„Feinde – Hostiles“ – Christian Bale im düsteren Wilden Westen!

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Dass die Soldaten und die Indianer zu Zeiten des Wilden Westens nicht unbedingt einer Meinung waren, ist sicher kein Geheimnis, aber so bitter wie in „Hostiles“ wurde dieser Konflikt selten gezeigt. Im Zentrum steht ein mal wieder genial spielender Christian Bale, der jahrzehntelang die Indianer bekämpft hat und nun den Auftrag erhält, einen begnadigten, kranken Häuptling und dessen Familie quer über den Kontinent in seine Heimat zu begleiten. Wenn sich dann noch eine Frau dazu gesellt, deren Familie von Indianern brutal ermordet wurde, und der Gruppe noch ein Verurteilter angehängt wird, der wegen seines Verhaltens gegenüber Indianern gehängt werden soll, ist das Pulverfass in vielerlei Hinsicht kurz vor der Explosion. Doch obwohl der Begriff „Feinde“ hier viele Bedeutungen hat, zeigt der Film auch, dass Menschlichkeit und Mitgefühl letztendlich stärker als der Hass sein kann.

Inhalt

Ende des 19. Jahrhunderts ist Offizier Joseph J. Blocker (Christian Bale) berühmt und berüchtigt für sein hartes Durchgreifen bei den Ureinwohnern Amerikas. Doch nach Jahrzehnten des gegenseitigen Tötens will auch die Armee zeigen, dass sie nicht nur brutale Monster sind. So wollen sie dem totkranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk (Wes Studi) und sein Familie zurück in ihre Heimat nach Montana bringen lassen und wählt bewusst Blocker für diesen Auftrag, der diesen auch erst nach viel Widerstand annimmt. Trotz gegenseitiger Abneigung müssen Indianer und Soldaten einen Weg finden, um das Ziel überhaupt lebend zu erreichen, denn der Weg ist für beide nicht unbedingt voller Freunde. Dann treffen sie auch noch auf Rosalie Quaid (Rosamund Pike), die sich völlig traumatisiert von einem Indianerangriff erholen muss.

Review

Wenn man Christian Bald am Anfang als langjähriger Indianerkiller seinen Hass wahrlich ausspucken hört, kann man sich kaum vorstellen, dass er im Laufe des Films das wichtigste Bindeglied der seltsamen Gruppe werden und sich so weit drehen wird. Dass die Cheyenne nicht vorrangig aufs Töten aus sind, ist schon eher zu erwarten, aber nach Jahrzehnten Feindschaft eine Brücke zu schlagen, ist da auch nicht leicht. Trotz der emotionalen Handlung drückt der Film keinesfalls auf die Tränendrüse oder versinkt in Klischees, auch die Charaktere und ihre Entwicklung ist absolut glaubwürdig. Gleichzeitig zeigt der Film in mitunter sehr drastischen Bildern, dass der Wilde Westen für keine Seite ein schöner und schon gar nicht sicherer Ort war.

„Hostiles“ ist immer dann am stärksten, wenn er Personen aufeinander hetzt, die ähnlich und doch grundlegend anders ticken. Wenn eine Witwe, die ihre ganze Familie durch einen brutalen Indianerangriff verloren hat, ausgerechnet von einem anderen Stamm bei der Verarbeitung der Erlebnisse unterstützt wird, wenn ein wegen zu krassem Umgang mit den Indianern ausgerechnet von dem Mann zum Galgen geführt werden soll, der eine Legende im Indianertöten ist, dann wirft das durchaus Fragen auf und sorgt für tiefgehende Diskussionen und oft überraschende Ergebnisse.

Der Film ist angesichts der immer noch allgegenwärtigen Rassismus zudem auch noch aktuell und versucht zu zeigen, dass auch die tiefsten Gräben überwunden werden können, wenn man sich vor Augen führt, wie sinnlos sie eigentlich sind. Das schafft er auf grandiose Weise, was nicht nur an den großartigen Schauspielern und dem fesselnden Drehbuch sondern auch an der Optik liegt, die selbst dem Blick über die frei Prärie noch einen düsteren Anstrich verleiht. Ein absolut sehenswerter Film, der neben den vielen Blockbustern völlig zu Unrecht übersehen werden könnte.

Fazit

Christian Bale brilliert in einem Western, der auf bittere und zuletzt doch hoffnungsvolle Weise zeigt, wie tief der Konflikt zwischen Soldaten und Indianern nach Jahren des Tötens sitzt und wie schwer und gleichzeitig wie wichtig es ist, diese tiefen Gräben zu überwinden.

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