„Transsiberian“ – Eisenbahnthriller im Schnee

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In der Osnabrücker Sneak Preview gab es diesmal den Thriller „Transsiberian“ zu sehen. Wobei das Genre allerdings stark wechselt und der Film große Teile lang nur eine Psychologiestudie der Hauptperson ist. Der Film konnte unterhalten und die schönen, leider nicht allzu oft vorkommenden Landschaftsaufnahmen der transsiberischen Eisenbahn im Schnee waren ebenfalls nett anzusehen. Aber leider kränkelt der Film auch an so manchen Dingen, nicht zuletzt an einer nicht zu geringen Portion Vorhersehbarkeit und Unentschlossenheit hinsichtlich des Genres.

Jessie (Emily Mortimer) und Roy (Woody Harrelson) befahren mit der transsiberischen Eisenbahn die schneebedeckte Strecke von Peking nach Moskau in der Hoffnung, durch dieses kleine Abenteuer ihre Ehe aufzufrischen. Doch als das mysteriöse Pärchen Carlos (Eduardo Noriega) und Abby (Kate Mara) ihre Zimmergenossen werden, beginnt die Reise tatsächlich gefährlich zu werden. Schließlich muss sich auch Jessie, mit ihrer wilden Vergangenheit konfrontiert, durch zahlreiche Verstrickungen selbst vor der russischen Polizei (Ben Kingsley, Thomas Kretschmann) in Acht nehmen…

Wer erwartet, ein wenig Kulturstudie zu sehen, wird enttäuscht werden. Russland und die Eisenbahn dienen nur als Kulisse. Gerade Russland wird sehr nach dem Klischee dargestellt: gefährlich, kalt, gesellige Menschen mit viel Vodka intus und mit korrupter Polizei. Und auch wenn lange Zeit wenig passiert, kann man nicht von Drama oder dergleichen sprechen; der Film bleibt eine eher oberflächliche Charakterstudie, die mehrere Richtungswechsel einschlägt und letztendlich alles nur dem Zweck dient. Und der Zweck des Films ist Unterhaltung.

Die Personen spielen alle nicht schlecht, aber herausragend ebenfalls nicht. Dennoch schafft Hauptperson Emily Mortimer, den Zuschauer für ihre Vergangenheit zu interessieren, Woody Harrelson überrascht mit einer untypischen Spießerrolle und Ben Kingsley lässt einen hoffen, dass seine schlechten Zeiten vorbei sind…

Es gibt einige wenige unvorhersehbare Momente; aber leider kündigt sich ein Großteil des Storyverlaufs lange vor dem Geschehen an. Und weite Strecken passiert aus Thrillersicht nichts, aber aus anderer Sicht auch zu wenig, um zu überzeugen und den Mangel an Thrill auszugleichen. Und zwei Szenen fand ich auch leider recht unrealistisch. Dennoch verfolgt man den Film mit einem gewissen Interesse, stets in Erwartung, gleich werde etwas geschehen.

Zusammenfassend ist dies ein Film, der durch seine Independent-Art und dem exotischen Ort der transsibirischen Eisenbahn nett anzusehen, aber leider für einen Thriller zu langweilig und vorhersehbar, für alles andere aber zu oberflächlich ist. Schade, aus der Idee hätte man mehr machen können. Ich vergebe gerade noch drei Sterne.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


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