„Der seidene Faden“ – Daniel Day-Lewis‘ großes Finale!

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Regisseur Paul Thomas Anderson konnte mit seinem begnadeten Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis schon in „There Will Be Blood“ ein echtes Meisterwerk präsentieren, entsprechend gespannt konnte man auch auf die neue Zusammenarbeit sein, zumal dies auch noch die letzte Rolle von Daniel Day-Lewis ist, der Hollywood nach diesem letzten Film hinter sich lassen will. „Der seidene Faden“ ist in vieler Hinsicht ein großartiger Film, aber letztendlich doch wieder zu speziell, um eine wirklich große Zielgruppe anzusprechen. Mit Andersons Klassikern „Boogie Nights“ oder „Magnolia“ hat der Film leider auch nicht viel gemeinsam, doch die tollen Schauspieler, die grandiose Ausstattung und die wirklich absonderliche Liebesgeschichte machen den Film trotzdem sehenswert.

Inhalt

Schneider Reynolds Woodcock (Daniel Day-Lewis) ist im London der 50er Jahre eine absolute Größe auf seinem Gebiet, der auch für Stars und Anghörige der Könighäuser die erste Adresse ist. Da Woodcock und seine Schwester Cyril (Lesley Manville) ausschließlich für ihre Modemarke leben und sein Charakter sehr speziell, verschroben und übermäßig kontrollsüchtig daher kommt, finden Liebesbeziehungen bei ihm nur nebenbei und ohne großen Stellenwert statt. Doch als er Alma (Vicky Krieps) kennenlernt und sie als Muse und Geliebte in sein Leben lässt, setzt die willensstarke Frau alles daran, von Woodcock als gleichwertig akzeptiert zu werden. Da sie damit extrem in sein kontrolliertes Leben eingreift, geraten die beiden immer wieder heftig aneinander, doch Alma lässt sich nicht zurückweisen.

Review

Die meisten werden mit „Der seidene Faden“ nur bedingt etwas anfangen können, wie meisterhaft Daniel Day-Lewis und Vicky Krieps ihre völlig verschrobene Beziehung darstellen, ist aber tatsächlich sehenswert. Regisseur Paul Thomas Anderson bietet dabei nicht nur einen wirklich tollen Einblick in die Modewelt und hat mit Day-Lewis den perfekten Kandidaten für seinen exzentrischen Kontrollfreak von Modeikone gefunden. Er spielt den speziellen Schneider wirklich authentisch, man nimmt ihm problemlos alle Macken ab. Die Luxemburgerin Vicky Krieps bildet den perfekten Gegenpart, die Verkörperung einer starken Frau, die sich trotz aller Widerstände nicht in den Hintergrund ihres übermächtigen Partners drängen lassen will. Das sorgt gleichsam für einige amüsante aber auch wirklich bittere Momente, in denen man abwechselnd den Kopf wegen des verkorksten Schneiders und dann wieder dem unnachgiebigen Eindringen seiner Geliebten in seine kontrollierte Welt schütteln muss. Wenn ihre Versuche, die Kontrolle zu übernehmen, letztendlich sogar lebensgefährliche Dimensionen annehmen und er dies auf gewisse Art sogar hinnimmt, wird einem klar, dass sich trotz der wirklich konfliktbehafteten Beziehung hier wohl zwei Verrückte gefunden haben, die sich verdienen.

Da auch die letzten Filme „Inherent Vice“ und „The Master“ von Paul Thomas Anderson so gar nicht mehr an den Stil seines Geniestreichs „Boogie Nights“ erinnern wollten, sollte man den Regisseur wohl auch nicht mehr an dem Klassiker messen, denn er beweist auch dieses Mal wieder, dass er ein außergewöhnlicher Filmemacher ist, der sich absolut nicht in ein Schema pressen lässt. Für diesen Film übernahm er übrigens auch die Hauptarbeit an der Kamera, die vielen Nahaufnahmen, mit denen der Film seinen Charakteren fast schon unter die Haut geht, gehen somit direkt auf sein Konto. Und dass Daniel Day-Lewis gerade diesen Film für seinen grandiosen Abschied ausgewählt hat, spricht natürlich auch für die Qualität des Films.

Fazit

„Der seidene Faden“ ist vielleicht kein neues Meisterwerk, aber trotzdem ein würdevolles Abschiedsgeschenk von Daniel Day-Lewis und ein weiteres Denkmal für die außergewöhnliche Filmarbeit von Paul Thomas Anderson.

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