„Extrem laut & unglaublich nah“ – Sehr bewegend!

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Gone Girl

Wenn man das Thema „11. September“ hört, stöhnt man zuerst auf, hat man doch in den letzten Jahren schon genug Filme zu dem Thema gesehen. Doch dieser seltsam betitelte Film baut zwar auf den Ereignissen auf, erzählt aber letzten Endes eine sehr bewegende Geschichte über Kindheit, Familie und den Tod. Neben den Stars Tom Hanks und Sandra Bullock, die hier eher als Nebendarsteller fungieren, brillieren vor allem der junge Thomas Horn und Max von Sydow als stummer alter Mann. Die Handlung um das intelligente Kind, das nach dem Tod seines Vaters versucht, dessen vermeintliche letzte Botschaft zu entschlüsseln, ist sehr bewegend erzählt, wobei der Junge in seiner manchmal schon fast autistisch wirkenden Art mitunter recht anstrengend ist. Irgendwie passt der komische Titel dann also doch.

Oskar ist ein intelligenter Junge, der von seinem Vater immer wieder kleine Rätsel bekommt, die er zu lösen versucht. Doch als sein Vater im World Trade Center ums Leben kommt, bricht für den Jungen eine Welt zusammen. Ein Jahr später entdeckt er im Zimmer seines verstorbenen Vaters einen Schlüssel und versucht herauszufinden, wozu dieser gehört. Während er jede freie Minute in New York fremde Leute aufsucht, die in Verbindung mit dem Schlüssel stehen könnten, entfremdet er sich von seiner Mutter immer mehr. Hilfe bekommt er von einem stummen, alten Mann, der als Untermieter bei seiner Großmutter wohnt.

Filme über menschliche Schicksale drücken oft sehr stark und pathosschwer auf die Tränendrüse, besonders wenn der 11. September zentrales Thema ist. So ist auch dieser Film zwar sehr emotional, aber auf eine sehr angenehme Weise. Der Junge agiert zwar sehr seltsam und verhält sich nicht gerade typisch für sein Alter, aber sein Schicksal und seine Suche fesseln einen doch. Jeder muss sich irgendwann mit dem Verlust einer wichtigen Person auseinander setzen, wenn es jemanden trifft, der einem so nah steht und der Tod auch noch so überraschend kommt, hat jeder seine eigene Art, damit umzugehen. „Extrem laut und unglaublich nah“ schafft es, zu bewegen und einen mitfühlen und trauern zu lassen, ohne dabei zu übertreiben. Wer lachend aus dem Kino kommen möchte, ist hier vermutlich nicht an der richtigen Stelle, aber wer sich auf ein gefühlvolles Drama einlassen kann, der sollte diesem Film auf jeden Fall eine Chance geben.

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