„Die Unglaublichen 2“ – Grandiose Rückkehr von Pixars Superhelden!

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Fast 15 Jahre ist es her, dass Pixar mit „Die Unglaublichen“ eine Familie von Superhelden losschickte und lange vor der Übernahme des Kinos durch Marvel und DC einen herrlichen Actionklamauk im Stil alter Comics auf die große Leinwand schickte. Der Film gehört bis heute zu einem der besten von Pixar und, obwohl eine Fortsetzung immer wahrscheinlich war, hat so lange danach wohl doch keiner mehr damit gerechnet. Aber kann man nach so langer Zeit, gerade in Zeiten von absolutem Superhelden-Überschuss im Kino, tatsächlich ausgerechnet mit „Die Unglaublichen 2“ noch mal einen Knaller zünden? Oh ja, man kann! Regisseur Brad Bird macht mit seiner Fortsetzung einfach alles richtig und bietet eine rasante Actionkomödie voller witziger Einfälle und unterhaltsamer Action. Trotz der langen Zeit dazwischen schließt der zweite Teil nicht nur von der Story her nahtlos an das erste Abenteuer an, der komplette Film ist die perfekte Fortsetzung und hätte genau so auch schon damals gepasst. Wie schon „Die Unglaublichen“ widersteht auch die Fortsetzung der Option, möglichst aktuellen Trends zu folgen und bietet lieber zeitlose Themen, Gags und Action. Dass die Technik aber einen ganzen Sprung nach vorne gemacht hat, merkt man dem Film schon an, die Animationen sind einfach großartig und zeigen, dass man im Animationsfilm im Verhältnis zu den mitunter völlig übertriebenen Actionfilmen der heutigen Zeit eben doch noch einen draufsetzen kann.

Inhalt

Familie Parr besitzt unglaubliche Fähigkeiten, neben Mutter Elastigirl, die ihren Körper unbegrenzt dehnen und biegen kann, Vater Mr. Incredible mit übermenschlichen Kräften, Tochter Violetta, die sich unsichtbar machen und Energiefelder erzeugen kann, sowie dem unfassbar schnellen Sohn Dash hat Baby Jack-Jack noch ganz andere Sachen drauf. Das merkt der Papa allerdings erst, nachdem die Zerstörung bei der Verfolgungsjagd eines Schurken zum endgütligen Superheldenverbot geführt hat und ein reicher Unternehmer dieses mit Hilfe von Elastigirl wieder aufheben lassen will. Während Elastigirl also versucht, die Sichtweise auf Superhelden wieder positiv zu besetzen, hütet Mr. Incredible die Kinder und merkt, dass Liebeskummer, Matheaufgaben und ein völlig unkontrollierbares Baby eine ganz andere Herausforderung darstellen.

Review

Die Frau geht arbeiten und der Mann hütet die Kinder – eine interessante und durchaus moderne Grundthematik, die einen Großteil des Gelingens des zweiten Teils ausmacht. Neben der atemberaubenden Action sind es nämlich gerade die Familienmomente, die für die größten Lacher und die schönsten Emotionen sorgen. Und das ohne Klischees zu bedienen oder peinlich zu werden. Ich hätte vor allem nicht erwartet, dass mich die völlig übertriebenen Kräfte, die das Baby hier für sich entdeckt, so viel Spaß machen würden. In den meisten Fällen wird sowas irgendwann platt oder langweilig, hier gelingt fast jede Szene. So wird „Es wird nicht mit dem Baby in der Nähe des Hauses geschossen!“ wohl eins meiner neuen Lieblingszitate werden! Aber auch die Superheldenaction kommt natürlich kein Stück zu kurz, hier kracht und rummst es, dass es eine Freude ist. Vermutlich macht das auch deshalb so viel Spaß, weil es endlich mal wieder der schlichte Stil von Superhelden aus den 60ern ist, weit weg von dem heutigen Marvel/DC-Einheitsbrei, einfach schön nostalgisch und rundum sympathisch.

Regisseur Brad Bird, der nach nur bedingt gelungenen Filmen wie „Mission: Impossible 4“ und „A World Beyond“ endlich wieder zu seinen Wurzeln zurückkehrt, gelingt es tatsächlich, Herz und Humor des ersten Teils wieder aufzugreifen, Bekanntes originell weiterzuspinnen und Neues so gekonnt einzuweben, dass das Ergebnis sich einfach nur rund anfühlt. Eine ordentliche Ladung Superheldenaction, ein angenehmer Anteil Familiengefühle und jede Menge voll ins Schwarze treffende Situationskomik, „Die Unglaublichen 2“ macht einfach in jeder Hinsicht Spaß.

Fazit

Wer „Die Unglaublichen“ schon geliebt hat, der kommt bei der späten Fortsetzung voll auf seine Kosten, denn diese schafft das Kunststück, sich perfekt an den ersten Teil anzufügen und trotzdem so viele originelle neue Ideen zu transportieren, dass man endlich wieder von einem wirklichen Geniestreich aus dem Hause Pixar sprechen kann.

Bildergalerie


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