„Hercules“ – Auch dieser griechische Halbgott floppt!

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Die Geschichte vom griechischen Halbgott Herakles/Herkules dürfte mit den heutigen technischen Möglichkeiten eine eindrucksvolle Umsetzung bekommen, entsprechend hoch waren die Erwartungen an die beiden diesjährigen Verfilmungen. Doch dann hatte „The Legend of Hercules“ so gar nichts mit der Legende zu tun, ähnlich ist es aber leider auch mit diesem Film. Der schlägt zwar eine interessantere Richtung ein, aber insgesamt erzählt er doch wieder eine Geschichte, die allerdings wieder die Möglichkeiten nicht mal ansatzweise ausnutzt, die der Charakter eigentlich zu bieten hat. So bleibt ein durchschnittlicher Actionfilm, den man mal nebenbei schauen kann, aber der auch dem Titel nicht gerecht wird.

Hercules ist durch seine Taten eine Legende geworden, obwohl diese in Wirklichkeit gar nicht so spektakulär waren. Tatsächlich verdient er sich mit seinen Gefährten als Söldner seinen Unterhalt. So verschlägt es ihn auch an den Hof eines Königs, dessen Volk unter einem brutalen Bürgerkrieg leiden muss. Hercules hilft dabei, die untrainierten Bauern zum Kampf auszubilden und die Rebellen in die Flucht zu schlagen. Doch irgendwas an der ganzen Sache scheint nicht zu stimmen.

Körperlich hätte Dwayne Johnson sicher einen Halbgott mimen können, aber letztendlich darf er nicht wirklich gegen Falbwesen in den Kampf ziehen, sondern sich nur mit anderen Menschen kloppen und sie mit dem Schwert verhauen. Die Idee, den Herkules-Mythos auf den Boden der Realität zu ziehen, ist grundsätzlich ein interessanter Ansatz, aber das führt leider dazu, dass auch dieser Film einen nicht wirklich vom Hocker haut. Gerade wenn man in kurzen Einstellungen sieht, wie die Prüfungen in der Legende auf der großen Leinwand hätten aussehen können, ist man enttäuscht, was man den restlichen Film zu sehen bekommt. Da helfen auch Stars wir Ian McShane, John Hurt und Joseph Fiennes nicht.

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Ein Kommentar

  1. Mit den Erwartungen ist es so eine Sache: Sind sie hoch, kann man nur enttäuscht werden – aber man kann auch positiv überrascht werden, sollten sie viel zu niedrig sein. Ich habe von diesem Film absolut gar nichts Gutes erwartet und muss nach Betrachtung sagen: Überraschend gut!
    Man darf hier zwar kein tiefsinniges Kino erwarten, aber der Film macht wider Erwarten tatsächlich Spaß und ist weitaus „origineller“ (vielleicht nicht ganz die passende Wortwahl) und weniger doof als gedacht. Dwayne Johnson gibt mit Perücke und angeklebtem Bart tatsächlich einen sehr guten Herkules ab und auch der Rest der Truppe ist ganz nett, allen voran Ian McShane. Die – völlig überraschende – „realistische“ Herangehensweise ist unerwartet und die Story somit weit weniger klar vorgegeben als erwartet – andererseits stimmt es natürlich, dass man 1) den Film dreist mit der Vorgaukelung beworben hat, dass es hier darum geht, dass Herkules gegen zahlreiche mythische Monster kämpft, 2) somit eine 08/15-Söldnerstory erzählt wird, die eigentlich kaum mehr was mit Herkules zu tun hat bzw. durch den Mangel an Mythologie enttäuscht und 3) zum Schluss dann doch ein wenig dick aufgetragen wird, was das Filmkonzept nicht so ganz schlüssig werden lässt.
    Aber ich war überrascht von der sehr gut eingefangenen, abwechslungsreichen Action (kein pausenloses Slow Motion, kein Bluescreen, echte Landschaften) – es macht einfach Spaß, Herkules mit seiner Keule durch die Massen kloppen zu sehen – ohne dass dauernd viel CGI-Blut spritzt wie z. B. in den „300“-Filmen, die visuell einen ganz anderen Weg gehen, der zwar anfangs fasziniert hat, nach gefühlten 1000 Kopien aber nur noch langweilt. Angenehm wenig künstlich wirkend, der Film! Viele Kleinigkeiten (z. B., dass eben lange nicht klar ist, ob er nun übernatürliche Kräfte hat oder nicht, der Mangel einer Lovestory oder der Abspann, in dem letztlich gezeigt wird, wie er wirklich seine Aufgaben erledigen konnte) machen den Film sehbar.
    Aber wie Pau schon schrieb – dennoch irgendwie schade, dass es kein Film über die Taten von Herkules geworden ist, denn so einer würde vermutlich mindest genauso viel Spaß machen. Aber für einen kurzweilgen und anspruchslosen Filmabend taugt „Hercules“ auf jeden Fall! Keine Perle, aber für Freunde von actionlastigen Sandalenfilmen auf jeden Fall zu empfehlen!

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