„The Orville“ – Die Star-Trek-Hommage-Parodie!

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In meiner Review zu „Star Trek: Discovery“ bin ich bereits darauf eingegangen, dass viele Trekkies der deutlich von „Star Trek“ inspierierte Serie „The Orville“ von Seth MacFarlane mehr abgewinnen konnten als der neuen „echten“ Serie. Das liegt nicht nur daran, dass MacFarlane, der Schöpfer von „Family Guy“, „Ted“ und „A Million Ways To Die In The West“, hier zwar schon auf Klamauk setzt, aber eben nicht so derb wie sonst, sondern vor allem, weil man der Serie seine Liebe zu „Star Trek“ ansieht. So ist „The Orville“ eher eine Hommage als eine Parodie geworden, die teilweise sogar recht anspruchsvolle Themen aufgreift, aber ganz klar auch viele witzige Ideen bietet. Gerade Fans von Picard und seiner Crew kommen hier auf ihre Kosten und bekommen so einiges zum Schmunzeln, denn die Crew von Ed Mercer darf eben doch ein paar der braven „Star Trek“-Regeln überschreiten. Nicht alle Folgen der ersten Staffel sind Highlights, amüsant und gut gemacht sind sie aber alle.

Inhalt

In einer fernen Zukunft bekommt Ed Mercer (Seth MacFarlane), der lange Zeit am Ehebruch seiner Frau und der gescheiterten Beziehung zu knabbern hatte, das Kommando für das Raumschiff USS Orville und bricht mit seiner bunt zusammengewürfelten Crew auf, um das All zu erkunden und anderen in der Not zu helfen. Doch bevor die Abenteuer starten, muss erst der Erste Offizier abgeholt werden, und der entpuppt sich als niemand anders als Eds Ex-Frau Kelly (Adrianne Palicki). So gesellen sich zu den Konflikten im Weltraum auch noch Konflikte innerhalb der Crew dazu. Ed und Kelly müssen sich zusammenraufen und auf die gefährlichen Missionen der Orville konzentrieren, was ihnen nicht immer leicht fällt.

Review

Schon in der ersten Staffel wird klar, dass es hier nicht bierernst zugeht, aber dass „The Orville“ auch kein „Family Guy im Weltraum“ geworden ist. Die Optik der Serie erinnert ganz klar an die alten Folgen mit Picard, auch hier sind die Menschen in erster Linie friedfertig, intelligent, freundlich und allen Spezies offen gegenüber, aber eben nicht uneingeschränkt. Sex, Drogenmissbrauch, Mobbing, 80er Musik und freche Sprüche hätte es so damals sicher nicht geben dürfen, aber genau das macht eben den Charme der Serie aus. Hier dürfen die Gags auch mal unter die Gürtellinie gehen, aber nie so weit, dass man den Kodex von „Star Trek“ komplett verraten würde.

Interessant sind tatsächlich die Themen, die die Serie anspricht. Das Beziehungschaos der beiden Hauptcharaktere spielt dabei nicht mal die wichtigste Rolle. Aber wenn eine rein männliche Rasse auf einmal ein weibliches Kind bekommt und entscheiden muss, wie mit dem Geschlecht auf Basis der Kultur Ihrer Rasse verfahren wird, eine der heutigen Zeit sehr ähnliche Zivilisation ihr Rechtsystem komplett auf die über soziale Medien ausgetauschten Meinungen der Bevölkerung aufbaut oder ein unvorsichtiges Einmischen in eine früh entwickelte Zivilisation einen ganz besondern göttlichen Kult auslöst, der die Entwicklung komplett verändert, dann ist man manchmal über einen lockeren Spruch ganz dankbar, denn die Themen werden eindeutig nicht auf der Kamaukschiene geklärt.

„The Orville“ würde ohne den Klamaukanteil nicht funktionieren, aber Seth MacFarlane ist es tatsächlich gelungen, die beste Mischung für seine Serie zu finden. Das wird auch unterstützt durch seine passend besetzten Schauspieler. Die Hauptrolle hat er mal wieder selber übernommen, „Agents of SHIELD“-Star Adrianne Palicki ist perfekt als sein Gegenpart, aber auch die attraktive Sicherheitschefin Alara, gespielt von Halston Sage, die ihr junges Aussehen durch übermenschliche Kräfte ausgleicht, Scott Grimes als einzigartiger Pilot Malloy, der seine fehlende Intelligenz durch pubertäre Sprüche und Streiche ausgleicht oder ein gefühlsloser Android, der die Menschen in erster Linie studiert, aber beim Beschützen von zwei kleinen Kindern ganz neue Talente entdeckt, machen die absurde Crew erst perfekt.

So bietet die Serie gleichermaßen Trekkies ein wenig Heimatgefühl und gleichzeitig den Fans von „Family Guy“ einiges an frechem Klamauk. Man kann nur hoffen, dass diese Mischung auch in der nächsten Staffel noch so funktioniert.

Fazit

Seth MacFarlane setzt in seiner Raumschiff-Serie bewusst auf typisches „Star Trek“-Feeling und treibt es trotzt einigem Klamauk und Gags an den Grenzen des guten Geschmacks nie zu weit und schafft so eine ganz spezielle Mischung, auch für Trekkies.

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