„Der blutige Pfad Gottes 2“ – Wie erwartet unwürdig!

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Der Fortsetzungswahn wird nie abreißen und macht inzwischen auch vor Kultfilmen wie „Donnie Darko“ oder „Der blutige Pfad Gottes“ nicht halt. Während „S. Darko“ allerdings schon vorab als Flop absehbar war, gab es hier immerhin so etwas wie einen Hoffnungsschimmer, denn Troy Duffy war wie schon beim Erstling als Autor und Regisseur tätig, zudem konnte man nahezu den kompletten Cast zurückholen. Und doch erwartete man nicht wirklich, dass man nach fast zehn Jahren den absoluten Kultfilm würdig fortsetzen könnte. Wenn ich es nicht gewusst hätte, hätte ich angesichts des Ergebnisses ein anderes Team hinter der Kamera vermutet, schade, dass man auch hier einem Kultfilm eher schadet.

„Die Heiligen“ und ihr Vater haben sich nach ihren Morden an Verbrechern aufs irische Land zurückgezogen und führen dort ein ruhiges Leben, bis ein Mord an einem Priester in Boston sie zurück holt. Offensichtlich wurde der Mord bewusst in ihrem Stil ausgeführt, um sie wieder in die Staaten zu locken. Doch das zahlt sich für die Unterwelt nicht gerade gut aus, denn „Die Heiligen“ sind schnell wieder im Geschäft und radieren einen Mafiagangster nach dem nächsten aus. Doch der Mann hinter dem Lockversuch scheint weit aus der dunklen Vergangenheit ihres Vaters zu kommen…

Von Independent-Filmern erwartet man komischerweise, dass sie nicht in die Fortsetzungsfalle tappen, und doch werden auch hier brav alle bekannten Fehler gemacht, peinlich versucht man die gelungenen Elemente aus dem ersten Teil zu kopieren und doch zu verändern, was hier ordentlich in die Hose geht. Wo der erste Teil cool und optisch ansprechend daher kam, greift man hier nur noch ganz tief in die Ballerkiste und verbal unter die Gürtellinie. „Young Indy“ Sean Patrick Flanery und Norman Reedus sind zwar zurück, wirken aber irgendwie fertig und aufgedunsen, offensichtlich hat ihnen die Zeit seit ihren Kultrollen nicht wirklich gut mitgespielt, Julie Benz nervt nur mit ihrem Versuch, die absolut attraktive Ermittlerblondine zu geben, schlimmer wird das noch durch die Tatsache, dass sie damit den unvergleichbaren von Willem Dafoe dargestellten Ermittler Paul Smecker aus dem ersten Teil ersetzen soll. Auch der wieder den „Duke“ spielenden Billy Conolly und Peter Fonda als neuer Oberbösewicht können da noch was retten.

Spoiler zeigen

Immerhin kann man den zweiten Teil noch anschauen, ohne dauernd ausschalten zu wollen, der erste Teil ist ihm allerdings Lichtjahre voraus. Fans von „Der blutige Pfad Gottes“ sollten nicht zu viel erwarten, werden aber nicht komplett beleidigt.

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2 Kommentare

  1. Leider ist es fast schon selbstverständlich, dass der zweite Teil nicht die großen Erwartungen erfüllen konnte. Dennoch war der Streifen unterhaltsam, cool und vor allem sehr lustig.

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