„James Bond: Spectre“ – Tiefer Fall eines Superagenten!

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Endlich wieder Daniel Craig als James Bond, Christoph Waltz als Gegenspieler, mehr Einblicke in die Vergangenheit des Agenten und die Offenbarung von „Spectre“, viel Potential für ein tolles neues Agentenabenteuer. Und dann bekommt man stattdessen extrem unrealistische Actionszenen, eine vorne und hinten nicht schlüssige Handlung und dazwischen sehr viel Langeweile. Nichts mehr von der Klasse von „Casino Royale“ oder „Skyfall„, aber auch keine gelungen übertriebene, coole Action-Fun-Kombi wie bei den Klassikern mit Sean Connery und Roger Moore.

Inhalt

Der MI6 steht unter Druck, das 00-Agentenprogramm auf der Kippe und James Bond hinterlässt bei einem Alleingang in Mexiko jede Menge Trümmer. Doch seine Recherchen verweisen nicht nur auf einen totgeglaubten Schatten aus der Vergangenheit, sondern auch auf eine böse Geheimorganisation, die hinter allen Verbrechen zu stecken scheint, die Bond jemals auf Trab hielten. Als seine Verbündeten ihm nicht mehr den Rückens stärekn können, macht Bond im Alleingang weiter.

Review

„Spectre“ plätschert an einem vorbei, ohne einen auch nur zeitweise in seinen Bann zu ziehen, was so fast noch kein Bond-Film geschafft hat. Craig und Waltz bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten zurück, Monica Belluci findet gar nicht wirklich statt und auch Léa Seydoux, Ben Whishaw und Ralph Fiennes bekommen nicht wirklich die Chance, den Film voranzubringen. Wer den absolut enttäuschenden Titelsong von Sam Smith gehört hat, hätte wohl nicht glaubt, dass der Film so gut dazu passen würde. Schade, eigentlich hatte Regisseur Sam Mendes gezeigt, dass er den Agenten in Szene zu setzen weiß, aber nach diesem Absturz wird es schwer sein, das Franchise wieder zu seiner Klasse zurück zu helfen.

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6 Kommentare

  1. Und nun ist James Bond für mich wieder genauso uninteressant geworden wie vor „Casino Royale“. Als ich einen nackten Daniel Craig im Intro gesehen habe, der von nackten Frauen begrabbelt wird und dem eine Windmaschine durchs Haar fährt, dachte ich mir: Wow, ich hätte niemals gedacht, dass die Daniel-Craig-Bond-Serie so tief sinken könnte.

    War „Skyfall“ schon meiner Meinung nach ein starker Rückschritt (immerhin gut inszeniert, aber von der Story und den ätzenden Bond-Routinen ebenso doof), hat „Spectre“ das tatsächlich stark unterboten.

    Der Film ist sehr gut und aufwändig (das immense Budget sieht man ihm an) gefilmt, aber viel mehr hat er nicht zu bieten. Die Anfangssequenz beeindruckt und dass tatsächlich so viel real gedreht wird und nicht alles animiert ist, ist hoch anzurechnen und tatsächlich immer noch eine Stärke des Bond-Franchises.

    Aber die Story war so hanebüchen und doof, so viele Elemente B-Movie-würdig (ernsthaft, er schafft es ZWEIMAL, sich selbst zu befreien, als er gefesselt ist?) und der halbherzige Versuch, die Quantum-Handlung aus „Casino Royale“ und „Quantum“ vernünftig abzuschließen, misslingt völlig. Ja, Quantum gehörte (Moment, wann wurde die aufgelöst/besiegt/wasauchimmer?) halt auch irgendwie zu Spectre. Punkt. Mehr muss man jetzt darüber auch nicht mehr erfahren.

    James Bond ist nun wieder der ätzende Macho einer ätzenden Edel-Gesellschaft mit viel Alkohol und teuren Klamotten, der in jeder Actionszene alleine ca. 100 Leute zusammenschießt, aber dabei niemals seinen Anzug dreckig macht oder schwitzt, sondern nur cool aussehen will. Nur dass das zum einstigen Schläger-Craig-Bond nun wirklich nicht passt (im Gegensatz zum schleimigen Brosnan).

