„Wo die wilden Kerle wohnen“ – Seltsamer Kinderfilm

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Nein, hier geht es nicht um irgendeinen zehnten Teil mit fussballernden Ochsenknecht-Mistblagen, „Where The Wild Things Are“ ist die Verfilmung eines weltweit bekannten Kinderbuchs von Maurice Sendak, hier optisch wirklich beeindruckend umgesetzt von „Being John Malkovich“-Regisseur Spike Jonze. Ich weiß, dass ich die Bilder von den Monstern und dem kleinen Jungen im Katzenkostüm kenne, aber ich kann mich absolut nicht daran erinnern, das Buch jemals gelesen zu haben, so gesehen kann ich nicht viel im Vergleich zur Vorlage sagen. Dadurch habe ich allerdings einen Kinderfilm gesehen, der aus meiner Sicht für viele Kinder eher verstörend als unterhaltsam daher kommen dürfte.

Max verarbeitet die Trennung seiner Eltern, indem er seine Wut in Aggressivität rauslässt. Als ein weiterer Wutausbruch in einen Streit mit seiner Mutter umschlägt, rennt Max davon und flüchtet sich in eine Traumwelt, wo er nach einer weiten Fahrt auf dem Meer auf einer einsamen Insel auf einen Trupp riesiger Monster trifft. Als Max behauptet, dass er Zauberkräfte hat, ernennen sie ihn kurzerhand zu ihrem König, obwohl sie ihn zuerst noch fressen wollten. Max nutzt seine neue Position aus, um sich eine Welt mit Freunden zu bauen, wie er sie gerne hätte und die oft recht groben und ungestümen Wesen kommen ihm gerade recht, um seine Energie voll auszuleben. Doch auch hier gibt es untereinander Probleme und der Einfluss von König Max macht vieles nicht nur besser. Die Situation droht immer mehr zu eskalieren, den Monstern gegenüber ist Max eben doch kein König, sondern nur ein kleiner Junge.

Der Film ist optisch großartig gelungen und gerade Hauptdarsteller Max Records spielt das wütende, verwirrte und doch so sensible Kind wirklich herausragend. Ich weiß nun aber nicht, ob schon die Vorlage so seltsam ist oder ob der für Filme weit abseits des Mainstreams bekannte Spike Jonze dem Ganzen erst diese skurrile Stimmung verpasst hat. Ich fühlte mich danach auf jeden Fall etwas durcheinander und wusste auch nicht wirklich, was der Film nun sein und im Kern von mir wollte. Klar ging es hier darum, dass ein Kind in einer Traumwelt reale Sachverhalte und Personen überträgt und so begreift, wie die Wirklichkeit ist, aber was da so begriffen wird, ist mir nicht klar.

Für Kinder könnte der Film daher noch mehr für Verwirrung sorgen, weshalb Eltern sich hier darauf einstellen sollten, dass der Film nach dem Abspann für den Nachwuchs noch nicht vorbei sein wird. Denn obwohl man sich hier oft wie in einem Film von „Muppets“-Schöpfer Jim Henson fühlt, sind die dramatischen Elemente deutlich ausgeprägter als die lustigen, kindlichen Anteile. Der Film ist in erster Linie traurig und auch lustige Szenen sind weit weg von lauten Lachern und eher so neben der Spur, dass man nicht genau weiß, wann und ob Lachen gerade überhaupt angebracht wäre. Das alles ist jetzt nicht in erster Linie negativ zu bewerten, Spike Jonze hat mal wieder einen Film erschaffen, der einen trifft und bewegt und auch noch Tage später nicht los lässt, aber bei einer Kinderbuchverfilmung hätte ich ehrlich gesagt nicht so viel Tiefgang und Grübelpotential erwartet, schon gar nicht in Hinblick darauf, dass er ja in erster Linie von Kindern gesehen werden wird.

Vielleicht hat den Film ja noch jemand gesehen und auch als Kind das Buch gelesen und kann meine Filmkritik noch um ein paar interessante Aspekte erweitern, ich jedenfalls habe gerade meine Probleme damit, mich zu entscheiden, ob (und falls ja wem) ich diesen Film weiterempfehlen könnte.

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