„Maniac“ – Verrückt, aber nicht verrückt genug!

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Einerseits ist „Maniac“ herrlich abgedreht, voller absurder Einfälle und kranker Fantasiewelten, aber andererseits ist die Serie dann doch nicht so cool und originell, wie sie sich darzustellen versucht. Das liegt ganz klar nicht an Emma Stone und Jonah Hill, die hier eine beeindruckende Bandbreite skurriler Charaktere abliefern, auch die Szenarien, die sie während des pharmazeutischen Experiments durchleben, sind teilweise echt großartig, die andere Hälfte schrammt dann aber leider nah an peinlich vorbei. „Maniac“ ist aber auf jeden Fall anders, aber trotz des Versuchs, möglichst verrückt rüberzukommen, weit weg vom Mindfuck-Level einer Serie wie „Legion“.

Inhalt

In einer nahen Zukunft hadern Annie Landsberg (Emma Stone) und Owen Milgrim (Jonah Hill) mit ihrem Leben, beide kämpfen vor allem mit Familienkonflikten. So melden sie sich freiwillig für eine mysteriöse Studie, um testweise einer radikalen Behandlung beizuwohnen, die laut dem Erfinder Dr. James K. Mantleray (Justin Theroux) alle psychischen Probleme heilen soll. Doch dann tauchen die Teilnehmer in immer seltsamere Traumwelten ein, um sich ihren Problemen zu stellen, und seltsamerweise scheinen Annie und Owen eine ganz besondere Verbindung zu haben. Doch dann spielt die KI hinter dem Experiment verrückt und alles droht außer Kontrolle zu geraten.

Review

Ein schizophrener Reicher mit Familienkomplex, eine fertige Frau, die sich selber gerne mit dem erneuten Durchleben des schrecklichsten Moments ihres Lebens bestraft, eine Gruppe verrückter Wissenschaftler, ein Computer, der Gefühle entwickelt, alles in einem Zukunftszenario, das unserer Welt gar nicht so fern erscheint, kombiniert mit einem verrückten Pharma-Experiment, das seine Teilnehmer in absurde Fantasie-Szenarien eintauchen lässt, man kann nicht sagen, dass die Macher hier nicht aus dem Vollen an absurden Ideen schöpfen. Doch irgendwie ist das für die insgesamt 10 Folgen dann doch alles zu konfus geraten. Und was noch mehr stört, ist die Tatsache, dass sich in die tragikomische Handlung immer mehr klamaukige Elemente einschleichen, die einfach störend wirken. Und wenn man denkt, der Teil in der Fantasy-Welt wäre der beste, so enttäuscht der optisch am meisten, hier war das Geld dann wohl doch nicht genug, um ein wenig „Herr der Ringe“-Feeling aufkommen zu lassen.

Trotzdem sind die Leistungen der Schauspieler sehenswert, gerade Jonah Hill zeigt, dass er auch ernst überzeugen kann, bei Emma Stone ist ihre Wandlungsfähigkeit nichts Neues, aber auch hier gekonnt eingesetzt. Während Justin Theroux als abgedrehter Wissenschaftler oft etwas übers Ziel hinausschießt, ist das heimliche Highlight der Serie ganz klar Sally Field, die als egomanische Autorin und Therapeutin und gleichzeitig übermächtige Mutter des Wissenschaftlers alle Register ihres Könnens zieht und wohl eine der absurdesten Rollen ihrer Karriere abliefert.

„Maniac“ wird leider an vielen Stellen als Poser entlarvt und stellt sich origineller dar, als die Serie wirklich ist, aber für alle, die mal etwas anderes sehen wollen, könnte sie dennoch was sein. Und die Serie ist mit seiner ersten Staffel auch gleich abgeschlossen, was heutzutage auch schon als Pluspunkt gewertet werden kann.

Fazit

Eine verrückte Serie voller verrückter Szenarien und Charaktere, die leider insgesamt zu konfus daherkommt und mit einigen Klamaukelementen den ansonsten herrlich tragikomischen Stil aus der Bahn wirft.

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