„The Secret Man“ – Liam Neeson als Watergate-Informant „Deep Throat“

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Die Watergate-Affäre 1972, die letztendlich zum Rücktritt des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon führte, ist ein interessantes Kapitel der US-Geschichte. Letztendlich konnte das Mitwirken des Präsidenten damals nur durch einen Informanten innerhalb des FBIs, der der Presse geheime Informationen preisgab, öffentlich gemacht werden. Dass dahinter Mark Felt, einer der wichtigsten Männer im FBI steckte, wurde erst 2005, kurz vor dessen Tod, bestätigt. „The Secret Man“ widmet sich dem FBI-Urgestein, toll gespielt von einem mal nicht wild um sich ballernden Liam Neeson, in der Phase nach dem Tod von J. Edgar Hoover und während der Watergate-Affäre, bietet aber auch Einblicke in die Vergangenheit des Mannes, der über dreißig Jahre direkt unter Hoover das FBI mit dominierte. Der Film stellt die damaligen Ereignisse sehr interessant und mal aus einer anderen Perspektive dar und bietet so auch einen Einblick in die Beweggründe des eigentlich absolut dem FBI verschworenen Mannes, der durch sein Handeln letztendlich die US-Regierung stürzte.

Inhalt

Als J. Edgar Hoover 1972 stirbt, der fast 40 Jahre das FBI geleitet hatte, erwarten viele, dass Hoovers rechte Hand Mark Felt (Liam Neeson) in dessen Fußstapfen treten wird. Doch stattdessen wird der regierungsnahe Patrick Gray (Marton Csokas) neuer FBI-Direktor. Als die Vermutung aufkommt, hochrangige Personen in der US-Regierung, möglicherweise sogar der US-Präsident Nixon, könnten in einen Abhörskandal, die sogenannte „Watergate-Affäre“ verwickelt sein, greift das Weiße Haus direkt in die Arbeit des FBI ein, lässt sich alle Unterlagen zukommen und startet eine Vertuschungsaktion, in die auch der neue Direktor verwickelt zu sein scheint. Felt sieht die einzige Chance, die Unabhängigkeit des FBIs zu wahren, darin, der Presse geheime Informationen zukommen zu lassen, damit diese trotz offiziellem Einstellen der Ermittlungen selber der Wahrheit auf die Spur kommen.

Review

Man muss zum Verständnis wissen, dass ein wichtiger Grundsatz der US-Bundespolizei FBI darin besteht, neutral und unabhängig zu sein. Wie das im Konflikt zu den Interessen des US-Präsidenten stehen kann, ist auch heutzutage bei Donald Trump noch ein Thema, der auch immer wieder seine Macht zu missbrauchen versucht, um ihm schadende Ermittlungen zu boykottieren. So war es auch in den 70ern während der „Watergate-Affäre“. Über fast vier Jahrzehnte dominierte J. Edgar Hoover das FBI und an ihm bissen sich so manche Präsidenten die Zähne aus. Aus diesem Grund wurde nach dessen Tod auch nicht Mark Felt neuer Direktor, da dieser viel zu sehr im Stil von Hoover weitergemacht hätte. Das Weiße Haus nutzte daher die Chance, die Position so zu besetzen, dass man selber mehr Einfluss auf die Behörde nehmen konnte. Als dann mit der „Watergate-Affäre“ der schlimmste Fall eintrat, nämlich die Option, dass das FBI einen US-Präsidenten an den Pranger liefern könnte, wurde von dieser Macht uneingeschränkt Gebrauch gemacht.

„The Secret Man“ zeigt eindrucksvoll, was damals in Mark Felt vorgegangen sein muss, zum einen die Enttäuschung, den ihm zustehenden Posten nicht zu bekommen, und zeitgleich die Veränderung des FBI in einer Richtung, der Felt und Hoover niemals zugestimmt hätten. Liam Neeson spielt den FBI-Mann ruhig, aber bestimmt, und bietet so die Chance zu verstehen, warum der Mann, für den das Gesetz und das FBI bis dahin über allem standen, hier einem echten Gewissenskonflikt ausgesetzt war, da er zum einen die Unabhängigkeit des FBI aufrecht erhalten und bei einem Verbrechen die Verantwortlichen zur Strecke bringen wollte, zum anderen damit aber direkt gegen den US-Präsidenten vorgehen musste und dafür sogar Hochverrat beging.

Neben Neeson ist der Film mit Diane Lane, Toby Goldwyn, Josh Lucas, Michael C. Hall, Bruce Greenwood und Tom Sizemore auch in den Nebenrollen prominent und absolut passend besetzt. Neben den guten Schauspielern schafft es der Film auf jeden Fall in die Riege der guten Politikfilme. Wer dem Thema „Watergate“ mal aus allen Gesichtspunkten näher kommen möchte, sollte sich zudem das Biopic „Nixon“ mit Anthony Hopkins und den Film „Die Unbestechlichen“ mit Robert Redford und Dustin Hoffman anschauen, die dort die Journalisten spielen, die Felt mit Infos versorgte. Interessant ist dabei, dass während der Dreharbeiten zu diesen beiden Filmen noch nicht mal klar war, wer hinter dem Informanten „Deep Throat“ tatsächlich steckte. Das gab Mark Felt tatsächlich erst 2005 öffentlich zu, zwei Jahre vor seinem Tod.

Fazit

„Mark Felt: The Man Who Brought Down The White House“ (Originaltitel) ist ein interessanter Politthriller, der den „Watergate-Skandal“ mal aus der Sicht des Spitzels zeigt, der zugleich auch noch Vize-Chef des FBI war. Liam Neeson überzeugt in der Rolle des Markt Felt und lässt einen gekonnt an dessen Gewissenskonflikt zwischen Gerechtigkeit und Hochverrat teilhaben.

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