„Milk“ – Sean Penn und die Schwulenbewegung

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Mit der Darstellung von realen Personen ist man dem Oscar immer ein Stück näher, wobei man mit bekannten Musikern in den letzten Jahren besser lief als mit Politikern. Doch Sean Penn beeindruckt in diesem Film wirklich, wenn man es nicht wüsste, man würde ihm nicht glauben, nicht schon sein ganzes Leben homosexuell gewesen zu sein. Er spielt seine Rolle mit so viel Begeisterung und Hingabe, dass man seine Leistung zu schätzen weiß, auch wenn einen das Thema nicht unbedingt interessiert. Aber Penns Darstellung alleine wird diesen Film trotzdem nicht aus der derzeitigen Masse an Biopics hervorheben.

Inhalt

Als der homosexuelle Harvey Milk Anfang der 70er nach San Francisco zieht, setzt er sich dort gleich für die Rechte der Schwulen und anderer Minderheiten ein. Sein Fotoladen wird ein zentraler Treffpunkt in der Szene. Anfangs noch als Rebell aktiv erkennt Milk, dass er genug Einfluss hat, um eine politische Karriere anzustreben und so viel mehr bewirken zu können. Nach einigen Misserfolgen wird er 1977 tatsächlich zum Stadtrat gewählt und kann viel zur Gleichberechtigung der Homosexuellen beitragen. Doch gerade im prüden Amerika macht er sich damit natürlich viele Feinde …

Review

Dieser Film ist nicht in erster Linie ein Film über Homosexualität, es ist die Geschichte eines Politikers, der einer Minderheit entspringt und es trotzdem schafft, sich in einer sehr negativ eingestellten Welt zu behaupten. Regisseur Gus Van Sant setzt dieses Portrait von Harvey Milk gekonnt in Szene, ohne in Klischees zu fallen. Zudem spielen Sean Penn, Emile Hirsch und James Franco ihre Rollen wirklich sehr authentisch.

Und wer mich ein weiteres Mal überzeugt hat ist Josh Brolin. Hatte er doch als großer Bruder in „Die Goonies“ angefangen und war danach irgendwie in der Versenkung verschwunden, beeindruckt er in den letzten Jahren durch seine hervorragende Darstellung in durchweg verschiedenen Rollen wie z.B. in „Planet Terror“, „No Country For Old Men“, „American Gangster“ oder als George W. Bush in „W.“. Wieder ein Darsteller, der trotz langen Jahren in Filmgeschäft erst deutlich später zeigen kann, was so in ihm steckt.

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3 Kommentare

  1. Auch für mich ist das – insbesondere aufgrund der schaupielerischen Leistungen – ein starker Film. Insofern kann ich der Filmbeschreibung nichts weiter hinzufügen, 4 Sterne war ’s mir Wert.

  2. Nachdem ich diesen Film gesehen habe, war ich ziemlich traurig über das Ende dieses Politikers. Es stimmt, dass Penn sehr gut spielt, und auch von Emile Hirsch bin ich beeindruckt, wie wandlungsfähig er ist. Nur war ich enttäuscht, dass man schon in den ersten Minuten erfährt, wie es enden wird, wenn man nicht eh die geschichtlichen Fakten kennt. Ansonsten finde ich auch diese Verfilmung eines Lebens nicht so ganz überzeugend, was die Handlung angeht.

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