„Red Sparrow“ – Jennifer Lawrence als russische Spionin!

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Zusammen mit Regisseur Francis Lawrence lieferte Jennifer Lawrence (nicht verwandt!) bereits einiges an Mainstream-Ware mit den letzten „Tribute von Panem“-Filmen ab. Von „Red Sparrow“ hatte man eigentlich mehr erwartet. Dieses mehr wird hier in erster Linie durch Sex und vor allem Gewalt dargestellt, Jennifer Lawrence ist die perfekte Besetzung für das verführerische russische Mädchen, das zum eigenen Überleben Spione und Verräter auf allen Seiten gegeneinander ausspielt und das nicht zuletzt dank ihrem Training im harten „Verführungscamp“! Der Film funktioniert grundsätzlich auch nicht schlecht als Spionagefilm mit ein wenig Bond-Feeling, aber trotzdem mit deutlich mehr Härte. Andererseits kommen die Russen hier fast noch schlechter weg als bei „The Death of Stalin“, was vielleicht nicht mehr ganz so zeitgemäß ist, erschreckenderweise aber vielleicht gar nicht so weit von der Realität weg ist, wenn man dem Autor der Romanvorlage glauben mag.

Inhalt

Auch nach dem Ende des kalten Krieges während der Putin-Administrative laufen die Aktivitäten der Geheimdienste auf amerikanischer und russischer Seite auf Hochtouren. Die Russen setzen dabei auch auf das „Red Sparrow“-Programm, das attraktive junge Agenten darin ausbildet, den Gegner zu verführen und so geheime Informationen zu entlocken. Die ehemalige Ballerina Dominika Egorova (Jennifer Lawrence), die nach einem nicht ganz zufälligen Unfall ihre Passion nicht mehr ausüben kann und so nicht mehr für sich und ihre kranke Mutter sorgen kann, wird ebenfalls angeworben. Obwohl die harte Ausbildung unter der unbarmherigen Leiterin (Charlotte Rampling) ihr alles abverlangt und sie nicht gerade nach den Regeln spielt, wird sie auf den amerikanischen Agenten Nathaniel Nash (Joel Edgerton) angesetzt, der sie relativ schnell durchschaut. So spielen beiden mit dem Vertrauen des anderen ein gefährliches Spiel.

Review

Der Spionagethriller wurde medienmäßig schnell auf „Jennifer Lawrence zeigt ihre Brüste“ reduziert, was zum einen nur eingeschränkt zutrifft und dem Film schnell den Stempel eines Sex-Thrillers verpasst hat, was er keinesfalls ist. Sex ist zwar ein zentrales Thema, trotzdem überschreitet der Film seine Grenzen eher in Richtung Gewalt und kommt erotisch gar nicht so offensiv daher. Die Handlung selber führt einen schon hier und da auf die falsche Fährte, letztendlich ist Gut und Böse aber zu einfach zu trennen, hier gibt es kaum Überraschungen und auch das Ende ist dann schon recht absehbar. Jennifer Lawrence überzeugt auch in dieser Rolle, aber das ist inzwischen auch keine wirkliche Überraschung mehr. Ich war allerdings schockiert, das „Der Russe“ hier wieder dermaßen als das personifizierte Böse daher kommt, so wie es in den 90ern Standard war. Brutale, unbarmherzige Ausbildung, uneingeschränkte Forderung zur Loyalität bis zum Tod, hier hat man als Agent keine wirklich lange Lebenserwartung. Ich will damit nicht unterstellen, dass die Realität völlig anders aussehen mag, aber diese plakative Darstellung der beiden Seiten hat man doch schon interessanter und abwechslungsreicher gesehen.

„Red Sparrow“ ist für Fans von Jennifer Lawrence definitiv ein Muss, auch Fans von spannenden Spionagefilmen können dem Film sicher einiges abgewinnen, aber der wirklich große Wurf ist es trotzdem nicht.

Fazit

Gewalt, ein Verführungscamp und eine erotische Jennifer Lawrence reichen leider nicht aus, um aus „Red Sparrow“ einen wirklich guten Spionagethriller zu machen.

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