    Die ganzen doofen Bond-Elemente wurden jetzt alle wieder abgefrühstückt; er muss mindestens mit drei Frauen pro Film peinliche Sexszenen haben (z. T. wieder mit ordentlichen Vergewaltigungsuntertönen) – natürlich auch mit den deutlich jüngeren -, von Q mit dummen und unnützen Gadgets (Flammerwerfer ohne Wirkung) ausgestattet werden, mit Moneypenny flirten, „Bond… James Bond“ sagen, Blofeld und Spectre jagen, sich mit Schläger-Oberhandlangern kloppen, geschüttelten Martini trinken und immer lässig-gelangweilt durch die Szenerie stapfen. Dass sein dummes Auto, das schon im letzten Teil nur aus Nostalgiegründen vorkam und wie ein Fremdkörper wirkte, tatsächlich NOCHMAL zusammengesetzt wird, ist einfach nur ermüdend und frustrierend für alle, die gefeiert haben, als „Casino Royale“ den ganzen alten Ballast abgeworfen hat.

    Da freut man sich, dass jemand großartiges wie Léa Seydoux gecastet wird mit der Hoffnung, dass der Film vielleicht nicht wie früher frauenverachtend sein wird – und dann macht sie (außer den Pseudo-Alibi-starke-Frau-ich-kann-schießen-Elementen) wieder nichts außer sich maximal unglaubwürdig in Bond zu verlieben und von ihm gerettet zu werden. Gleiches gilt für Monica Belluci.

    Der Hauptplot um ein – huihui – weltumspannendes Überwachungsprogramm war jetzt auch nicht ganz so schockierend, da wir alle mittlerweile wissen, dass es sowas schon längst gibt. Die Halbbruder-Sache war unnötig und forciert, Waltz hat seine übliche Show abgespult, ohne diese nennenswert zu verändern, und Daniel Craig sieht die ganze Zeit so aus, als hat er wirklich so gar keine Lust mehr auf die Rolle (was vermutlich stimmt und was ich ihm auch nicht vorwerfen kann, da sie nun wieder da angelangt ist, wo sie vor einigen Jahrzehnten war).

    Was bleibt sind schöne Aufnahmen, aufwändige Actionszenen, die leider trotzdem niemals spannend sind, weil Bond wieder das immercoole unantastbare Asshole ist, das er früher immer war.
    Und da die Reihe nun nach den zwei erfrischenden Ausreißern „Casino Royale“ und (den leider kaputtgeschnittenen) „Quantum Trost“ nun wieder zum routinierten Bond-Klischee zurückgeführt wurde, wird es auch nicht helfen, wenn er neuer Schauspieler Bond verkörpern wird, denn die Grundausrichtung ist nun gerade erst wieder festgesetzt worden und wird sich daher auch nicht mit einem Schauspielerwechsel im nächsten Film ändern.

    Wirklich schade.

    Es bleibt an Positivem: Tentakel im Vorspann, größte reale Explosion der Filmgeschichte, Massenstatistenszene mit realem Helikopter, gute Schauspieler (in weniger guten Rollen) und wieder ein wenig mehr Ortsexotik als im Vorgänger.

