„Schneemann“ – Fassbender jagt Killer in Norwegen!

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Ein Kriminalthriller in Nordeuropa, Schnee und Blut, eine normalerweise spannende Kombination. Nicht zuletzt seit der „Millenium“-Trilogie erfreuen sich Krimis aus dem Norden einer großen Beliebtheit. „Schneemann“ könnte auch in diese Sparte passen, mit Michael Fassbender, Rebecca Ferguson, Charlotte Gainsbourg, Val Kilmer und J.K. Simmons prominent besetzt, ausgetattet mit tristen Bildern des schneebedeckten Norwegens, in der Hauptrolle ein fertiger, aber fähiger Ermittler, an seiner Seite eine junge ehrgeizige Frau, beide verfolgen einen fiesen, brutalen Serienkiller. Klingt alles nicht schlecht, doch Fassbender kann tatsächlich mal nicht voll überzeugen, die Handlung ist ein einziger Lückenteppich, sodass man weder genug über die Personen erfährt, noch die Auflösung des Falls wirklich verständlich daher kommt. Schade, aber auch nordische Filme müssen nicht immer überzeugen.

Inhalt

Harry Hole (Michael Fassbender) war mal eine Legende, doch jetzt ist der Polizist aus Oslo so heruntergekommen, dass er sich sogar bei seiner neuen Kollegin Katrine Bratt (Rebecca Ferguson) in ihren Fall einklinken muss, um überhaupt bei einer größeren Ermittlung mitmischen zu dürfen. Als ihre Ermittlungen nach einem Serienmörder, der immer beim ersten Schneefall mordet und einen Schneemann am Ort des Verbrechens zurück lässt, verfolgen sie auch eine fast zehn Jahre alte Spur zu einem Fall, bei dem auch ein paar prominente Geschäftsmänner involviert waren. Als der Täter Harry direkt mit einbezieht, muss dieser schnell handeln, bevor jemand aus seinem Umfeld das nächste Opfer sein könnte.

Review

Während der ersten Hälfte des Films will man den Film und seinen Hauptcharakter wirklich mögen, doch in der zweiten Hälfte geht die Logik einfach zu sehr in den optisch ansprechend eingefangenen Schneemassen unter. Auch dieser Film basiert auf einer bekannten Romanreihe, allerdings entschied man sich aus irgendeinem Grund, den siebten Teil zuerst zu verfilmen, und dennoch alle wichtigen Ereignisse davor als bekannt vorauszusetzen. Fassbender kann schwierige Charaktere spielen und doch nimmt man ihm den heruntergekommenen Alkoholiker nicht ab, dessen Zustand alleine durch einen Dreitagebart, ein paarmal Aufwachen in der Gosse und ein recht traniges Auftreten dargestellt werden. Das macht Val Kilmer schon besser, der leider nur in ein paar kurzen Rückblenden zu sehen ist, dem man den fertigen Ermittler aber trotzdem deutlich mehr abnimmt.

Genauso geht es auch mit dem Fall an sich. Hier und da ein paar brutale Morde, ein paar Verwicklungen hier, ein paar prominente Verdächtigungen da, aber am Ende fragt man sich trotzdem, wie denn jetzt alles zusammenhängt und was das Ganze eigentlich sollte. Interessante Charaktere werden nicht weiter ausgespielt, Zwischenmenschliches kommt recht oberflächlich daher. Schade, denn der Film hätte die richtigen Zutaten für einen düsteren nordischen Krimi gehabt, nur das Zusammenmischen hat hier leider nicht geklappt. Vermutlich hätte Martin Scorsese, der den Film vor Tomas Alfredson eigentlich verfilmen sollte, mehr aus dem Stoff herausgeholt.

Fazit

Ein optisch ansprechender, düsterer, in Norwegen spielender Krimi, der aber aufgrund einer lückenhaften Handlung und einem nicht überzeugenden Michael Fassbender leider nur fürs Mittelmaß gereicht hat.

Bildergalerie


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