„Aufbruch zum Mond“ – Emotionales Biopic über Neil Armstrong!

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Dass Neil Armstrong der erste Mensch auf dem Mond war, ist allgemein bekannt und doch hat „Whiplash“– und „La La Land“-Regisseur Damien Chazelle aus seinem Biopic ganz bewusst kein Heldenepos gemacht. „First Man“ ist ein sehr bewegender Film, der in vielerlei Hinsicht absolut sehenswert ist. So bekommt man einerseits einen sehr interessanten Blick auf den Charakter Armstrong mit all seinen Schicksalsschlägen und Eigenarten, die ein ganz anderes Bild zeigen, als man erwartet hätte. Dies liegt nicht zuletzt an einer mal wieder großartigen Performance von Ryan Gosling. Auf der anderen Seite sind die Aufnahmen aus dem NASA-Trainingsprogramm und zuletzt dann von der Apollo-11-Mission so beeindruckend gedreht, dass man wirklich das Gefühl hat, mit dabei zu sein.

Inhalt

Für Testpilot und Ingenieur Neil Armstrong (Ryan Gosling) bricht eine Welt zusammen, als seine zweijährige Tochter Karen (Lucy Stafford) an einem unheilbaren Tumor stirbt. Als Neil von der NASA die Chance bekommt, an einem Raumfahrtprogramm mit dem Ziel der Mondlandung teilzunehmen, zieht er mit seiner Frau Janet (Claire Foy) und seinem Sohn Rick (Gavin Warren) nach Houston. Doch obwohl Janet noch einen weiteren Sohn bekommt, ist Neil nicht mehr derselbe. Er konzentriert sich fast nur noch auf seine Arbeit, doch dass bei dem Programm immer wieder Kollegen ums Leben kommen, macht ihm zu schaffen. Letztendlich startet er aber selber zusammen mit Buzz Aldrin (Corey Stoll) und Michael Collins (Lukas Haas) im Raumschiff Apollo 11 zu einer lebensgefährlichen Mission zum Mond.

Review

Die Mondmissionen sind bereits Zentrum vieler Filme gewesen, meine Empfehlung sind hier ganz klar der Film „Apollo 13“ und die Serie „From The Earth To The Moon“. Wer hier einen ähnlichen Film erwartet, bekommt allerdings etwas anderes. Hier geht es nämlich ausschließlich um Neil Armstrong, den ersten Mann auf dem Mond, der aber alles andere als ein Held war. Getrieben von Ehrgeiz und Talent, verfolgt von vielen Schicksalsschlägen und trotz seiner immer entfremdeten Art von Familie und Freunden geliebt. Der Film wählt bewusst zentrale Momente aus dem Leben Armstrongs aus, um einem ein ganz intimes Bild des Raumfahrers bieten.

Ein erster starker Pluspunkt sind ganz klar die Darsteller. Ryan Gosling spielt Neil Armstrong zwar ruhig, aber auch wenn Armstrong kam Emotionen zeigt, ist sein Spiel alles andere als emotionslos. Manchmal sind es ganz feine Nuancen, die so viel mehr aussagen als das Overacting manches anderen Schauspielers. Doch auch Claire Foy spielt Armstrongs Frau wirklich toll, eine liebende Ehefrau, die immer mehr Stärke für ihre Familie aufbringen muss, je weiter ihr Mann sich von dieser entfernt. Und auch der weitere Cast um Stars wie Jason Clarke, Kyle Chandler, Corey Stoll, Ciarán Hinds oder Lukas Haas macht seine Sache wirklich gut.

Doch auch wenn sich der Film nicht nur auf das Raumfahrtprogramm konzentriert, ist der Film optisch ein echtes Meisterwerk. Wenn Armstrong mit einem Jet notlandet, mit einer Testkapsel über der Wüste fast explodiert und zuletzt mit dem Landemodul den Mond anfliegt, dann sitzt man jedes Mal direkt neben ihm, spührt den Adrenalinschub und die Todesgefahr. Und das alles ohne Effekthascherei. Die Aufnahmen sind so realistisch gedreht, immer mit freien Kameras, häufig direkt aus der Sicht Armstrongs, dass man in den Momenten, wo es zur Sache geht, auch richtig durchgeschüttelt wird. Und doch bilden diese Szenen eine fantastische Symbiose mit den ruhigen Familienszenen. So beeindruckend war der Weltraum seit „Interstellar“ und „Gravity“ nicht mehr.

Und auch wenn „Whiplash“ und „La La Land“ einen deutlicheren Fokus auf Musik hatten, so ist diese auch hier maßgeblich für die Stimmung zuständig. Mit häufig sehr ruhigen Tönen werden die Stationen auf Armstrongs Weg bis zur Rückkehr vom Mond untermalt und unterstützen so den emotionalen Charakter des Films.

„First Man“ ist vielleicht kein Film für die, die gerne mehr Einblicke in das Mondprogramm und die Landung auf dem Mond hätten, aber die Einblicke, die der Film in das Leben Armstrongs und die Geschehnisse bei der NASA bieten, bieten tatsächlich völlig neue Sichtweisen als die, die man bisher schon kannte.

Fazit

„Aufbruch zum Mond“ ist kein Actionstreifen über die erste Mondlandung, sondern ein bewegendes Drama über Neil Armstrong, optisch, schauspielerisch und dramaturgisch gleichermaßen überzeugend.

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