„Captain Marvel“ – Nur bedingt überzeugender Neuzugang!

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Alle Fans des MCU warten ungeduldig auf „Avengers 4“, sodass Disney/Marvel mal wieder einen klugen Schachzug gemacht haben, „Captain Marvel“ kurz vorher in die Kinos zu bringen. Der erste Film mit einer weiblichen Superheldin ist nämlich nicht unbedingt einer der besten aus dem Franchise, bekommt aber starken Auftrieb dadurch, dass sich viele einen Hinweis auf die Ereignisse nach „Avengers 3“ erhofften. Das bietet der Film aber nur bedingt, nach einer langweiligen Einleitung versucht es der Film mit ein wenig Buddy-Komödie und 90er-Nostalgie, doch beides reicht nicht, um den Film aus dem Mittelmaß zu heben. Wie zuvor schon Scarlett Johansson ist auch die talentierte Brie Larson hier schauspielerisch völlig unterfordert, ihr Charakter bietet zuerst nicht genug und am Ende einen solchen Overkill an Fähigkeiten, dass es auch schon wieder langweilig wird. Die wenigen originellen Katzengags um das maunzende Wesen Goose können den Film dann auch nicht mehr retten.

Inhalt

Carol Danvers (Brie Larson) hat keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit und ist inzwischen als Soldatin für die Kree tätig. Doch dann verschlägt es sie in den 1990ern auf die Erde, wo sie nach einer Wissenschaftlerin (Annette Bening) und deren revolutionärem Antriebssystem sucht, und sie stellt fest, dass sie hier einmal gelebt haben muss. Zusammen mit dem S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson) sucht sie nach der Wissenschaftlerin und nach ihrer eigenen Vergangenheit, doch nicht nur der Chef von S.H.I.E.L.D. (Ben Mendelsohn), sondern auch ihr ehemaliger Ausbilder bei den Kree (Jude Law) scheinen da ein Problem mit zu haben.

Review

Es ist vermutlich unfair, „Captain Marvel“ nicht als die rasante Actionkomödie zu würdigen, die sie grundsätzlich ist. Aber im Vergleich zu den wirklich guten Filmen aus dem MCU ist dieser Film tatsächlich nur ein mittelmäßiger Lückenfüller. Tatsächlich geht der Punkt der besten Comicverfilmung mit einer weiblichen Heldin dieses Mal an DC und „Wonder Woman“, die Frauenpower kann hier nur bedingt überzeugen, der Film hat keinen wirklich ernst zu nehmenden Bösewicht, die Origin-Geschichte und auch die Ereignisse bei den Kree lassen einen kalt und wie schon erwähnt, ist ein Superheld, der dann einfach alles kann, auch nur noch bedingt interessant. Zumal Carol Denvers anscheinend auch sofort begreift, wie sie alles nutzen kann. Während sie es den Großteil des Films nur hier und da mal etwas rummsen lässt, fällt bei ihr kurz vor dem Schluss der Groschen und dann geht wirklich alles, einfach so, ohne Probleme, ohne Anfangsschwierigkeiten, „Captain Marvel“ ist plötzlich so langweilig unschlagbar, dass man sich jetzt schon fragt, wie sie sich sinnvoll bei den Avengers einfügen will.

Für mich sind immer noch Filme wie „Doctor Strange“ oder „Guardians of the Galaxy“ repräsentativ dafür, wie man plötzlich neue Charaktere einführen kann, die eine völlig neue Richtung einschlagen. Das passiert hier nicht, „Captain Marvel“ ist Superhelden-Massenware. Und das ist nicht unbedingt dem Cast anzulasten, aber das Potential von Brie Larson, Jude Law und Ben Mendelsohn wird hier nicht im geringsten ausgeschöpft. Jetzt könnte man die amüsanten Buddy-Dialoge zwischen Carol Danvers und Nick Fury als positiven Aspekt einwerfen. Da gibt es sicher ein paar amüsante Wortgefechte, aber wenn der obercoole Nick Fury den ganzen Film eher wie ein überdrehter Eddie Murphy daher kommt, wirkt das auch irgendwie falsch. Auch die Enthüllung, wie er sein Auge verloren hat, will so gar nicht überzeugen. Dass die Handlung in den 90ern spielt, hat jetzt zwei weitere interessante Aspekte zu bieten. Zum einen die Option, ein wenig nostlagischen Flair einzubauen. Das funktioniert mit der Sequenz um eine damals sehr weit verbreitete Videothekenkette noch ganz gut, aber so wirklich ausgespielt wird diese Karte dann doch nicht. Womit wir zum letzten Punkt kommen: dem jungen Nick Fury! Hier muss man zugeben, dass die schon in anderen Marvel-Filmen kurzzeitig angewendete Technik des digitalen Verjüngens hier tatsächlich voll und ganz überzeugt. Man stellt gar nicht in Frage, dass es sich hier um den jungen Samuel L. Jackson handelt, den man so ja aus vielen Filmen aus der Zeit schon kennt, der aber bei der zweiten Überlegung inzwischen doch bei weitem nicht mehr so aussieht. Bei Clark Gregg als Agent Phil Coulson klappt es nicht so perfekt, aber Jackson in seiner jungen Form kann tatsächlich technisch voll überzeugen.

Im Abspann schlägt der Film dann endlich den Bogen in die aktuellen Ereignisse des MCU und verweist darauf, dass Captain Marvel nun den überlebenden Avengers im Kampf gegen Thanos zur Seite stehen wird. Mal schauen, ob der in wenigen Tagen startende „Avengers 4“ die Erwartungen erfüllen kann und vor allem, wie es danach mit dem MCU weiter geht. Vielleicht zeigt „Captain Marvel“ bereits, dass wir hier den Höhepunkt des Franchises bereits erreicht bzw. überschritten haben.

Fazit

Im Vergleich zu den besseren Filmen aus dem MCU kann der erste Film mit einer weiblichen Superheldin trotz guten Darstellern, einer Zeitreise in die 90er und einer ganz speziellen Katze nicht wirklich überzeugen.

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