„Cold Comes the Night“ – Heisenberg als russischer ‚Mule‘

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Bryan Cranston hat es schon wieder mit Geldwäsche zu tun: „Cold Comes the Night“ ist nämlich kein Vampirfilm, wie man durch den Filmtitel vielleicht vermuten könnte, sondern ein minimalistischer Thriller. In dem darf der „Breaking Bad“-Hauptdarsteller seine brutale ‚Heisenberg‘-Seite erneut überzeugend zur Schau stellen: Bei einem Job, bei dem er für Kriminelle Geld transportiert, gerät etwas außer Kontrolle und er muss improvisieren, wobei er auf die taffe Chloe (Alice Eve) angewiesen ist. Heraus kommt ein routinierter Thriller, der ganz okay ist, aber mehr auch nicht.

Inhalt

Die Alleinerziehende Chloe (Alice Eve) hat finanzielle Probleme, Stress mit dem Sozialamt und hält sich mit einem versifften Motel über Wasser, in dem vor allem Prostituierte ihren Job ausüben. Als sie jedoch eines Nachts eine Prostituierte und ihren Freier tot in einem Motelzimmer findet, wird es wirklich brenzlig: Topo (Bryan Cranston), der ehemalige Partner des Toten, ist hinter Geld her, das sich nun in Polizeihand zu befinden scheint. Dafür benutzt er Chloe und ihre Tochter als Geisel und zwingt sie, ihm bei der Wiederbeschaffung zu helfen …

Kritik

Der Direct-to-BD/DVD-Thriller von Tze Chun, der seit 14. April 2014 in Deutschland erhältlich ist, erfindet an keiner Stelle das Rad neu, kann aber immerhin die ganze (kurze 75-minütige) Laufzeit unterhalten, bleibt trotz des eingegrenzten US-Kleinstadt-Settings spannend und hat auch die eine oder andere Wendung zu bieten. Die Inszenierung ist dabei durchweg ruhig und unheilvoll. Trotz einiger raffiniert zusammengesetzter Ereignisse und Enthüllungen bleibt der Film dann aber doch weitgehend unauffällig.

Die Darsteller machen ihre Sache gut, Bryan Cranston leistet nichts Umwerfendes, kann aber erneut seine bedrohliche Seite (inklusive BrBa-Final-Look) glaubhaft demonstrieren und dem Film ein paar Fan-Pluspunkte verleihen: Man nimmt ihm den Killer jederzeit problemlos ab, auch wenn sein osteuropäischer (russischer?) Akzent ein wenig gewöhnungsbedürftig ist. Auch Alice Eve ist als Mutter in Bredouille ganz passabel, wenngleich ihre Rolle einfach zu unglaubwürdig geschrieben ist, wogegen sie zeitweise nicht ankommt. Logan Marshall-Green spielt seinen jungen Cop mit nicht eindeutigen Hintergründen vermutlich am authentischsten und sein Spiel verleiht dem Film eine dringend nötige Portion Dynamik.

Das Thema um einen ‚Mule‘, also jemanden, der sich als Nebenverdienst durch Geldtransporte ein wenig nebenherverdient (und so für Kriminelle Geld wäscht), ist ganz interessant. Doch trotz ganz netter Ereignisse bleibt der Film auch inszenatorisch und vom Drehbuch her nur mäßig. Einige Entwicklungen sind einfach nicht hundertprozentig glaubhaft, insbesondere in Bezug auf Chloe, die dann doch überraschend locker und gefasst mit der Situation umgeht.

Bleibt noch auf die nette „Breaking Bad“-Anspielung hinzuweisen, als die Tochter bei ihrem „Ich sehe was, was du nicht siehst“-Spiel „something white“ sieht und dabei auf Cranston geschnitten wird …

Fazit

Ein kleiner Thriller mit einem bedrohlichen Bryan Cranston, der zwar trotz ruhiger Inszenierung und kleinen Handlungsraums die ganze Zeit über spannend bleibt, aber letztlich dann doch so einige Unausgegorenheiten nicht verstecken kann. Ansehen tut nicht weh, muss aber selbst für Heisenberg-Fans auch nicht unbedingt sein.

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