  2. Kann mich leider nur anschließen. Für mich sind die James Bond Filme so etwas wie mein „Star Wars“, eine Filmserie, die ich in der späten Kindheit/Jugend kennenlernte und die mir daher sehr ans Herz gewachsen ist. Ich konnte mit fast jedem Film, selbst den albernen Roger Moore Teilen, etwas anfangen (mit dem arrogant-aalglatten Pierce Brosnan am wenigsten) und habe mich immer sehr auf jeden Film gefreut. Trotz aller Nostalgie war die neue Richtung von „Casino Royale“ sehr erfreulich, da es einfach Sinn macht, irgendwann eine neue Richtung einzuschlagen und aus einem James Bond nicht immer nur einen Film um bestimmte wiederkehrende Motive zu machen, wie „Bond, James Bond“, Martini und den Aston Martin, sondern einen guten Film über James Bond. Casino Royale bot einen diabolischen, aber nicht völlig von allen guten Geistern verlassenen Bösewicht, ein paar grandiose Actionszenen, die von Bond auch mal mit einer sichtbaren Anstrengung gemeistert werden mussten, ein gutes Tempo trotz einiger recht langer Pokerszenen(!), selbst die ein oder andere schräge Sache („Ich belebe mich eben selber wieder mit dem Defibrillator hier im Auto, yeah!“), die aber im Rahmen blieb. Zudem mal eine gewisse Abkehr von dem Muster, dass alle Frauen aus dem Stand auf James Bond abfahren und er alle sinnfrei durchnudelt, auch wenn die „Große-Liebe“-Nummer und das „Yo, der Code war übrigens von Anfang an dein Name, weißte Bescheid!“ schon etwas merkwürdig rüberkam und man da hätte etwas feiner zeichnen können. Insgesamt aber ein guter Film! Und ein interessanter Film, der eben einiges neues zu bieten hatte.
    Komischerweise scheint dieses Konzept ziemlich verlassen worden zu sein, was schwer zu begreifen ist, da JB als Marke genug Zuschauer in die Kinos ziehen dürfte und neue Ideen zu wagen unter diesen privilegierten Bedingungen beinahe Pflicht wäre. Doch jeder nachfolgende Teil war seitdem ein Rückschritt. Und „Spectre“ leider so sehr, dass ich sagen muss: Ich hätte keine Lust, diesen Film ein 2. Mal zu sehen und bin auf den nächsten Film nur noch mäßig gespannt. Der Film fängt gut an, die Actionszene mit Helikopter während des „Dia des los Muertos“ in Mexiko Stadt ist toll inszeniert, aber schon da fängt es an: James Bond rennt in knallengem, geschniegeltem feinen Anzug umher, landet aus freiem Fall als kleinem Gag passend auf einem Sofa, beschließt nach erfolgreichem Helikopterkampf die Witwe des Gegners (Monica Belluci) zu knallen, die entweder nicht weiß, dass James ihn getötet hat, oder sie seinem Sexappeal derartig erliegt, dass es sie nicht kümmert? Belluci wurde auch groß als Bonds „ebenbürtige Partnerin/Gegenspielerin, sowohl in Alter, als auch in Wissen“ angekündigt, taucht gefühlt 2 Minuten auf, hat es recht wenig drauf außer eine melancholischen Ruhe im Angesicht des Todes auszustrahlen und wird so kaum ein Umdenken über ältere Schauspielerinnen in Hollywood bewirken. Denn selbstverständlich ist die sicher 20 Jahre jüngere Madeleine Swann(Lea Seydoux) dann doch eher geeignet für Bonds einigermaßen ernsthafte amouröse Affinitäten. Hier wird dann der unfassbare trantütige, denn schon tausendmal gesehene Eiertanz aufgeführt, in dem sie zunächst klarmacht, dass der Herr mal schön die Finger von ihr zu lassen hat, dann in fließendem Seidenkleid durch das Zugabteil stolziert( einigermaßen geklaut von Casino Royale), blasiert demonstriert, dass sie mit Waffen umzugehen weiß, um dann doch im Grunde dringendst auf Rettung durch Mr Bond angewiesen zu sein, da sie sich den denkbar ungünstigsten Moment wählt, um allein durch Londons Nacht zu spazieren.
    Der Bösewicht (Christopher Waltz) hat nette Lederpantoffeln an und hat irgendeinen krassen Plan, dessen Motiv etwas vage bleibt und wohl was mit Eifersucht zu tun hat, die mögliche Weltherrschaft scheint fast nebensächlich, wäre aber auch drin. Dann noch zwei Houdini-Tricks von Bond, ein weiterer Helikopterkampf, ein bisschen Hackertrickserei von Q (der einen sehr netten gestreiften Pulli trägt) und das beinahe wirklich final wirkende Ende ist erreicht. Nie hat man Sorge um Bond, da er es eh immer alles easy regelt, selbst wenn er alleine, ohne Backup und völlig planlos zu einem sinistren Unterwelttreffen spaziert. So kann aber kein guter Film entstehen, bei dem man mitfiebert. Wenn man eh weiß, dass keine Überraschungen zu erwarten sind(außer dass Bond sich revolutionär auf einen „Dirty Martini“ einlässt, was schon als großes Eingeständnis gewertet wurde, dass Bond sich seiner Serienkillerfunktion bewusst ist) und alles nach bekanntem Muster läuft, dann ist der Reiz der James Bond Filme verloren, auch für jemanden, der wirklich gewillt, war, auch diesen Film zu mögen.

  3. Hi,
    sehr gut gepflegte Beiträge hier, super!

    Keine Werbung, auch super!

    Schön das es Menschen die gratis für lau gute Kino infos anbieten.

    Macht weiter so.

    Tom

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