Terry Pratchetts „Ein gutes Omen“ im Kino?

omen.jpgTerry Pratchett und seine Scheibenwelt sind sicher vielen ein Begriff, aber richtig gut amüsiert habe ich mich bei „Ein gutes Omen“, welches Pratchett zusammen mit Neil Gaiman verfasst hat. Noch nie war der bevorstehende Weltuntergang und der Kampf zwischen Himmel und Hölle so skurill und unterhaltsam. Schade, dass Terry Gilliams Odyssee einer Verfilmung bisher noch kein Ende genommen hat. Aber immerhin denkt überhaupt jemand darüber nach. Und Fans der Scheibwelt können sich nach „Hogfather“ auf die DVD-Veröffentlichung von „The Color of Magic“ freuen.

Erziraphael und Crowley kennen sich seit vielen Jahrhunderten und obwohl der eine für den Himmel und der andere für die Hölle arbeitet, verbindet sie inzwischen eine Art von Freundschaft. Als der Sohn Satans geboren wird und somit die finale Schlacht zwischen beiden Seiten bevorsteht, überlegen beide, ob die Vernichtung der Welt eigentlich in ihrem Sinne ist, denn man gewöhnt sich mit der Zeit ja an vieles. Doch dann wird der Sohn des Teufels im Krankenhaus vertauscht und als die Apokalypse naht, suchen nicht nur Erziraphael und Crowley nach dem Jungen, auch Hexen, Hexenjäger, Dämonen, apokalyptische Reiter auf Motorrädern und Höllenhunde sind ihm auf der Spur, denn beide Seiten gieren nach der lang erwarteten letzten Schlacht um die Macht.

„Ein gutes Omen“ hat seine tollsten Momente bei den Dialogen von Erziraphael und Crowley, die demonstrieren, wie wenig sich Himmel und Hölle in mancher Hinsicht nur unterscheiden. Die Handlungsstränge um die Hexenjäger und den Kindertrupp um Adam, den Nachkommen des Teufels, ziehen sich leider immer etwas, können einem aber keinesfalls den Gesamtspaß verderben. Wer Spaß an „Dogma“ hatte, wird dieses Buch lieben. Ähnlichkeiten mit „Das Omen“ sind natürlich nicht zufällig, aber es ist nicht einfach nur eine Parodie der Vorlage, dafür bietet „Ein gutes Omen“ einfach zu viele weitere Elemente.

Terry Gilliam, einst Mitglied von „Monty Python“ und Regisseur von „Fear and Loathing in Las Vegas“ und „12 Monkeys“ hatte schon lange geplant, diese tolle Vorlage zu verfilmen, sogar Johnny Depp und Robin Williams hatten ihre Zusage für die Hauptcharaktere bereits gegeben, aber dann konnte man das Geld nicht auftreiben. Das Drehbuch ist fertig und Terry Gilliam hofft weiterhin auf die Realisierung, aber wirklich sicher ist leider nichts. Aber da Terry Gilliams epische Filme häufig das Budget sprengen und seine „Don Quixote“-Verfilmung mit Johnny Depp nicht mal fertig gestellt wurde, ist natürlich nachvollziehbar, dass die Filmstudios sich bei dem Namen Terry Gilliam immer etwas sträuben, wenn es um das Bereitstellen von Geldern geht.

Fans von Terry Pratchett können sich allerdings bald auf eine neue Verfilmung freuen. „The Color of Magic“ wird Anfang Oktober 2008 auf DVD erscheinen. Wie schon „Hogfather“ handelt es sich hier um eine dreistündige TV-Fassung der BBC. „The Color of Magic“ handelt von den Abenteuern des stümperhaften Zauberers Rincewind und basiert auf den ersten beiden Scheibenwelt-Romanen „Die Farben der Magie“ und „Das Licht der Phantasie“. Dass es sich wieder nur um eine TV-Verfilmung handelt, merkt man dem Ganzen schon oft an, obwohl schon einiges an Budget vorhanden gewesen zu sein scheint. Besonders viel Spaß macht Sean Astin als der erste Tourist der Scheibenwelt. Wer die Bücher der Scheibenwelt mag, wird auch von diesem Film gut unterhalten werden. Allerdings könnte man die Scheibenwelt auch gerne endlich mal auf die große Leinwand bringen.

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