelesen. Fand ich gut. Habe den Film gesehen. Fand ich grandios!
    Aus meiner Sicht ist es ein Epos, der einem im Kopf bleibt, wenn man das Kino verlässt. Es hinterlässt Eindruck.
    Dazu eine ziemlich stimmige Umsetzung mit guten Schauspielern, vielen Effekten, toller Musik und viel Bildgewalt (im doppelten Sinne).
    Na ja… ganz so brutal hätte der Film IMO nicht sein müssen.
    Aber alles in allem eine tolle Verfilmung. Das Ende fand ich besser als in der Vorlage.
    Ein Film, den man im Kino gesehen haben sollte.

  18. War von dem Film restlos begeisert, obwohl ich die Comic-Vorlage nicht kannte. Hab mir die aber letzten Freitag gleich bei Amazon bestellt und nun schon ein paar Stündchen drin schmökern können. Erster Eindruck: Von der visuellen Ästhetik übertrifft der Film die Vorlage. Inhaltlich hält er sich eng an sie.

    Für mich der beste Film seit Sin City.

  19. Na ja, die „Befürchtung“, dass der Film die FSK 18 erhält, hat sich ja nicht bewahrheitet.
    Es ist ein 16er-Film geblieben und da bleibt mir wirklich die Spucke weg.
    Schon komisch, wie oft ich, in der Vergangenheit, über die Einstufungen geschmipft habe, die so manch erlesenes, wenn auch brutales Schmuckstück der Filmkunst zerstückelt hat.
    Bei „Watchmen“ ist davon nichts zu merken.
    Es wird, wie bereits im Artikel vermerkt, gemordet und gemeuchelt, was das Hackebeil und die Kreissäge hergeben.
    Ich selber habe mich bei der einen oder anderen Szene gehörig verschluckt und nach Luft geschnappt.
    Nicht etwa, weil ich solche Szenen nicht vertrage, aber in einem FSK 16-Film habe ich sie ganz und gar nicht erwartet.
    Wenn nun also ein Familienoberhaupt entscheidet dass er seinem 12 oder 13 Jahre altem Kinde erlaubt sich einen FSK 16-Film anzusehen (sowas kommt ja schon mal vor) – also einen Film wie etwa … hmmmmm … nehmen wir doch einfach mal „Watchmen“ – dann sollte er sich nicht zu sehr erschrecken, wenn er mit Szenen konfrontiert wird, die eines 18er Filmes würdig sind.
    Kurzum: Hier scheint die Freiwillige Selbstkontrolle gehörig gepennt zu haben. Deshalb werfe ich mal einen virtuellen Wecker und hoffe, dass sie in Zukunft besser aufpasst.

    Ansonsten, also aus meiner Sicht als Filmliebhaber und Fan der Watchmen, der die Comics seit über 20 Jahren besitzt, kann ich nur sagen: GANZ GROSSES KINO!

    Es ist schon beeindruckend zu sehen, wie Rorschach, Silk Spectre und natürlich vor allem Dr. Manhattan zu Leben erwachen und wie adäquat die Handlung dieser überaus komplexen Story übernommen wurde.

    Dass das Ende des Films vom Ende des Comics abweicht, erweist sich aus meiner Sicht als sehr gelungen und es hätte Alan Moore damals besser angestanden Manhattan als die weltenvereinende Regierung einzusetzen, als einen toten, künstlich zusammengezimmerten Alien.

    Wie auch immer:

    Der Film erhält die von mir zu vergebende Bestnote 1+

    Und die FSK bekommt einen Eintrag ins Klassenbuch.

  20. @Albi
    Ja, ja, ja doch. Der Film bekommt die Bestnote. Versteht sich von selbst.
    Aber was soll immer das Gemecker und Gejammer wegen der FSK?
    Wir sind uns doch grundsätzlich eigentlich einig, dass dort ein Gremium sitzt, welches eine Alibifunktion für die Filmwirtschaft erfüllt. Das nämlich nach irgendwelchen MickyMaus Kriterien Filme beurteilt, damit der Staat das Business nicht per Gesetz gefährden muss, weil irgendwelche Moralapostel zu laut aufschreien. Soweit doch klar, oder?
    Dann leitet sich daraus ab, dass ich das von der FSK vergebene Label keinesfalls benutzen darf, um daraus irgendwelche Empfehlungen für die Filmauswahl zu ziehen.
    Wenn ich also mit meinem Zwerg irgendwelche Filme sehen will, sollte ich sie, wenn ich sicher sein möchte, VORHER alleine gesehen und beurteilt haben.
    DIe Verantwortung kann man schwerlich Dritten und vor allem gar nicht der FSK übertragen! Wenn also ein Familienoberhaupt aufgrund des FSK-Labels irgend etwas entscheidet, so handelt es aus meiner Sicht grob fahrlässig.

    Du magst der FSK, wenn Du es für nötig erachtest, einen Eintrag ins Klassenbuch verpassen – dann tu es aber bitte an geeignetem Ort und nicht in diesem Forum.

    Ganz am Rande: Es handelt sich bei den Watchmen um eine Comicverfilmung mit zugegeben expliziter Gewaltdarstellung – aber eben sehr Comicmässig. Ich bin mir sicher, dass normale, mental stabile sprich: gesunde 16-jährige Jugendliche damit umgehen können.

  21. Nun habe ich mir endlich auch Watchmen angesehen und muss sagen, dass der Film mich zwar nicht gefesselt, aber sehr überzeugt hat. Ich denke die Leute von der FSK haben lange überlegt, ob sie nun FSK 16 oder 18 geben sollen, und ich denke, FSK 16 war schon okay.

    Durch schöne Brutalität und Erotik wird der Film natürlich auch zum Leckerbissen von Hollywood-Liebhabern, was in diesem Fall nicht negativ gemeint ist.

    Im Großen und Ganzen ein wirklich gelungene Verfilmung der Vorlage, wenn auch eine ab und zu verwirrende Handlung…

    LG Moviemaster

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